Die Arbeit von „Runder Tisch Marxloh e.V.“ und Bürgerforum ist nicht einfacher geworden
„Ein ständiges Wechselbad der Gefühle“

Der Runde Tisch Marxloh e.V. hat schon viele Projekte auf den Weg gebracht, die nachhaltig zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil beigetragen hat. Das Foto entstand bei der Übergabe des beliebten Inklusions-Spielplatzes. Jetzt drücken der Verein große Existenzsorgen.
Foto: Reiner Terhorst
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Der Bundespräsident war da, die Bundeskanzlerin gab sich die Ehre, etliche Bundes- und Landesministerinnen und -minister besuchten Marxloh zu unterschiedlichen Anlässen. „Randerscheinung“: Die Straßen waren noch nie so sauber wie bei „Staatsbesuchen“. Keine Randerscheinung, sondern „Dauerbrenner“ sind hingegen die vielen Aktivitäten der hier tätigen Organisationen, Menschen und Vereine.

Zu denen zählt zweifelsohne der Runde Tisch Marxloh e.V., der nahezu unermüdlich mit Aktionen, Ideen und konkreten Maßnahmen dazu beiträgt, das Leben und das Miteinander im Stadtteil aufrecht zu erhalten und zu fördern. Vorsitzender Thomas Mielke und die weiteren Aktivposten durchleben jedoch fast täglich ein Wechselbad der Gefühle. Die Arbeit des Vereins ist in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade einfacher geworden, stellt er sachlich fest.

„Wir geben nicht auf“

„Durch den Wegfall der von uns gegründeten Soziale Dienste gGmbH sind uns im Verein nicht nur die Arbeitsplätze genommen worden, sondern auch die Grundlage, unsere Fixkosten zu bestreiten“, sagt der Herzens-Marxloher. „Dies gefährdet unsere über viele Jahre aufgebaute Stadttteilarbeit und auch alle Projekte, die wir mit viel Liebe zum Detail gestalten“, ergänzt er und hofft, dass durch erhöhtes Spendenaufkommen ein Teil der anfallenden Kosten bestritten werden kann.

Zudem wurde und wird die ohnehin breitgefächerte ehrenamtliche Arbeit noch verstärkt. „Wir geben nicht auf“, sagen die Stadtteil-Aktivisten. Mielke verweist auf frühere Projekte und hat zudem die künftige Arbeit vor Augen. Er nennt den Quartierservice „Kampf gegen den Müll“, die Nachbarschaftshilfe und das Bürgerforum, die „Musik für Kinder“ mit dem Inklusions-Trommeln und den Kinderzirkus mit Kinderliedermacher Buddy Ollie.

Ein inklusiver Kochkurs stellt sich gerade wegen der Coronakrise um und trifft sich zu alternativen Angeboten. Auch der beliebte Tanzkurs mit Tanzlehrer Khalid Bourhazi formiert sich neu. Und das neue Marxloh-Magazin „I am Marxloh“ ist druckfertig. Ideen und Zukunftspläne habe man jede Menge, betont Thomas Mielke. Stets aktuell wird über den Stand der Dinge, aber auch über die Möglichkeiten, den Verein und die Stadtteilarbeit durch Spenden zu unterstützen, auf der Facebook-Seite „Rundertischmarxloh“ berichtet.

„Wir machen keine Pause“

Ein wichtiger Faktor im „Runder-Tisch-Gefüge“ ist nach wie vor das Bürgerforum, auch wenn dessen Aktivitäten wegen Corona sich von der Straße ins Homeoffice verlagert hat. „Aber Pause machen wir keine“, sagt Mario Gröbner. Seit 2016 arbeitet er aktiv im Bürgerforum mit, und seit 2019 ist er gewählter Sprecher des Bürgerforums. Gröbner hat die Sprecher-Funktion etwa ein halbes Jahr vor der Corona-Pandemie übernommen. Da wurden mit ehrenamtlicher Unterstützung von Barbara Gröbner und Günter Knüfermann Bürgerbefragungen im Herzen Marxlohs durchgeführt, unterstützt durch die Bürgerarbeit das Marxloh-Centers durch die Bereitstellung von Standflächen sowie dem Heinze-Shop mit praktischer Hilfe vor Ort.

Noch bevor die Ergebnisse repräsentativ wurden, musste die Arbeit allerdings aufgrund der Pandemie online fortgesetzt werden. Nun wurden die sozialen Netzwerke verstärkt genutzt, um genau die Themen zu suchen, zu finden und zu bewerten, die die Bürger beschäftigen. „Die Themen scheinen unverändert, allerdings sind die Prioritäten verschoben. Meistens geht es um Folgen von Zuwanderung, um erhötes Aufkommen wilder Müllkippen, um Stadtteilentwicklung und Infrastruktur sowie um die Lebensqualität im Stadtteil allgemein“, berichtet der Bürgerforum-Sprecher aus seinen Homeoffice-Erfahrtungen.

Gröbner weiter: „Oft sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die bemängelt werden. Mal fehlt es an einer öffentlichen Toilette, ein anderes Mal an Bänken auf der Wolfsbahntrasse. Barrierefreiheit sowie die Beleuchtung im Schwelgernpark waren ebenfalls Bürgerhinweise. Größere Sorgen scheinen nicht vorhandene KiTa-Plätze oder auch Schulen zu sein, in denen dringender Sanierungsbedarf herrscht. Eines der aktuellsten Themen ist die Nachhaltigkeit neu erbauter Flächen wie Spielplätze oder kleinere Plätze, die als Treffpunkt dienen könnten.“

„Die Stimmung ist kritisch“

Thomas Mielke zu den bisherigen Befragungen: „Viele Bürger bemerken, dass einiges getan wird, vermissen aber Ergebnisse, die sie wirklich spüren können. Fragen wurden laut, wo und was genau in Marxloh investiert wird und welche Fördergelder von welchen Institutionen abgerufen wurden und wofür sie schließlioch eingesetzt wurden.“ Die Stimmung sei durchaus kritisch, aber nicht durchweg negativ, stellt er fest.. So werde Marxloh trotz aller Probleme Heimat genannt und die Arbeit vieler Akteure gelobt. „Der Stadtteil ist in Bewegung, und das muss er auch bleiben“, so Mielke. Man dürfe allerdings nicht die Augen davor verschließen, dass es viele Baustellen gibt.

Aktuell stellt das Bürgerforum einen Fragenkatalog zusammen, den es den jeweils zuständigen Behörden, Institutionen und der Politik zukommen lassen wird. Daraus, so Mielke und Gröbner, werde sicher eine umfangreiche „To-Do-Liste“ entstehen, die der Reihe nach abgearbeitet werden soll und muss. Wer Anregungen oder Fragen an das Bürgerforum, kann diese direkt an buergerforum-marxloh@web.de mailen.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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