Zoo Duisburg in Finanznot: OB hilft mit Dringlichkeitsbeschluss, CDU sagt "Falscher Weg!"

Lange Schlangen vor der Zoo-Kasse: Davon konnte der Tierpark im vergangenen Jahr nur träumen. Archivfoto: Frank Preuß
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Wo: Zoo Duisburg, Mülheimer Straße 277, 47058 Duisburg auf Karte anzeigen

489.000 Euro „Miese“ verzeichnete der Zoo Duisburg im letzten Jahr. Sinkende Besucherzahlen und dadurch geringere Einnahmen verursachten den Bilanzverlust 2013. Auf Initiative von Oberbürgermeister Sören Link wird das Loch in der Kasse nun durch einen Dringlichkeitsbeschluss ausgeglichen.

OB Link: "Der Zoo ist einer der wichtigsten Werbe- und Imageträger der Stadt Duisburg."

„Der Zoo ist für mich einer der wichtigsten Werbe- und Imageträger der Stadt Duisburg“, erklärt Link. „Deshalb helfen wir ihm auch aus einer schwierigen finanziellen Situation.“ Ohne Ausgleich durch die Stadt, so der OB, werde der Zoo sein Eigenkapital verzehren. Außerdem könne er notwendige Investitionen zur Aufrechterhaltung des Betriebs nicht durchführen. Da der Zoo ein positives Aushängeschild der Stadt sei und der hohe Anteil auswärtiger Besucher die örtliche Gastronomie und den Einzelhandel unterstützten, wurde bereits der Bilanzverlust 2012 durch Anhebung des Zuschusses ausgeglichen. Der aktuelle Verlustausgleich wird aus Einsparungen im Bereich der sonstigen städtischen Beteiligungsgesellschaften gedeckt.

CDU-Fraktionschef Enzweiler: "Finanzierung über Dringlichkeitsbeschlüsse ist der falsche Weg!"

Mit jährlichen Dringlichkeitsbeschlüssen ist dem Zoo Duisburg und dem städtischen Haushalt nicht geholfen. Das meinen die Duisburger Christdemokraten. Die CDU-Fraktion fordert daher die rot-rot-grüne Mehrheit auf, endlich über eine dauerhaft vernünftige Finanzierung des Zoos nachzudenken. Die Lösung läge auf dem Tisch. „Die städtischen Zuschüsse an den Zoo sind grundsätzlich zu niedrig. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei. Wenn der OB ein Aushängeschild der Stadt erhalten will, dann muss er endlich über eine vernünftige Finanzierung des Zoos nachdenken“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler.

Seit Jahren stagniere der städtische Zuschuss an den Zoo bei 2,1 Millionen Euro. Zum Vergleich zieht Enzweiler die Stadt Köln heran. Diese alimentiere den Zoo mit mindestens 3,5 Millionen Euro, auch Wuppertal (3,9 Millionen Euro) und Münster (4,1 Millionen Euro) ließen sich die städtische Attraktion „Zoo“ deutlich mehr kosten.
„Es ist zu einfach, die Geschäftsführung des Zoos oder das Wetter für rückläufige Besucherzahlen und damit weniger Einnahmen verantwortlich zu machen, wenn gleichzeitig die Attraktivität des Zoos durch den gewaltigen Investitionsstau geringer wird. In dieser Situation sind kluge Lösungen gefragt, die CDU-Fraktion hat bereits mehrfach mögliche Auswege aufgezeigt. Leider hat Rot-Rot-Grün aus nicht nachvollziehbaren Gründen unsere Ideen abgeschmettert“, sagt Enzweiler.

Sein Vorschlag: „Der Zoo bekommt das Geld, welches die Sparkasse bei der Körperschaftssteuer sparen könnte.“ Derzeit erhält der Kämmerer jährlich zwei Millionen Euro von der Sparkasse für den städtischen Haushalt. Dieses Geld muss aber versteuert werden, letztlich bleiben nur rund 1,4 Millionen Euro übrig. Würde die Sparkasse die zwei Millionen direkt an den Zoo spenden, bliebe die Summe komplett erhalten, erläutert Enzweiler: „Statt mit Dringlichkeitsbeschlüssen jedes Jahr 500.000 Euro aus der Stadtkasse an den Zoo zu transferieren, könnte der Kämmerer seinen Ansatz für den Zoo halten und der Zoo endlich mit mehr Geld planen.“
Eine Finanzierung des Zoos über Dringlichkeitsbeschlüsse sei auf jeden Fall der falsche Weg. „Diese Entwicklung kommt ja auch nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr musste der Zoo mit einer Finanzspritze gerettet werden. Der OB versucht nun, sich als Retter des Zoos feiern zu lassen. Tatsächlich ist es aber seine Weigerung, den Zoo ausreichend über den städtischen Haushalt oder andere Alternativen zu finanzieren, die eine Not-OP in letzter Minute nötig macht“, kritisiert CDU-Fraktionschef Enzweiler.

Was meinen Sie? Wie wichtig ist der Zoo für die Stadt Duisburg? Ist städtische Hilfe unabdingbar? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

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