Ab morgen – mitten im Bau-Boom: „Beton-Warnstreiks“ in Norddeutschland

Carsten Burckhardt, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
  • Carsten Burckhardt, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
  • Foto: IG BAU Alexander Paul Englert
  • hochgeladen von Theodor Groesdonk

Beim Baustoff Beton droht ein Engpass: Bei Beton und Betonfertigteilen wird es in den nächsten Wochen in Norddeutschland zu Produktionsausfällen kommen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Grund dafür sei ein sich zuspitzender Tarifkonflikt in der Baustoffindustrie. Bereits ab morgen (19. November) werde es Warnstreiks in der norddeutschen Beton- und Fertigteilindustrie sowie im Betonstein-Handwerk geben.

Zum Auftakt werden sich die Arbeitsniederlegungen in dieser Woche auf Niedersachsen konzentrieren, kündigt die Bau-Gewerkschaft an. Danach will die IG BAU die Warnstreiks auch auf Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen ausweiten. Sie will damit den Druck auf die Lohn-Tarifverhandlungen für die mehr als 3.700 Beschäftigten der Betonwerke im Norden erhöhen.

Die IG BAU fordert in der aktuellen Tarifrunde 6,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Davon sollen auch die Azubis profitieren. Für sie muss es darüber hinaus endlich auch eine Garantie geben, dass sie weiterbeschäftigt werden, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben und im Ausbildungsbetrieb bleiben möchten“, sagt Carsten Burckhardt, der im Bundesvorstand der IG BAU für den Baustoffsektor zuständig ist.

Die IG BAU fordert zudem eine höhere Jahres-Sondervergütung: „Für die Beschäftigten hat es in den letzten 14 Jahren keinen einzigen Euro mehr beim Jahres-Bonus gegeben. Das muss sich jetzt dringend ändern“, so Burckhardt. Die Arbeitgeber hätten „die Zeichen der Zeit schon verstanden“ und nun erstmals angeboten, die Extra-Zahlung zum Jahresende um 50 Euro erhöhen zu wollen. „Das ist allerdings – genauso wie das bisherige Lohnangebot der Arbeitgeber von nur 2,4 Prozent – zu wenig. Der Bau boomt – und damit auch der Absatz beim Baustoff Beton. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind randvoll. Es wird höchste Zeit, dass die Beschäftigten davon mehr abbekommen. Schon seit Juli warten sie darauf“, so Carsten Burckhardt.

Die IG BAU und der Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord (VBF) treffen sich am 5. Dezember erneut zur dann bereits dritten Verhandlungsrunde. Bis dahin werde die IG BAU „die Branche durch eine intensive Warnstreikphase von der Ernsthaftigkeit ihrer Forderung überzeugen“. Das Produktspektrum, das die norddeutsche Beton- und Fertigteilindustrie gemeinsam mit dem Betonstein-Handwerk abdeckt, ist breit: Es reicht vom Transportbeton im Mischer über Porenbetonsteine, Betonrohre und -pflastersteine bis zu Betonfertigteilen wie Treppen oder Balkone.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt

Autor:

Theodor Groesdonk aus Duisburg

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