Emission impossible: Thyssenkrupp wird CO2-frei – Zukunftsmusik oder Utopie?

Das Technikum beim Richtfest am 8. September 2017. Man sieht die so genannte Elektrolysehalle.
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  • Das Technikum beim Richtfest am 8. September 2017. Man sieht die so genannte Elektrolysehalle.
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Dass jede Stadt ihren Beitrag für den Klimaschutz leisten kann, zeigt das Exkursionsprogramm der UN-Weltklimakonferenz in Bonn. Eine Exkursion am 16. November führt 35 Teilnehmende aus aller Herren Länder zu Thyssenkrupp, denn in Duisburg befindet sich derzeit eine Innovation im Bau.

"Carbon2Chem" ist das Zauberwort. Verwandelt werden soll Kohlenstoff in chemische Wertstoffe. Die neue Forschungseinrichtung ermöglicht thyssenkrupp, Hüttengase aus der Stahlproduktion (also auch CO2) als wertvolle Kohlenstoffquelle für chemische und andere Produkte nutzbar zu machen. Die Anteile der Hüttengase können zweitverwertet werden. Aus Stickstoff und Wasserstoff lässt sich Ammoniak herstellen, woraus Mineraldünger wird.
Kohlenstoff, also Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, sowie Wasserstoff sind die Grundlage für Methanol, mit dem beispielsweise auch Autos angetrieben werden können.
Zwar müssen zur Erzeugung auch andere Energien genutzt werden, hiefür soll aber vornehmlich Sonnenenergie verwandt werden - und auch nur dann, wenn insgesamt ein Stromüberschuss besteht, also an besonders sonnigen Tagen.

Hüttengas wird zweitverwertet

Wie ein Thyssenkrupp-Sprecher mitteilt, sind die Techniken bereits bekannt und sie funktionieren: "Allerdings nur im Dauerbetrieb, 24 Stunden gleicher Druck, gleiche Temperatur." Beim Abschalten gehen nämlich die Eisenoxide kaputt, die als Katalysatoren dienen. Aber nur, wenn sich die Anlage jeweils zu Stromüberschusszeiten ein- und ausschalten lässt, lasse sich nachhaltig damit arbeiten. "Wir müssen also neue Katalysatoren finden, die kann man auch finden, das ist kein Problem."
Ziel ist es, innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren industrietaugliche Verfahren zu entwickeln. Die Anlage sei "schon eine größere", mehr als nur ein Forschungsobjekt. Sie sei direkt an die Gasanlage des Werkes angeschlossen, so dass sich unter realen Bedingungen arbeiten lasse.

Teilnehmer aus den USA, China, Taiwan

Unter den Teilnehmenden sind Vertreter aus aller Welt, etwa aus Europa, den USA, aus Japan, China, Taiwan, Nigeria, Dominikanische Republik - Regierungsvertreter, Senatoren, Professoren, Wissenschaftler, Non-profit-Unternehmer und Journalisten. Eingeladen hatte das Bundesumweltministerium. "Wir freuen uns, dass unser Projekt so eine große Aufmerksamkeit gewonnen hat", erklärt der thyssenkrupp-Sprecher.
Das Technikum von thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg mit einer Nutzfläche von circa 2.600 Quadratmeter ist seit rund einem Jahr in Bau und soll 2018 fertiggestellt sein. 33,8 Millionen Euro investiert thyssenkrupp. Hinzu kommen rund zehn Millionen Euro aus der Fördersumme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für Ausstattung und Nutzung des Technikums.

Die Exkursion umfasst auch einen Besuch der thyssenkrupp-Hauptverwaltung in Essen und ist nur eine von 18 im Rahmen der Konferenz in Bonn. Unter anderem stellt Aachen elektrisch angetriebene StreetScooter für die Paketzustellung vor, in Düsseldorf sorgt das effizienteste und leistungsfähigste Gas-und-Dampf Kraftwerk "Fortuna" mit einem Gesamtnutzungsgrad von 85 Prozent für Aufsehen und in Jülich geht die Reise zur größten künstlichen Sonne der Welt - nur um noch einige Beispiele zu nennen.

Das gesamte Programm findet man unter www.energieagentur.nrw/klimaschutz/cop23-nrw.

Das Technikum beim Richtfest am 8. September 2017. Man sieht die so genannte Elektrolysehalle.
In 15 Jahren emissionsfrei? Stahlwerk-Kulisse in Duisburg am Rhein.
Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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