Über 20.000 Blattschneiderameisen haben sich bereits häuslich eingerichtet
Ameisen-Quartier ist fertig

 Zoodirektorin Astrid Stewin weiht die neue Anlage mit Sabine Lück (GEBAG) ein.
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  • Zoodirektorin Astrid Stewin weiht die neue Anlage mit Sabine Lück (GEBAG) ein.
  • Foto: Zoo Duisburg
  • hochgeladen von Marcel Faßbender

Der neu geschaffene Wohnraum für die Ameisengruppe erstreckt sich über zwei Etagen und gliedert sich dank der außergewöhnlichen Gestaltung nahtlos in die bestehende Landschaft der Tropenhalle Rio Negro ein.

Umgebaute Weinfässer sowie Holzkisten wurden in Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail in einzigartige Ameisen-Behausungen verwandelt. Durchsichtige Rohrleitungen verbinden die einzelnen Bestandteile des Ameisen-Quartiers miteinander und ermöglichen so faszinierende Einblicke in die Welt der kleinen Regenwaldbewohner. „Die GEBAG hat als kommunales Wohnungsunternehmen die Aufgabe, Wohnraum für Alle in Duisburg anzubieten. Daher war es uns eine besondere Freude, diesen ungewöhnlichen Neubau im Duisburger Zoo zu ermöglichen – und damit Wohnraum für die Allerkleinsten zu schaffen. Und den Ameisen bei ihrer Arbeit zuzusehen, ist wirklich spannend“, zeigt sich GEBAG-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer begeistert.
Eine Ameisenkolonie funktioniert wie eine eigenständige Kleinstadt. Die sozialen Tiere schaffen über ‚Straßen‘ stetig neues Futter herbei, verteidigen ihr Zuhause und haben sogar eigene Strategien zur Abfallentsorgung. Das Herzstück jeder Kolonie Blattschneiderameisen ist der Futterpilz, den die Insekten selber kultivieren. Im neu gebauten Ameisen-Quartier befindet sich dieser in einem besonders temperierten Raum im Erdgeschoss. „Blattschneiderameisen können keine Blätter als Nahrung nutzen. Sie füttern den Pilz mit Blattstückchen und ernähren sich wiederum von ihm. Damit dieser optimale Bedingungen zum Wachsen hat, wurde der Bereich mit spezieller Klimatechnik ausgerüstet“, erklären die verantwortlichen Tierpfleger.
Um das Futter für den Pilz herbei zu schaffen, wandern die Tiere durch das über 20 Meter lange Rohrsystem bis in das Obergeschoss. Hier finden die emsigen Insekten Blätter von Rosengewächsen und Liguster, schneiden kleinere Blattstückchen ab und tragen diese auf ihrem Rücken zurück ins Erdgeschoss. „Unser Ziel ist es, unseren Besuchern faszinierende Einblicke in die Lebenswelt unserer Tiere zu ermöglichen und auch für die Kleinsten zu begeistern. Dies ist uns mit der neuen Anlage. Ohne dem nachhaltige Engagement und die Partnerschaft zwischen GEBAG und Zoo wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, betont Zoodirektorin Astrid Stewin.
Das Duisburger Ameisen-Volk hat derzeit eine Größe von schätzungsweise 20.000 Individuen, ist drei Jahre alt und wurde dem Zoo von einem privaten Halter überlassen. Als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Corona-Pandemie können die neuen Zoobewohner noch nicht bestaunt werden, die Tropenhalle Rio Negro ist derzeit für die Besucher geschlossen.
Blattschneiderameisen leben ursprünglich in den Wäldern Süd- und Mittelamerikas. Die kleinen Insekten vollbringen wahre Meisterleistungen. Gemeinsam errichtet die Kolonie ein weit verzweigtes Wohnsystem im Waldboden: Eine unterirdische Stadt mit Kammern für die Ameisenbrut, für Pflanzenreste und Pilzgärten. Im Pilzgarten selber lebt die Königin, die täglich rund 25.000 Eier legt und damit die Grundlage zum stetigen Ausbau der Kolonie schafft.

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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