Nächstenliebe und ein respektvolles Miteinander: 70 Jahre Ev. Christophoruswerk – eine bewegende Festwoche im Rückblick

Beim offiziellen Festakt nahmen Duisburgs Sozialdezernent Thomas Krützberg, Christophoruswerk-Vorstand Ulrich Christofczik und NRW-Sozialminister Karl-Josef an einer Podiumsdiskussion teil, die von den Begriffen Verantwortung und Nächstenliebe geprägt war.
Fotos: Ev. Christophoruswerk
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Das Evangelische Christophoruswerk feierte eine ganze Woche lang, wie der Wochen-Anzeiger im Vorfeld berichtete, sein 70jähriges Bestehen. Was 1948 in einer ehemaligen Wehrmachtsbaracke unter ärmlichsten Bedingungen begann, ist heute ein imposantes Sozialunternehmen der Altenpflege mit zusätzlichen Spezialangeboten in den Bereichen Junge Pflege, Demenz, Sucht, Psychische Veränderungen, Gehörlosen- und Blindenpflege.

Die drei Demenzcafés des Werkes waren im Jahr 2000 die ersten ihrer Art in Duisburg und die Seniorenberatungsstellen des Werkes waren vor 26 Jahren die konzeptionellen Vorläufer für die städtisch geförderten BBZs. So hat das Christophoruswerk so manches auf den Weg gebracht, was in der Festwoche rückblickend gewürdigt wurde. Zugleich gab es eine Bestandsaufnahme der Gegenwart und Antworten auf Fragen der Zukunft.

Auftakt der Festwoche war ein Dankgottesdienst im Jochen Klepper Saal mit dem Thema „Auf gutem Grund“, der die Wurzeln, die christlichen Werte und somit die Basis allen Tuns und Lassens im Ev. Christophoruswerk verdeutlichte: Nächstenliebe, Respekt, Achtung der individuellen Würde, ein achtsames Miteinander. Die Predigt hielt Superintendent Armin Schneider.

Dankgottesdienst mit vielen Beteiligten

Für den Gottesdienst war ein Projektchor gegründet worden, der den Querschnitt der im Christophoruswerk lebenden und arbeitenden Menschen widerspiegelte: Bewohner (mit und ohne Rollstuhl und Rollator), Mitarbeiter aus Pflege, Sozialem Dienst, Einrichtungsleitung, Sozialstationen und Verwaltung, Mieter, Mitarbeitervertretung (MAV), Ehrenamtliche, Ehemalige.

Vertreter der Stadt war Bürgermeister Volker Mosblech, der in seinem Grußwort den Beitrag des Christophoruswerkes für die Stadtgesellschaft würdigte, die über die Jahrzehnte wahrgenommene Verantwortung für Menschen jedweder Herkunft und sozialer Situation, die konzeptionelle Entwicklung und oftmals inhaltliche Vorreiterrolle des Werkes. Im Anschluss an den Gottesdienst fand das große Herbstfest rund um die Glockenwiese statt. Ein buntes Treiben mit kulinarischen Schmankerln, schönen Verkaufs- und Informationsständen sowie einem abwechslungsreichen Musik- und Unterhaltungsprogramm sorgten für fröhliche Stimmung und ein wohltuendes Miteinander.

Offizieller Festakt mit NRW-Minister Laumann

Zum offiziellen Festakt hatte sich wenige Tage später NRW-Arbeits-, Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann angesagt. In einer einnehmenden und bewegenden Festreden traf er den Nerv der vielen Gäste und Bewohner. Die Begriff Verantwortung, Herz, Verstand und Nächstenliebe prägten seine Rede. Das war auch das Credo in den Glückwünschen der Stadt Duisburg, die von Sozialdezernent Thomas Krützberg überbracht wurden. Beide waren zusammen mit Christophoruswerk-Vorstand Ulrich Christofczik Teilnehmer der sich an den Festvortrag anschließenden Podiumsdiskussion. Landespolitik traf auf Praxisrealität und kommunale Bedingungen, was zu einer spannenden, offenen und direkten Diskussion führte. In aller Deutlichkeit erklärte der Minister die Aufgabe des Vorrangs von ambulanter vor stationärer Pflege.

Der Minister vertrat damit deutlich die seit Jahren auch auf Bundesebene vertretene Position von Vorstand Christofczik, dem die gleichberechtigte Bandbreite der pflegerischen Angebote wichtig ist: „Nichts ist besser oder schlechter. Wichtig ist, das jeder Hilfesuchende in jeder Lebenslage die für ihn passende Unterstützung bekommen kann und da ist dann auch ein Gelände wie das Christophorus Quartier mit seiner dörflichen Struktur ein zeitgemäßer und lebenswerter Baustein.“ Der Minister formulierte das plakativ wie persönlich so: „Abgeschoben ist man nicht, wenn man in eine Pflegeeinrichtung kommt, abgeschoben ist man erst dann, wenn man dort nicht mehr besucht wird.“

Friedensglocke sorgte für Gänsehautmoment

Zur Mitte der Festwoche und in der Mitte des Christophorus Quartiers in Meiderich an der Glockenwiese setzte das Evangelische Christophoruswerk mit seinem Friedensgebet noch einmal einen geistlichen Impuls. Thematisch in Texten und Liedern spannte sich der Bogen vom Frieden mit dem Nächsten bis hin zum Frieden in der Welt, also von sehr persönlich bis global. Gerade in der stillen Friedensminute, als die große Glocke im Zentrum des Quartiers erklang und jeder seinen persönlichen Gedanken nachging, war eine innere Verbundenheit aller zu fühlen, ein echter Gänsehautmoment.

Ein Benefizkonzert für das Christophoruswerk und das Duisburger Frauenhaus setzte den Festreigen fort. Musikalisch war der Abend eine Hommage an Ella Fitzgerald, inhaltlich wurde er geprägt durch Karin Bartl, Leiterin des Frauenhauses Duisburg, und Christina Lecke, Vorsitzende der Christophorus Stiftung.

Die Festwoche schließlich endete mit einem großen Mitarbeiterfest im Landschaftspark Nord. Es war ein Dankeschön an diejenigen, die mit großem Engagement ihren täglichen Dienst am Menschen in der „Jubiläums-Einrichtung“ tun.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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