Duisburger bei einem der größten Metal-Festivals der Welt vertreten
Waaacken - die schweren Stunden „danach“!

Der Wochen-Anzeiger (Ferdi Seidelt links) schaute sich in Wacken um.
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  • Der Wochen-Anzeiger (Ferdi Seidelt links) schaute sich in Wacken um.
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Die Stille ist unheimlich, zumindest ungewohnt. Da muss jemand den Stecker gezogen haben. Ach nein, Hedi, Lemmy, „der Otto“, Nobbi, Loddar, Josch, Bongo, Ringo, Peng, „der stille Frank“ und und und haben die Haustüren in Neumühl, Wanheim, Baerl, Friemersheim, Bergheim, Rumeln und wer-weiß-wo hinter sich zugezogen. Schnell die Waschmaschine an, die Klamotten müffeln doch stark.

Dann kommen die Gedanken zurück. Fünf Tage Wacken! Hier stieg bis Sonntag das größte Metal-Festival weltweit. Auf dem „Holy Ground“ und auf der „Metal-Meile“ im 1.800-Seelen-Ort (!) Wacken tummelten sich um die 100.000 Menschen, entweder auf den Feldern als schwarz gekleidete Horde oder im Dorf als fein gedresste Zaungäste – mal gucken, was die Schmuddelkinder so machen! Erregend ist es, auf ein Foto zu kommen mit einem dieser Jungs, am besten mit Bart, Tätowierung, Kutte und einer Dose Bier inner Hand. So eine Trophäe flenst!
Die Sinnesorgane gehen in Wacken gerne durch die Schädeldecke. „Anthrax“ (faster), „Saxon“ (harder) und „Slayer“ (louder) liefern seit Jahrzehnten. Headbanging vom leitenden Angestellten, die Mitarbeiter sind ja nicht da. Dabei wäre auch für sie was im Line-up. Die Glam-Rocker von „The Sweet“ präsentieren den 45 Jahre alten „Ballroom Blitz“, yeah, yeah, yeah-yeah-yeah, and the man in the back said everyone attack... Die zeitgleich erfolgreichen „Uriah Heep“-Hardrocker überzeugen mit ihrem mehrstimmigen Wohlfühl-Gesang, die sensiblen Schwermetaller gieren nach „Lady In Black“ und „July Morning“. Für die Schnittmenge Country/Rock stehen „The BossHoss“ auf der Nebenbühne, „Santiano“ spielen ihre Schlager und Seemannslieder schneller, härter und lauter, passt schon!
Doch sind auch Duisburg und die Rhein-Ruhr-Region auf der Bühne oder wie auch immer vor Ort, außer die Wochen-Anzeiger-Berichterstatter natürlich? Sind sie! Bestens bekannt „Night In Gales“, deren Melodic-Death-Metal die Fans im History-Stage-Zelt rundum begeistert. Und „Blind Guardian“-Sänger Hansi Kürsch, seine Zweit-Band „Demons & Wizards“ kredenzt auf der Hauptbühne Power Metal pur und als Schmankerl das Beste von Guardian (Valhalla, And Then There Was Silence). Vor der Bühne steht als kundiger Zuhörer Gitarrist Josch Olschowski aus Rheinhausen – mit seinem Band-Projekt, bestehend aus Musikern von „Revenge“ (Bergheim) und „Last Rebel“ (Homberg), sorgt er in der Szene für Alarm.
Die Frage nach dem Wetter und dem sanitären Komfort! Gut, Schlamm ist mangels Regenmassen dieses Jahr eher selten, Unwetter-Warnungen legen das Festival zwar zweimal lahm, doch alle der 200 Bands kommen zu ihrem Spiel und die Fans zu ihrem Spaß. Mit großem Applaus wird bedacht der Hinweis von Wacken-Chef Thomas Jensen, dass eine Gebärdensprach-Dolmetscherin auf der Bühne steht und die Konzerte für Gehörlose übersetzt. Viele tausend Mealheads bedanken sich in flugs gelernter Gebärden-Sprache – eine der vielen emotionalen Momente im Wacken-Parallel-Universum.
Komfort? Nach wie vor ist auf den riesigen Feldern Improvisation angesagt. Wie durch ein Wunder gewinnt erneut die Rheinhauser Social-Club-Gruppe für die Festivalzeit zwei neue Dixi-Klos (direkt hinter dem Zelt). Natürlich ohne fließend Wasser. Das so alltägliche Nass gibt es im Künstler- und Medienbereich. Elektronische Toilettenspülung und so. Hier das Plastik-Abort, dort die edle Porzellanschüssel. Diese Zweiklassengesellschaft aber auch!
Ach ja, kaum ist der letzte Automat mit Socken und Unterwäsche auf der Leine, wird der Computer eingeschaltet. Bereits um Mitternacht startet der Vorverkauf. Zu den Early Birds zu gehören (dann gibt es ein T-Shirt gratis), ist eine Kunst. In den letzten Jahren war das Festival auch schon einmal nach 40 Stunden ausverkauft. Um 1.40 Uhr die WhatsApp an den Kumpel: „Läuft“.

Text und Fotos: Ferdi Seidelt

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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