Es reicht
Gewalt gegen Schiedsrichter - Es ist Zeit zum Handeln

Unser gemeinsames Statement gegen Gewalt gegen Schiedsrichter:

Im Zeichen des Boykotts der Berliner Schiedsrichter fand vom 25. bis 27. Oktober in München das 1. Treffer der Schiedsrichter-Obleute der Bundesligavereine statt.

Behandelt wurde natürlich neben vielen anderen Themen die immer stärker werdende Gewalt gegen Schiedsrichter. Die Berliner Schiedsrichter setzten an diesem Wochenende ein deutliches Zeichen, indem dort sämtliche rund 1.600 Spiele unterhalb der Oberliga abgesetzt wurden. Allein an dieser Zahl sieht man schon, welchen Beitrag zum Breitensport unsere ehrenamtlichen Kameraden Woche für Woche leisten.

Als Schiedsrichter-Obleute der Bundesligavereine solidarisieren wir uns ausdrücklich mit der Aktion unserer Berliner Kameradinnen und Kameraden.

Angesichts des gestrigen Vorfalls im Großraum Frankfurt, als ein junger Schiedsrichter von einem Spieler nach gelb-roter Karte so brutal mit einem Fausthieb ins Gesicht niedergestreckt wurde, dass er bewusstlos zusammenbrach und mit einem Rettungshubschrauber in die neurologische Klinik gebracht werden musste, ist für uns eine nicht mehr tolerierbare weitere Eskalationsstufe erreicht.

Alle gemeinsam, vom DFB über die Verbände, Kreise, Spieler und Schiedsrichter, müssen wir unver-züglich darüber nachdenken, wie wir diese Situation ändern können. Natürlich wird hier schon viel getan. Es gibt Konfliktgespräche mit Vereinen, als potentiell als gewaltgefährdet eingestufte Spiele werden unter besondere Beobachtung gestellt und vieles andere mehr. All diese Anstrengungen werden von uns ausdrücklich unterstützt. Doch offensichtlich reicht das nicht mehr aus.

Wir müssen über Regel- und Verhaltensänderungen nachdenken, die unsere Schiedsrichter ähnlich schützen, wie wir das von anderen Sportarten wie z.B. Rugby, Basketball oder Eishockey kennen.

Wir müssen darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, wenn jeder Profi unmittelbar nach Spielende seine Meinung zur Schiedsrichterleistung kundtut. Wir haben noch nie erlebt, daß ein Schiedsrichter nach dem Spiel mit der Presse über die Leistungen der Spieler spricht. Was hier vorgelebt wird, wirkt sich natürlich unmittelbar in den unteren Spielklassen aus. Hier glauben dann auch Spieler, Trainer und Zuschauer, die Leistungen der Schiedsrichter noch auf dem Platz lautstark kritisieren zu dürfen.

Vielleicht tut es dem Verhältnis Spieler / Trainer – Schiedsrichter gut, wenn alle am Spiel beteiligten Personen sich erst dann zur Leistung des Schiedsrichters äußern dürfen, wenn sie das Stadion verlassen haben. Bis dahin ist der Puls heruntergefahren, man hat die strittigen Szenen noch einmal in der Wiederholung gesehen und der Druck ist raus.

Die Einführung gelber und roter Karten für unbotmäßige Aktionen von den Spielerbänken aus wird von uns ausdrücklich als ein kleiner Schritt in die richtige Richtung begrüßt.

Schiedsrichter dürfen nicht mehr länger Freiwild für Spieler, Betreuer und Zuschauer sein. Wir müssen sofort handeln, bevor noch schlimmeres passiert.

Wir vertrauen fest darauf, daß die zuständigen Gremien bei Verbänden und Sportgerichten nun noch stärkere Anstrengungen unternehmen, um die Zahl der Gewaltvorfälle in unserem Sport nachhaltig zu reduzieren. Wo wir dies können, werden wir sie dabei gern unterstützen.

Autor:

Olaf Oberkalkofen aus Duisburg

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