Heute gilt‘s: Helft mit, MSV-Pokalgeschichte zu schreiben!

Der MSV Duisburg steht heute erstmalig nach seinem Lizenzentzug auf dem Sprung ins DFB-Pokal-Viertelfinale – ein Erfolg wäre ein sportlicher wie finanzieller Meilenstein. Hier der ultimative „Dabei sein!“-Aufruf an alle Un- und Spätentschlossenen.
 
Es kribbelt, überall, schon den ganzen Tag. Denn heute ist Pokal-Tag. Heute gilt’s!

Schon mit dem Sieg auf der Alm starteten bei mir Spannung und Vorfreude auf die nächste Runde, und spätestens mit der Auslosung drängte sich irgendwie nachhaltig ein „Cottbus“-Gefühl auf. Zwar geht’s noch nicht ums Finale, aber das heutige Spiel hat eine vergleichbare Wichtigkeit.

Denn es winkt nicht nur (nach wie vor) dringend benötigtes Geld, sondern auch eine positive Wendung einer bisher insgesamt wenig erbaulichen Saison. Und die Wertigkeit einer Viertelfinalteilnahme im DFB-Pokal – nur fünfeinhalb Jahre nach dem Lizenzentzug – kannste gar nicht hoch genug ansiedeln. Denn in unserer „Stunde Null“ mussten wir plötzlich in ganz anderen Kategorien denken.

Rückblick: Als im Sommer 2013 viele von uns mit dem Fahrrad zur ersten Runde des Niederrhein-Pokals nach Uerdingen aufbrechen, weiß niemand, wo (und wie lange) die neue Reise des MSV mittelfristig hingeht. Heute wissen wir: Sie geht weiter und sie geht vorwärts, wenn auch mühevoll. Doch wir haben JETZT die große Chance, der anstrengenden Stabilisierung eine wesentliche Säule hinzuzufügen.

Es winken Geldsegen und große Fußballbühne

Erkleckliche 1.328.000 Euro gibt es minimum für ein weiteres Weiterkommen. Mindestens genauso wichtig: Ein Viertelfinale bedeutete nach Jahren des Darbens endgültig die Rückkehr auf die große Fußballbühne. Dann ist man eine von nur noch acht Mannschaften, die um den Pott spielen – und die heißen nicht mehr (bei aller Wertschätzung) TSV Bockum, Jahn Hiesfeld oder SV Hönnepel-Niedermörmter.

Heute gilt’s! Der Pokal war in Duisburg immer schon zuständig für emotionale Farbtupfer im bisweilen zähen Liga-Alltag. Warum nicht auch heute? Es geht um nicht weniger, als um die nach dem Lizenzentzug historische Chance, richtig weit zu kommen. Denn wer weiß, wann wir in Zeiten immer weiter auseinanderklaffender Budgets so schnell wieder eine wirklich realistische Chance aufs Viertelfinale haben?

Zwei Gegner auf Augenhöhe, Heimspiel, Flutlicht, Alles oder Nichts! Wenn DAS nicht elektrisiert, was dann? Grippe, Schmuddelwetter, späte Stunde? Egal! Nichts hindert mich heute am Stadionbesuch.

Trier, Uerdingen, Köln – Pokaltradition, die heute noch kribbelt

Der DFB-Pokal ist übrigens genau dieser Wettbewerb, dessen Spiele ein Fan-Leben über Jahrzehnte hinweg speisen und auch durch lange dunkle Zeiten tragen. Und in dieser besonderen Pokal-Atmosphäre mit KO-Charakter wurde das Zebra regelmäßig, wie es Ennatz Dietz mal so schön beschrieb, zum „Hecht im Karpfenteich“.

Ich kenne kein Zebra, dem nicht schon bei der bloßen Erwähnung des Stichwortes „Trier“ die Borsten senkrecht stehen, oder das beim Gedanken an die Nachspielzeit gegen Cottbus nicht automatisch die Finger verkrampft.

Heute denke ich aber auch an die nicht mehr unter uns weilenden Zebras, die dicht am großen Wurf dran waren. An „Eia“ Krämer, dem als Final-Kapitän 1966 zwar reichlich lobende Worte, nicht aber der Pokal zuteil wurde. An „Tornado“ Tönnies, der 1991 die Zebras nicht nur in die erste Liga schoss, sondern auch ins Pokalhalbfinale, wo er dann aber das knappe Ausscheiden verletzungsbedingt als Zuschauer verfolgen musste.

Und ich denke an meinen lieben Opa Günther, der sich 1966 mit vier weiteren Zebras in einen kleinen Käfer quetschte und sich ohne Klima-Anlage und Schiebedach zum Finale nach Frankfurt schwitzte, um dort zwar den Pokalsieg knapp verpasst, aber hinterher doch keine Sekunde bereut zu haben.

Unvergessliche MSV-Spiele, emotionale Meilensteine

Ich denke ans Viertelfinale in der Grotenburg, quasi die Mutter aller Auswärts-Supports, wo der glatte 4:1-Sieg beim damals noch höherklassigen Bayer Uerdingen ziemlich genau das Kräfteverhältnis auf den Rängen widerspiegelte. Und ich denke an unsere bis heute jüngste Achtelfinalteilnahme, als gut 10.000 Zebras die Domstadt stürmten und unsere Truppe beim klassenhöheren FC Köln zum Viertelfinaleinzug peitschten. Der weitere Weg führte bekanntermaßen zum Ziel aller Pokalträume, nach Berlin.

Und heute ist wieder Achtelfinale. Heute gilt’s. Heute kann ein neues unvergessliches MSV-Pokal-Kapitel geschrieben werden. Wie wichtig die entsprechende Unterstützung für die Jungs auf dem Rasen ist – siehe oben. Wie wichtig es ist, „live“ dabei zu sein – nicht in Worte zu fassen.
Mithelfen, MSV-Geschichte zu schreiben!

Mich jedenfalls hat die Spannung längst fest im Griff. Und sie wird immer größer. Bis heute Abend, zum Anpfiff um 20.45 Uhr, im Wohnzimmer Wedau, zusammen mit allen anderen Blau-Weiß-Verrückten. Allein der Gedanke an unsere gestreifte Gemeinschaft, an diesen Zusammenhalt, er nimmt Nervosität, gibt Kraft, macht Mut. Das schafft kein Fernsehen, kein Live-Ticker, kein Verdrängen.

Das geht nur mit „dabei sein“, mitmachen, mithelfen, MSV-Geschichte zu schreiben. Heute können wir gemeinsamen einen legendären Zebra-Abend hinzufügen, und ein weiterer wäre damit gewiss.

Also Leute, runter vonne Couch, rein inne Wedau. Bis gleich. Heute gilt’s! Auf geht’s!

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