Duisburger Bauarbeiter protestieren am Dienstag für höhere Löhne

Tarifkonflikt spitzt sich zu | Bau-Streik im Herbst möglich

Bauarbeiter machen mobil: An diesem Dienstag, 21. September, demonstrieren Bau-Beschäftigte aus Duisburg und der Region für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Mit einem Protestmarsch durch die Duisburger Innenstadt soll der Druck auf die Unternehmen im festgefahrenen Tarifkonflikt für das Bauhauptgewerbe erhöht werden, teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Am nächsten Tag kommen Gewerkschaft und Arbeitgeber zur bereits fünften Verhandlungsrunde in Berlin zusammen.

„Das ist die letzte Chance am Verhandlungstisch. Sollte die scheitern, gibt es noch den Versuch einer Schlichtung. Danach könnte es auch in unserer Region bald zu Arbeitsniederlegungen auf dem Bau kommen“, warnt Jon Heinemann, stellvertretender Regionalleiter der IG BAU Rheinland. Die Gewerkschaft fordert in der seit Mai laufenden Tarifrunde für bundesweit 890.000 Beschäftigte ein Einkommensplus von 5,3 Prozent, eine Entschädigung der langen Wegezeiten zu den Baustellen und eine Angleichung der Ost- an die Westlöhne.

„Die Arbeitgeber haben am 22. September zum letzten Mal die Gelegenheit, einen Tarifvertrag in Verhandlungen – ohne Schlichtung und Arbeitskampf – abzuschließen. Diese Chance sollten sie nutzen – und den Unmut der Beschäftigten nicht unterschätzen“, sagt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt, der unter anderem für das Bauhauptgewerbe zuständig ist. „Die wirtschaftliche Lage ist großartig. Aufträge ohne Ende, alleine es fehlt das Fachpersonal.“ Ein Thema brenne den Beschäftigten besonders auf den Nägeln: „Sie haben oft sehr lange Anfahrtswege, diese variieren sehr stark, heute hier, morgen dort. Sie haben keinen Einfluss auf ihre Einsatzorte und bekommen dafür keine Entschädigung. Das ist verlorene Lebenszeit, in der sie ihre Familien nicht sehen“, unterstreicht Burckhardt. Zuletzt hätten sich die Arbeitgeber bei diesem Thema verweigert. Auch in puncto Lohnerhöhung und Ost-West-Angleich müssten sich die Unternehmer bewegen, um keinen „heißen Herbst“ zu riskieren.

Jon Heinemann von der IG BAU Rheinland: „Die Beschäftigten haben während der ganzen Pandemie durchgearbeitet und zu vollen Auftragsbüchern bei den Firmen in der Region beigetragen. Gerade im Wohnungs- und Verkehrswegebau boomt trotz Corona das Geschäft. Es kann nicht sein, dass die Unternehmen die enorme Leistung der Bauarbeiter seit Monaten nicht anerkennen.“

Die Gewerkschaft verweist zudem auf Zahlen zum Wirtschaftsfaktor Bau. Nach einer aktuellen Schätzung des Pestel-Instituts erwirtschaftete Nordrhein-Westfalens Baugewerbe im vergangenen Jahr rund 33 Milliarden Euro – elf Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu komme ein anwachsender „Bauüberhang“: In NRW wurden zwischen 2011 und 2019 laut Pestel-Institut 71.600 Wohneinheiten mehr genehmigt als fertiggestellt. Diese Wohnungen müssen erst noch gebaut werden. Allein in Duisburg beläuft sich der Bauüberhang auf derzeit 825 Wohnungen. In der Stadt setzte die Baubranche im letzten Jahr 611 Millionen Euro um – neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Vor dem Hintergrund der letzten, entscheidenden Tarifverhandlung im Bauhauptgewerbe an diesem Mittwoch protestieren Beschäftigte aus der Region für höhere Löhne und einen Ausgleich der langen Anfahrtswege zu den Baustellen.

Zum Bauarbeiter-Protest laden wir Sie herzlich ein.

Und zwar …
▪ am Dienstag, 21. September 2021
19.00 Uhr – Treffpunkt am DGB-Haus
Stapeltor 17-19 | 47051 Duisburg
▪ anschließend Bauarbeiter-Demo durch Duisburgs Innenstadt (bis ca. 20 Uhr)
▪ mit rund 200 Bau-Beschäftigten aus der Region
▪ anschließendes Essen und Trinken im DGB-Haus

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt Bezirksverband Duisburg-Niederrhein

Autor:

Theodor Groesdonk aus Duisburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen