Helios-Experte Dr. Seiffert verrät Tipps und Tricks zum Thema Asthma und Allergien bei Kindern und Jugendlichen beim WA-Gesundheitsdialog
„Die drei Dicken blockieren das Atmen“

An zahlreichen Ständen konnten sich die Teilnehmer nicht nur informieren, sondern auch testen.
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  • An zahlreichen Ständen konnten sich die Teilnehmer nicht nur informieren, sondern auch testen.
  • Foto: A.F. Becker
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Es ist ein warmer Mittwochabend, die Sonne strahlt durch die Atriumsfenster der Volksbank Rhein-Ruhr-Zentrale am Innenhafen. Trotz des guten Wetters sind rund 50 Personen zum Kooperations-Gesundheitsdialog zwischen dem Wochen-Anzeiger, der Volksbank Rhein-Ruhr und den Helios-Kliniken Duisburg erschienen.

Der Gesundheitsdialog sollte dieses Mal für Aufklärung über Asthma und Allergien im Kindes- und Jugendalter sorgen.

Nach der Begrüßung durch den Volksbank Rhein-Ruhr-Vorstandssprecher Thomas Diederichs, beleuchtete Dr. med. Peter Seiffert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Helios St. Johannes Klinik, den aktuellen Stand der Medizin und beantwortete generelle Fragen zu den Themen Diagnose, Therapie und Einfluss auf schulische und sportliche Leistungen sowie dem Vorbeugen von Allergiegefährdungen bei Kindern. „Ursachen für atopische Erkrankungen, also eine allergische Erkrankung mit einer Überempfindlichkeit auf ansonsten harmlose natürliche und künstliche Umweltstoffe, ist immer die Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren. Diese Faktoren kann man aber wie ein Puzzle individuell auf die eigenen Gegebenheiten anwenden und so herausfinden, ob das eigene Kind besonders gefährdet für eine Allergie ist“, so der Chefarzt.

Im Atrium selbst standen, neben Dr. Seiffert, den ganzen Abend mit Dr. Robert Schmitz, Silke Seiffert und Stephanie Nitzsche erfahrene Trainer der Asthmaschulung „Luftsprung“ der Helios St. Johannes Klinik zur Beantwortung individueller Fragen und Anliegen zur Verfügung. Sie informierten über Auslöser, Medikamente und deren Wirkungsweise, psychosoziale Aspekte, Sport, Entspannungsübungen, Notfallmanagement und weiteren Elemente für den Umgang mit der Erkrankung.
Auch Kindern standen Stände mit „Medizin zum Anfassen“ zur Verfügung, die sich unter Betreuung der „Geckos“, der ehrenamtlichen Helfern der Kinderklinik, dem Thema kindgerecht und mit verschiedenen Bastelutensilien näherten.

Alle, die nicht dabei sein konnten, können die wichtigsten Fragen und Antworten hier nachlesen.

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegenüber nicht schädlichen, aber körperfremden Substanzen aus der Umwelt.

Wie entsteht eine Allergie?
Zunächst gibt es einen Kontakt zu einem möglichen Allergen aus der Nahrung oder der Umwelt. Das Immunsystem prüft dann, um welche Art eines Allergens es sich handelt und stuft es entweder als harmlos oder als gefährlich ein. Ist es harmlos, entwickelt das Immunsystem eine Toleranz gegen das Allergen, der Mensch reagiert dann nicht empfindlich auf den Stoff. Hat das Immunsystem das Allergen als gefährlich eingestuft, bildet es Antikörper dagegen und sensibilisiert den Körper auf das Allergen. Kommt es zu einem wiederholten Kontakt mit dem Allergen, entwickelt der Körper eine Allergie gegen den bestimmten Stoff. Hierbei muss man auch beachten, dass eine Mischung aus Vererbung und Umweltfaktoren zur Entstehung einer Allergie beitragen.

Woran erkennt man eine Allergie?
Allergische Reaktionen sind unter anderem Neurodermitis, Heuschnupfen, allergisches Asthma und Nahrungsmittelallergien. Hierbei konnte man in Studien die Häufigkeit der verschiedenen allergischen Reaktionen bei Kindern und Jugendlichen einstufen. Junge Kinder leiden meist an Lebensmittelallergien und Neurodermitis, wo hingegen ältere Kinder und Jugendliche eher mit Asthma bronchiale und Heuschnupfen reagieren.

Was gilt es bei der Prävention einer Allergie zu beachten?

Wichtig ist die Förderung von Schutzfaktoren, am besten durch die Ernährung des Säuglings und der Mutter. Aber auch durch die Vermeidung von direktem Kontakt mit Umweltfaktoren, wie beispielsweise Tabakrauch und Luftschadstoffe. Die Mutter sollte während der Schwangerschaft und der Stillzeit eine möglichst ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung beachten und starkes Übergewicht vermeiden. Das Essen von Fisch wird ebenfalls empfohlen. Es gibt allerdings keine allgemeine Diät oder ein allgemeines Ernährungskonzept zur Allergieprävention. Anders sieht das bei der Ernährung der Säuglinge aus: Besteht ein erhöhtes Allergierisiko durch Vererbung, das heißt weisen beide Elternteile oder Geschwisterkinder eine oder mehrere Allergien vor, sollte der Säugling bis zum Beginn des fünften Lebensmonats gestillt werden. Falls dies nicht möglich ist, wird spezielle hypoallergene Nahrung empfohlen. Ob erhöhtes Allergierisiko oder nicht, es gilt immer noch „breast is best“. Bei der Vermeidung von Umweltfaktoren ist es wichtig zu verhindern, dass das Kind Zigarettenrauch und/oder Luftschadstoffen sowie schimmelpilzbefallenen Räumen ausgesetzt ist. Bei Kindern mit einem erhöhten Allergierisiko wird zudem empfohlen, keine Katzen als Haustiere zu halten.

Was ist Asthma?
Asthma ist eine Erkrankung in den kleinen Atemwegen und gilt als häufigste Erkrankung im Kindesalter, zirka zehn Prozent aller Kinder haben Asthma. Bei Asthmatikern sind „die drei Dicken“ – Muskelschicht, Schleimhaut und Schleim – verdickt. Die Luft bleibt quasi in der Lunge gefangen. Einatmen ist möglich, das Ausatmen gestaltet sich allerdings als schwierig.

Wie kann man Asthma feststellen?
Es gibt verschiedene Test, die man durchführen kann. Unter anderem einen Atemtest, bei dem die Lungenfunktion getestet wird – einmal im Ruhezustand, sowie nach einer Belastung, beispielsweise nach einem kurzen Lauf die Treppen herauf und herunter. Am Ende werden beide Werte miteinander und mit einem „Normalwert“ verglichen.

Wie kann man Asthma therapieren?

Neben der Vermeidung von Auslösern, wie beispielsweise Zigarettenrauch oder Tierhaare, helfen bestimmte atemerleichternden Stellungen und Medikamente. Bei den Medikamenten unterteilt man in „Schützer“ und „Helfer“. Die Schützer sind Dauermedikamente, die vorbeugend wirken. Die Helfer sind Notfallmedikamente, die sofort bei Atemnot helfen.

An zahlreichen Ständen konnten sich die Teilnehmer nicht nur informieren, sondern auch testen.
Dr. med. Peter Seiffert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Helios St. Johannes Klinik.

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