Umfrage-Ergebnis der Niederrheinischen IHK
Digitale Kompetenz und schnellere Netze gefragter denn je

Von Politik und Verwaltung erwarten die Unternehmen eine schnellere Digitalisierung ihrer Verfahren und Prozesse. 45 Prozent fordern, dass in der Bildung mehr digitale Kompetenz vermittelt wird.  | Foto: IHK/ Michael Neuhaus
  • Von Politik und Verwaltung erwarten die Unternehmen eine schnellere Digitalisierung ihrer Verfahren und Prozesse. 45 Prozent fordern, dass in der Bildung mehr digitale Kompetenz vermittelt wird.
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Von Breitband bis Cloud: Wie bewerten Unternehmen vom Niederrhein die Digitalisierung? Rund 100 Unternehmen haben der Niederrheinischen IHK ihre Einschätzung dazu gegeben. „Die Digitalisierungswelle wird 2021 weiter an Kraft gewinnen. Viele Unternehmen haben in der Corona-Krise sehr schnell neue Programme und Technologien eingeführt. Die meisten davon beginnen jetzt erst, daraus nachhaltige und zum Teil neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, fasst IHK-Geschäftsführer Ocke Hamann die Ergebnisse zusammen. Nur wenige Unternehmen sehen sich als digitale Vorreiter. Von der Politik fordern sie einen schnelleren Ausbau der Netze und mehr Engagement für das digitale Rathaus.
Corona hat vielen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung den Spiegel vorgehalten und den Druck erhöht, auch gut funktionierende Prozesse zu digitalisieren. Die meisten Betriebe am Niederrhein sehen laut IHK-Umfrage jedoch noch Luft nach oben: Nur jeder sechszehnte Betrieb gibt sich selbst in Sachen Digitalisierung die Note eins. „Das liegt zum einen daran, dass es die benötigten Technologien zwar gibt, aber diese noch nicht überall verwendet werden. Es liegt aber auch an der Qualifikation der Mitarbeiter. Hier gibt es über alle Branchen hinweg einen großen Nachholbedarf“, so Hamann. Top-Digital-Thema für die meisten Unternehmen: Cloud-Anwendungen. Zu den Technologien, die für die Unternehmen immer wichtiger werden, zählen außerdem Künstliche Intelligenz, 3-D-Druck-Verfahren und firmeninterne Mobilfunknetze. „Initiativen wie SmartCity Duisburg mit dem Technologie-Campus Wedau und dem geplanten 3-D-Druck-Kompetenzzentrum im Hafen geben deshalb genau die richtigen Impulse“, berichtet Hamann.

Problematisch: die Umstellung im Kopf

Vorhandene Systeme umstellen, Mitarbeiter für neuen Technologien fit machen sowie der hohe Kosten- und Investitionsaufwand – größtes Hemmnis bei der Digitalisierung ist die konkrete Umsetzung im Betrieb. „Digitale Vorreiter sind mit einer anderen Philosophie unterwegs als zum Beispiel klassische Industriebetriebe. Ausprobieren, korrigieren, neu versuchen. Die Belegschaft auf diesem Weg mitzunehmen, ist eine der erheblichsten Herausforderungen“, erläutert Hamann.
Von Politik und Verwaltung erwarten die Unternehmen eine schnellere Digitalisierung ihrer Verfahren und Prozesse. 45 Prozent fordern, dass in der Bildung mehr digitale Kompetenz vermittelt wird. Genauso wichtig sei, fairen Wettbewerb zu sichern, etwa auf Onlineplattformen. „Unsere Umfrage zeigt aber auch, dass vielerorts die Hausaufgaben noch nicht gemacht wurden: Bei vier von zehn Unternehmen passt die Breitbandanbindung nicht zum Bedarf. Das ist für das Jahr 2020 ein Armutszeugnis. Auch bei 5G-Netzen muss mehr passieren“, so der IHK-Geschäftsführer.
Die Ergebnisse sind online unter www.ihk-niederrhein.de/digitalisierungsumfrage abrufbar.

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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