Streckensperrungen zwischen Duisburg und Essen - Die Leidenszeit der Bahnkunden geht nächstes Jahr in die Verlängerung

Der größte Teleskopkran Europas war bei der jetzt erfolgten Demontage der Mülheimer Thyssenbrücke im Einsatz. Die Brücke wird auch täglich von etlichen Duisburgern genutzt.
Foto: PR-Fotografie Köhring/SH
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Die zweite „Leidenszeit“ der Streckensperrungen zwischen Duisburg und Essen neigt sich für die Bahnreisenden dem Ende zu. Am Sonntag, 28. Oktober, soll wieder alles nach Plan laufen. Vor allem Berufspendler waren und sind betroffen. Eine neuerliche Vollsperrung an Europas meist befahrenem Streckenabschnitt in den kommenden Sommerferien steht aber bereits jetzt fest.

In den vergangenen Oster- und den jetzt laufenden Herbstferien war der Neubau der Thyssenbrücke zwischen Styrum und der Mülheimer Innenstadt der Grund für die Vollsperrung. Die Brücke wird auch von zahlreichen Duisburgern täglich genutzt. Schon lange stand fest, dass die 1910 errichtete alte Brücke den Anforderungen des heutigen Verkehrsaufkommens nicht standhalten würde. Konzipiert wurde sie ursprünglich für das Gewicht von Dampfwalzen. Dass in der heutigen Zeit 40-Tonner darüber fahren, konnte seinerzeit niemand ahnen.

Mülheimer Brücke wichtig für Duisburger

Kein Wunder, dass der Zahn der Zeit kontinuierlich an dem Bauwerk nagte. „Was wir aber im Zuge der Abrissarbeiten an Schäden festgestellt haben, hat unsere schlimmsten Erwartungen übertroffen“, erläutert Ralf Grunert, städtischer Projektleiter in Mülheim, gegenüber dem Wochen-Anzeiger.. An einigen Stellen war die Dicke der Stahlscheiben von 15 Millimeter auf knapp zwei Millimeter geschrumpft. Grunert: „Das Ausmaß der Zerstörung war gewaltig. Über kurz oder lang hätten wir die Brücke ohnehin komplett sperren müssen.“ Also hat sich die Stadt früh-, zumindest rechtzeitig, für den Bau einer neuen Brücke entschieden.

Und der hat halt einige Zeit in Anspruch genommen. In der letzten Woche gab es ein spektakuläres Schauspiel, das sich etliche Bürger unserer Stadt nicht entgehen ließen. Die Einzeltzeile der tonnenschweren alten Thyssenbrücke wurden Stück für Stück von Europas größtem Teleskopkran abgehoben, um sorgfältig auf und neben das Gleisbett der Deutschen Bahn gelegt zu werden. Funken flogen, roter Rauch stieg auf, als die letzten Eisenträger und Bogenteile auseinander getrennt wurden.

Die alte Brücke ist endgültig Geschichte. Die neue Brücke soll Ende November zunächst wieder von der Straßenbahn befahren werden. Der Autoverkehr wird dann „so schnell möglich“ folgen. Während der Arbeiten kam es in den Oster- und Herbstferien zu zwei jeweils zweiwöchigen Sperrungen der Bahnstrecke. Die Bahn hat ihrerseits die beiden Sperrzeiten intensiv genutzt, um auf dem gesperrten Streckenabschnitt Weichen- und Schienenerneuerungen vorzunehmen.

Deutsche Bahn führt Vorarbeiten aus

Zusätzlich wurden Vorarbeiten für den nächsten Bauabschnitt am Elektronischen Stellwerk Duisburg auf den Weg gebracht. Darüber hinaus hat man zeitgleich mit weiteren Vorbereitungsmaßnahmen an den Bahnbrücken über die Ruhr und den Schifffahrtskanal zwischen Duisburg und Mülheim begonnen. Dabei spielte die Suche nach Kampfmitteln eine große Rolle.

Auch wenn die Thyssenbrücke kein Grund mehr für eine Streckensperrung ist, gilt eine solche im kommenden Jahr als unausweichlich. Dann nämlich führt die Bahn selbst aufwändige Arbeiten durch. Dazu zählen, wie Reiner Krieger, Leiter des Bahn-Projektes, erläuterte, Gleiserneuerungen, neue Weichen und Oberleitungen sowie der Abriss und Neubau von Stellwerken in und um Duisburg. Für diese Maßnahmen, in die die Deutsche Bahn Netz AG über 10 Millionen Euro investiert, muss die Strecke erneut gesperrt werden.

Vollsperrung und Schienenersatzverkehr

In den gesamten Sommerferien 2019 wird es daher keine Zugverbindungen zwischen Duisburg und Essen geben. „Die früheren und derzeitigen Sperrungen haben aber gezeigt“, so Bahnsprecher Dirk Pohlmann, „dass wir das durch frühzeitige Information der Fahrgäste und benutzerfreundlichen Schienenersatzverkehr in den Griff bekommen.“ Und diese umfangreichen Informationen mit Angaben und Zeit zum Schienenersatzverkehr werden im Frühjahr des nächsten Jahres auf den Weg gebracht, um die erneute „Leidenszeit“ so erträglich wie möglich zu gestalten.

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