Angstfrei in Bus und Straßenbahn! Geht das?

Leider oft auch Tatort: die Straßenbahn. Foto: Hannes Kirchner
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Schüsse von außerhalb auf eine Straßenbahnlinie der DVG haben am Dienstagmorgen um 11.24 Uhr die Polizei auf den Plan gerufen. Die eintreffenden Polizisten entdeckten tatsächlich zwei kleine Löcher in der Bahn. Der Straßenbahnführer hatte in der Nähe Friedrich-Ebert-Straße/Bahnhofstraße zwei Jugendliche hinter Büschen im Bereich des dortigen VW-Händlers gesehen, die dann mit einer Sporttasche wegliefen. Einer soll mit einer blauen, der andere mit einer weißen Jacke bekleidet sein. Die Polizei hat eine Fahndung nach den Jugendlichen eingeleitet.

Am 16. Februar wurde ein 20-Jähriger Opfer von Schlägern in der Linie 901. Nur die gezogene Notbremse rettete ihn. Weitere Fälle wurden bekannt, in denen Fahrgäste – unter anderem ein Elfjähriger – von Jugendlichen bedroht worden sind. Einmal sogar mit einem Schraubendreher. Am Karnevalssonntag bezog sogar ein CDU-Bezirksvertreter Prügel, weil er Jugendliche in einem Bus ermahnte, die mit Filzstiften Scheiben und Sitze beschmierten. Kann man sich bei Bus- und Bahnfahrten noch sicher fühlen?

So mancher Fahrgast hat eine solch unangenehme Situation schon einmal erlebt: Gemütlich fährt man durch die Stadt, da steigen plötzlich an einer Haltstelle Jugendliche zu, die man wohl gemeinhin als „bildungsfern“ bezeichnen würde. Sie verhalten sich laut, reißen unangenehme Witze, auch über andere Fahrgäste. Und wenn man sich Ruhe ausbittet, wird man beschimpft oder bedroht. Ruhe kehrt erst ein, wenn die ungeliebten Fahrgäste aussteigen.
Manchmal kommt es – laut Augenzeugenberichten – vor, dass die Fahrzeugführer selbst beschimpft oder bedroht werden, nur weil sie um das Vorzeigen der Fahrkarte bitten.
Gefährlich wird es, wenn die vermeintlichen Gäste handgreiflich werden.
Deutschlandweit sind Fälle der Art wie vom 16. Februar in Duisburg (siehe unten) bekannt. Einige Übergriffe an Haltepunkten in Berlin und München endeten sogar tödlich für die Opfer.
In Duisburg ist es zum Glück bei Prügeleien geblieben. Auch am Karnevalssonntag, als es zum Zwischenfall im Bus der Linie 927 der Krefelder Verkehrsbetriebe kam. Der CDU-Bezirksvertreter hatte Jugendliche, die mit dicken Filzstiften den Bus beschmierten, aufgefordert, es sein zu lassen. Er meldete den Fall dem Busfahrer. Als er mit seiner Familie und Freunden den Bus verließ, schien die Sache erledigt, aber die jungen Leute reagierten über. Sie sprangen ebenfalls aus dem Bus und traktierten den Lokalpolitiker mit Schlägen und verletzten ihn leicht. Drei der Täter wurden später von der Polizei gestellt: Sie sind 16 und 17 Jahre alt.

Was kann man tun, um die Sicherheit aller Fahrgäste zu erhöhen? Muss man nun die Konsequenzen ziehen und härter durchgreifen? Brauchen wir jetzt durchtrainierte Sicherheitsbeamte in Bussen und Bahnen oder eine totale Kameraüberwachung?

Aus dem Polizeibericht
Am Mittwoch, 16. Februar, griffen mehrere unbekannte Jugendliche gegen 19 Uhr auf der Ruhrorter Straße einen 20-Jährigen in der Straßenbahnlinie 901 an. Sie schlugen auf das Opfer ein, bis ein Fahrgast die Notbremse der Straßenbahn zog. Als die Bahn hielt, flüchteten die Täter vom Verteiler Kaßlerfeld in Richtung eines nahegelegenen Parkplatzes. Dabei entwendeten sie eine Sporttasche der Marke Jako des leicht verletzten 20-Jährigen. Nach Angaben einer Zeugin (43) handelte es sich um sieben Täter, die zuvor an der Haltestelle Scholtenhofstraße in Laar eingestiegen waren. Sie sollen etwa 16 Jahre alt sein, hatten kurze, schwarze Haare und waren dunkel gekleidet. Die Polizei fragt: Wer kann Angaben zu diesem Vorfall oder zur Identität der unbekannten Jugendlichen machen? Kontakt: ' 0203/ 2800

Leider oft auch Tatort: die Straßenbahn. Foto: Hannes Kirchner
Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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