Ehrenamtliche Begleitung am Lebensende hat eine große Bedeutung
Respekt und Achtung: „Das kannst Du?“

Ohne den großen Einsatz der Ehrenamtlichen läuft es auch bei der Hamborner Hospizbewegung nicht. Jetzt starten nach einem intensiven Vorbereitungskurs sechs Damen ihre wichtige Tätigkeit. Auf dem Foto von links nach rechts: Antje Schröder, Claudia Heek, Patricia Stasiak, Koordinatorin Anita Scholten, Margret Schäfer, Monika Schuhmacher, Hatice Karakaya, Kursleiterin Andrea Braun-Falco.
Fotos: Hospizbewegung Hamborn
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  • Ohne den großen Einsatz der Ehrenamtlichen läuft es auch bei der Hamborner Hospizbewegung nicht. Jetzt starten nach einem intensiven Vorbereitungskurs sechs Damen ihre wichtige Tätigkeit. Auf dem Foto von links nach rechts: Antje Schröder, Claudia Heek, Patricia Stasiak, Koordinatorin Anita Scholten, Margret Schäfer, Monika Schuhmacher, Hatice Karakaya, Kursleiterin Andrea Braun-Falco.
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Der Sport, das Soziale, der Karneval, die Kirchen und auch die Politik wären ohne das ehreamtliche Engagement vieler Menschen nicht das, was sie sind und für die Gesellschaft und das Miteinander bedeuten. Das weiß auch Andrea Braun-Falco, Geschäftsführerin der Hospizbewegung Duisburg-Hamborn e.V., aus langjähriger Erfahrung.

Gerade die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit haben sich ein Betätigkeitsfeld „ausgesucht“, das nicht selten an die eigene Substanz und zu Herzen geht. „Das kannst Du?“ Diese Frage hören fast alle Ehrenamtlichen, die sich in der Hospizbewegung Hamborn engagieren und Menschen am Lebensende und auch deren Angehörige begleiten. „Und die Fragenden hören dann zu ihrer Überraschung, dass die Ehrenamtlichen diese Aufgabe als ausgesprochen bereichernd erleben, und dass ihnen all' ihre vielleicht vorhandenen Unsicherheiten in einem Vorbereitungskurs genommen wurden“, berichtet Braun-Falco, die schon zahlreiche solcher Kurse geleitet hat.

Zusammengewachsen

Ende des vergangenen Jahres hatten sich sechs Frauen entschieden, sich für die ehrenamtliche Begleitung am Lebensende vorzubereiten. Jetzt, nach mehr als 130 Stunden gemeinsamer Kursarbeit, starten sie „ganz offiziell“ in die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Hospizbewegung. Mit viel Interesse und Engagement verbrachten die Frauen ihre gemeinsame Kurszeit und das Auseinandersetzen mit den verschiedenen Themen rund um Sterben, Tod und Trauer ließ sie fest zusammenwachsen.

Bei aller Ernsthaftigkeit gab es viel Platz für gemeinsame Freude, Humor und Besinnlichkeit. Die sechs Frauen fühlen sich für die häusliche Begleitung sicher und gestärkt. Braun-Falco: „Sie können allen, die bisher Zweifel hatten, ob der Umgang mit Sterben und der Trauer nicht zu belastend wäre, empfehlen, ebenso einen Vorbereitungskurs zu machen.“

Lebensbegleitung

Es geht immer um Lebensbegleitung bis zum Schluss, um „Da-Sein“, um Zuhören, dem Erkrankten ebenso wie seinen Angehörigen, und es geht darum, etwas von seiner Zeit zu verschenken und sie zu teilen. Und bei allem diesen werden die Ehrenamtlichen nicht alleine gelassen. Im Hintergrund sind die hauptamtlichen Koordinatorinnen immer erreichbar. Regelmäßige Treffen, Supervisionen und Möglichkeiten zu weiteren Gesprächen geben zusätzliche Sicherheit.

Ein nächster Vorbereitungskurs bei der Hospizbewegung Duisburg-Hamborn e.V. ist bereits geplant. Er wird im Herbst beginnen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu einem unverbindlichen Informationsabend am Mittwoch 24. Juli, 19 Uhr, In den Räumen der Hospizbewegung an der Taubenstraße 12 in Hamborn. Informationen zur ehrenamtlichen Mitarbeit und zum Vorbereitungskurs gibt es aber auch vorab unter Tel. 0203 / 556074.

Koma und Demenz

„Wir gehen mit unserer Arbeit ganz bewusst stets in Öffentickkeit“, sagt auch Gerhard Kölven, ehrenamtlicher Vorsitzender der Hamborner Hospizbewegung. Schließlich gehe es auch darum, das Tabuthema Tod und Sterben zu „enttabuisieren“. Einen Beitrag dazu leisten auch die regelmäßigen Hamborner Hospizgespräche, die nicht selten auf großes Interesse stoßen.
Beim jüngsten, mittlerweile 34. Hospizgespräch, war der Diplom-Psychologe Peter Ammann, Leiter des Instituts für Prozessarbeit in Deutschland zu Gast. Über 70 Interessierte hörten gespannt seine Ausführungen zum „Wie erreiche ich Dich?“. Diese Frage bezog sich auf die Begleitung von Menschen in scheinbar stark reduzierten Bewusstseinszuständen wie dem Koma, der Demenz oder dem Sterbeprozess.

Schnell wurde den Besuchern deutlich, dass diese Bewusstseinszustände tiefe innerer Prozesse sind und dass das Problem die Betroffenen nicht ansprechen zu können, ein Problem der Begleitenden ist, und nicht beim Betroffenen liegt. Jeder Mensch gibt minimale Zeichen nonverbaler Kommunikation, beispielsweise durch seine Atmung, kleinste Regungen oder Töne. Die gilt es wahrnehmend zu beobachten und auf jedes kleinste Feedback des Betroffenen zu achten. In leiser Atmosphäre entsteht auf diese Weise ein dichter Raum zwischen dem zu Begleitenden und dem Begleiter, der es ermöglicht, tiefer in die Kommunikation einzudringen und mehr von diesem Menschen zu erfahren, als man es vorher für möglich gehalten hätte.

Berührender Abend

Peter Ammann gestaltete einen berührenden Abend und zeigte nicht zuletzt auf, dass bereits durch die Begegnung zweier Menschen in einem Raum selbst Kommunikation entsteht. Braun-Falco und Kölven waren von der Resonanz der Teilnehmer sehr beedurckt. Klar, dass die Reihe der Hamborner Hosizgespräche fortgesetzt wird.

Ohne den großen Einsatz der Ehrenamtlichen läuft es auch bei der Hamborner Hospizbewegung nicht. Jetzt starten nach einem intensiven Vorbereitungskurs sechs Damen ihre wichtige Tätigkeit. Auf dem Foto von links nach rechts: Antje Schröder, Claudia Heek, Patricia Stasiak, Koordinatorin Anita Scholten, Margret Schäfer, Monika Schuhmacher, Hatice Karakaya, Kursleiterin Andrea Braun-Falco.
Fotos: Hospizbewegung Hamborn
Referent Peter Ammann, hier mit Geschäftsführerin Andrea Braun-Falco, gestaltete das 34. Hamborner Hospizgespräch mit vielen Informationen und berührenden Tatsachenberichten.
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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