Ordentlich was los im Vier-Sterne-Insektenhotel: Beim ASV „Gut Biss“ Rumeln-Kaldenhausen wird Naturschutz großgeschrieben

Torsten Kolditz (links) und Jürgen Friedrich stehen für Naturschutz pur beim ASV "Gut Biss" Rumeln-Kaldenhausen. Egal, ob es - wie hier im Bild - um ein Insektenhotel geht oder um schwimmende Laich-Hilfen, der ASV ist aktiv.
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  • Torsten Kolditz (links) und Jürgen Friedrich stehen für Naturschutz pur beim ASV "Gut Biss" Rumeln-Kaldenhausen. Egal, ob es - wie hier im Bild - um ein Insektenhotel geht oder um schwimmende Laich-Hilfen, der ASV ist aktiv.
  • Foto: Ferdi Seidelt
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Die „Herberge am Mühlenbergsee“ in Rumeln. In dem Hotel geht es zu wie in einem gut besuchten Freizeitpark. Immer ist was los. Hier stellt eine flotte Wildbiene ihren Koffer ab, Vorfreude aufs trockene Altholz, ein Bohrloch lockt als Loggia.

Wenig später checken ein sexy Marienkäfer und eine betagte Florfliege ein, ihre Zimmer sind Zapfen, von denen sich die Kiefer, so will es der Zyklus, beizeiten getrennt hat. Doch es wird nicht gefaulenzt, sondern gearbeitet. Die Wildbiene legt munter ihre Eier ab und verschließt das Loch mit Sekret. Ihr Terminkalender: Im Frühling schlüpfen die Kleinen und knabbern sich in die Freiheit. Der Marienkäfer hat andere Dinge im Sinn. Er ist staatlich geprüfter Schädlingsbekämpfer und kloppt jede Menge Blattläuse und Spinnmilben in sich hinein. Zunft-Kollege Florfliege wiederum gilt als wahrer Blattlaus-Löwe!

Das Vier-Sterne-Insektenhotel schauen sich im LK-Interview an Jürgen Friedrich, Vorsitzender des Angelsportvereins „Gut Biss“ Rumeln-Kaldenhausen, und sein Gewässerwart Torsten Kolditz. Die versierten Naturfreunde sind momentan aber besonders stolz auf ihre Jugendlichen um Aktivposten Tim Frommann. Zusammen mit Jugendwart Jan Oltmann und den Gewässerwarten Markus Schmidt und Kolditz haben sie nicht nur die monströse Insektenherberge geschaffen, sondern zudem für wertvolle Laich-Hilfen gesorgt. Das gelang den Angel-Junioren dermaßen überzeugend, dass ihnen bei ihrer ersten Teilnahme am Naturschutzwettbewerb 2018 des Rheinischen Fischereiverbandes der erste Platz und ein kleiner Geldpreis zuerkannt wurden. Belobigt wurde das „besondere Engagement im Naturschutz am Gewässer“.

Sexy Marienkäfer und betagte Florfliege

So sorgen schwimmende Laich-Hilfen dafür, dass sich Weißfische wie Aland, Rotauge oder Rotfeder wieder vermehrt natürlich reproduzieren können. In Baggerseen herrscht immer das selbe Problem: Es gibt zu wenig Laichplätze für Weißfische und Karpfen. Laich-Hilfen, das sind schwimmende Hohlrohrrahmen mit integrierten „Laich-Bürsten“, simulieren von den Fischen gern angenommene Lebensräume. Um Vögeln und insbesondere den Kormoranen den Spaß an leichter Beute im Flossenträger-Kreißsaal zu verderben, wurde ein grobmaschiges Netz über die geburtshilfliche Station gespannt.
Was der Berichterstatter einmal mehr versteht: Es gibt immer noch falsche Vorstellungen von der Angelei! Das Gros der Petrijünger geht zur Erholung an den See. Dabei ist der Fischfang oft Nebensache, es ist die Freude an der Natur. Und die hat auch die „Gut Biss“-Fischerjugend angesteckt!

Bemerkenswertes Engagement 

Indes: Das bemerkenswerte Engagement der Mühlenberg-Kids ist nicht unbedingt was Neues im Verein. Seit Jahr und Tag hängen die Angler Fledermauskästen und Nisthilfen für Meise, Baumläufer & Co. auf. Oder sie mühen sich um die rare Kreuzkröte - ziemlich hässlich, wiewohl eine streng zu schützende Spezies. Besonders liegt den Anglern der an ihrem See heimisch gewordene Eisvogel am Herzen. Dafür hat der ASV extra ein Steilufer geschaffen, in das der Vogel eine 40 bis 80 Zentimeter lange Höhle gräbt. Hier herrscht absolutes Angelverbot, mehr noch: Die Angler halten den Standort geheim, denn schon nach einer dreistündigen Störung durch Menschen kann die Brut verloren gehen, da sich der Altvogel längere Zeit nicht mehr in sein Eigenheim traut. Kommando Secret Service also! Denn auch der Eisvogel ist eine in Deutschland streng geschützte Art. Kolditz stolz: „Wir haben schon etliche Bruten mit je acht Jungvögeln erleben dürfen.“

Mithin ist der ASV "Gut Biss" Rumeln-Kaldenhausen ein prächtiges Beispiel für einen Fauna und Flora pflegenden und stets um das Wohl ihrer Klientel besorgten Verein! Das hat ihnen der Fischereiverband jetzt schwarz-auf-weiß beurkundet - fürs Klubhaus und als Anerkennung.

Text: Ferdi Seidelt

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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