Datendiebe immer dreister: Wie verhalte ich mich sicher im Internet?

Sie kommen zwar nicht mit Sturmhaube, trotzdem werden Diebe im Internet immer dreister. Fotos: H. Kirchner, F. Preuß; Montage: H. Landgraf
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  • Sie kommen zwar nicht mit Sturmhaube, trotzdem werden Diebe im Internet immer dreister. Fotos: H. Kirchner, F. Preuß; Montage: H. Landgraf
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Internetbetrüger werden raffinierter – Verbraucherzentrale berät Opfer

Das Telefon steht nicht still, die Beraterinnen der Verbraucherzentrale haben viel zu tun. Viele Bürger kommen auch direkt in das Büro auf der Friedrich-Wilhelm-Straße 30. Verärgerte Gesichter sprechen von Abzocke und Abofallen. Alltag für die Mitarbeiterinnen in der Beratungsstelle. Verstärktes Thema in den letzten Jahren: Tatort Internet. Gerade hier ist noch nicht jeder Anwender gut informiert.

Neben den zahlreichen Vorteilen, die das Internet mit sich bringt, birgt die digitale Welt auch viele Gefahren. Schadprogramme, Phishing-Mails, Mobbing, Hackerangriffe. Es bieten sich unbegrenzte Möglichkeiten, das Netz zu missbrauchen und Internetnutzer zu schädigen. Und die Cyberkriminellen werden immer trickreicher, um an Passwörter beispielsweise für Onlinebanking-Konten zu kommen.

Viele Duisburger betroffen

„Auch immer mehr Duisburger sind von der Kriminalität im Netz betroffen“, sagt Marina Steiner, Leiterin der Verbraucherzentrale Duisburg. Täglich melden sich bis zu fünf Geschädigte, die im Internet betrogen wurden.
Wer jetzt denkt, dass nur die ältere Generation von dem Problem betroffen sei, irrt. Steiner klärt auf, dass Betroffene aus allen Altersklassen bei ihr um Rat suchen. Wahrscheinlich sei die Dunkelziffer wohl noch um einiges höher, da viele aus Scham, auf einen offensichtlichen Betrug hereingefallen zu sein, diesen hinnähmen.
Besonders gefährlich geworden sind die sogenannten Phishing-Mails. Das Mail-Postfach bietet zuhauf unerwartete Mails, die angeblich von der Hausbank oder einem anderen Unternehmen stammen und die mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abfischen wollen.

Die Cyberkriminellen werden dabei aber immer raffinierter. Wo früher die Mails noch voller Rechtschreibfehler waren, sind die heutigen Fälschungen fast nicht mehr vom Original zu unterscheiden. Immer häufiger finden sich so zum Beispiel auch die korrekten Namen im Anschreiben. In der Mail sind dann meistens sehr ähnliche Inhalte enthalten: mit angeblichen Sperrungen, Einschränkungen, Unregelmäßigkeiten oder Fremdzugriffen wird der Benutzer unter Druck gesetzt und zur Preisgabe der persönlichen Daten verleitet.
Die eigentliche Gefahr entsteht aber erst dann, wenn der Nutzer den Link in der Mail anklickt oder den Anhang öffnet.

Gefahr durch Trojaner

Durch diesen Vorgang können sich im Hintergrund unentdeckt sogenannte Trojaner installieren, die dann zum Beispiel die Tastatureingaben überwachen und so an die Passwörter und PINs gelangen.
Die Verbraucherzentrale rät deswegen, niemals Links oder Anhänge in solchen Mails zu öffnen und auch nicht auf diese Mails zu antworten. Falls man sich nicht sicher sei, ob die Mail eventuell doch echt ist, solle man das entsprechende Unternehmen kurz telefonisch kontaktieren.
Marina Steiner weist allerdings daraufhin, dass ein Stück der Verantwortung auch beim Nutzer selbst liege. Wichtige Maßnahmen, wie das Aktualisieren der Antivirus-Software und die Wahl eines sicheren Passworts gehören zu den Pflichten eines jeden Benutzers. „Wenn man aus dem Haus geht, würde man ja auch nicht einfach die Tür offen stehen lassen, sondern abschließen“, vergleicht Steiner die Fahrlässigkeit im Umgang mit Sicherheitsmaßnahmen einiger Nutzer.
Eine tagesaktuelle Übersicht über neue Schwärme von Phishing-Mails bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.vz-nrw.de/phishing.
Steiner empfiehlt jedem Opfer von Internetbetrug, eine Anzeige in der örtlichen Polizeidienststelle zu erstatten. So könne das Problem auch besser angegangen werden, wenn es genügend bekannte Fälle gebe.

Viele Fälle bundesweit

Und davon gibt es schon einige. In der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) tauchen im Jahr 2014 bundesweit insgesamt 246 925 Fälle auf, die unter Nutzung des Tatmittels Internet begangen wurden. Es handelt sich dabei größtenteils um Betrugsdelikte. Weitere Delikte werden unter Computerkriminalität zusammengefasst. Darunter fallen Vergehen wie das Ausspähen und Abfangen von Daten oder Datenveränderung und Computersabotage.
Doch wie kann man sich effektiv schützen? Wie kann man surfen ohne gefangen zu werden? Hinweise gibt Markus Wortmann, Kriminologe und Gründer des Vereins „Sicheres Netz hilft“, zu finden im Netz auf www.sicheres-netz-hilft.de.
Er kommt zu dem Schluss, dass oft der Mensch die Schwachstelle ist. Er rät jedem Internetnutzer, „sich Medienkompetenz anzueignen, zudem sollte sich jeder einmal fragen, was einem die eigene Sicherheit im Netz wert ist.“

Tipps für mehr IT-Sicherheit

 Niemals ohne Firewall mit dem Internet verbinden.
 Niemals als administrativer Benutzer im Internet surfen, sondern nur mit eingeschränkten Rechten.
 Keine vertraulichen Daten wie Passwörter, PIN, TAN und ähnliches weitergeben.
 Keine Zugänge ohne Passwort.
 Wahl eines sicheren Passworts.
 Keine Passwörter im Browser speichern.
 Antivirus-Software aktuell halten.
 Erst denken, dann klicken!
 Vorsicht ist der beste Schutz!

Autor:

Florian Boos aus Duisburg

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