Höhere Lohn-Zuschläge – mehr Urlaub

Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
2Bilder
  • Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
  • Foto: IG BAU Alexander Paul Englert
  • hochgeladen von Theodor Groesdonk

Neuer Rahmentarifvertrag für 650.000 Gebäudereiniger steht

Tarifstreit in der größten deutschen Handwerksbranche – der Gebäudereinigung – beigelegt: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeber haben sich in der Nacht zu Freitag auf einen neuen Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk geeinigt. Er regelt für die bundesweit rund 650.000 Reinigungskräfte unter anderem Lohn-Zuschläge und Urlaub.

Das teilte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger unmittelbar nach einem mehr als 13-stündigen Spitzengespräch zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in Frankfurt mit. Zuvor waren sechs Verhandlungsrunden ergebnislos geblieben.

„Es war eine Marathonsitzung. Aber der Knoten ist durch. Die Gebäudereinigerinnen, Glas- und Industriereiniger können sich auf mehr Geld im Portemonnaie und auf mehr Urlaub freuen. Das bedeutet auch mehr Anerkennung und mehr Wertschätzung für die harte Arbeit, die sie Tag für Tag machen“, sagte IG BAU-Chef Robert Feiger, der auf Gewerkschaftsseite im Spitzengespräch die Verhandlungsführung hatte.
robert feiger

So sollen Teilzeitbeschäftigte, die über fünf Monate hinweg kontinuierlich ein Überstundenpensum von mindestens 15 Prozent leisten, einen Anspruch darauf bekommen, dass ihr Arbeitsvertrag auf die tatsächlich geleistete, höhere Wochenstundenzahl angepasst wird. Für Überstunden wird künftig ab der neunten Arbeitsstunde ein Belastungszuschlag von 25 Prozent vom Stundenlohn bezahlt.

Insgesamt konnte die IG BAU bei den Zuschlägen in der Gebäudereinigung etliche Verbesserungen erzielen. „Wesentlich mehr Reinigungskräfte haben dadurch künftig deutlich mehr im Portemonnaie“, sagte IG BAU-Chef Robert Feiger und wertete dies als Erfolg. So hat die Gewerkschaft einen einheitlichen Nachtzuschlag von 30 Prozent durchgesetzt – das sind 5 Prozent mehr als bislang. An Sonn- und Feiertagen soll es einen Aufschlag von 80 Prozent (statt bisher 75 Prozent) geben. Für die Arbeit am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, an Neujahr und am 1. Mai wird, so sieht es die neue Vereinbarung vor, sogar Zuschläge von 200 Prozent des Lohns geben.

Für Industriereiniger sind 75 Cent pro Stunde extra vorgesehen. Das gelte künftig auch für die Maschinenreinigung. „Dadurch profitieren künftig deutlich mehr Reinigungskräfte, die in der Industrie arbeiten, von diesem Zuschlag“, sagte Feiger.

Als wichtigen Erfolg bewertete Robert Feiger die deutlich verbesserte Urlaubsregelung: So soll es ab 2021 für alle Beschäftigten einen einheitlichen Urlaub von 30 Tagen auf Vollzeitbasis geben – egal, wie lange sie in der Branche arbeiten. Neueingestellte haben, so die Vereinbarung, im kommenden Jahr bereits einen Anspruch von 29 Urlaubstagen.

Erstmals wird die Gebäudereinigung als Deutschlands größte Handwerkssparte mit diesem Rahmentarifvertrag auch einen Weihnachts-Bonus bekommen. So einigten sich die Tarifparteien darauf, dass alle Beschäftigten in diesem und im kommenden Jahr Heiligabend oder wahlweise den Silvestertag als bezahlten Arbeitstag frei bekommen. „Wenn sie arbeiten, erhalten sie als Weihnachtsprämie für diesen Tag einen 150-prozentigen Lohnzuschlag“, sagte Robert Feiger.

Über eine darüber hinausgehende Gratifikation zum Jahresende wollen die Tarifparteien bei den Lohntarifverhandlungen im kommenden Jahr sprechen. „Die Arbeitgeber haben das Weihnachtsgeld lange vor sich hergeschoben. Jetzt kommt es endgültig auf den Tisch. Die nächste Lohnrunde steht vor der Tür – und da wird es einen Bonus geben. Er ist fester Bestandteil der Vereinbarung. Der neue Rahmentarifvertrag bringt den Reinigungskräften insgesamt erhebliche Vorteile“, sagte Ulrike Laux, die im Bundesvorstand der IG BAU für die Gebäudereinigung zuständig ist.

Laux rechnet bereits am heutigen Freitag mit einer Zustimmung der Tarifkommission ihrer Gewerkschaft zur erzielten Vereinbarung. Am Wochenende werde dann die Branchen-Fachgruppe – das „Gebäudereiniger-Parlament“ der IG BAU – das Ergebnis beraten, so Laux. Auch hier gehe sie von einem positiven Signal aus. Danach werde der Bundesvorstand der IG BAU über das Ergebnis der Vereinbarung entscheiden. Auch auf Arbeitgeberseite müssten die Gremien des Bundesinnungsverbandes dem Ergebnis der Verhandlung noch zustimmen. Gemeinsam strebe man dann die Allgemeinverbindlichkeit des Rahmentarifvertrages an.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt

Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
Robert Feiger, Bundesvorsitzender IG BAU
Autor:

Theodor Groesdonk aus Duisburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.