"Mit diesem Angebot ist die Abwanderung in andere Branchen programmiert"

Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
  • Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes IG BAU
  • Foto: IG BAU Alexander Paul Englert
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Keine Einigung über den Branchenmindestlohn bei den Gebäudereiniger*innen. Für Anfang Juni ist die zweite Verhandlungsrunde vorgesehen.

Keine Einigung in der Gebäudereiniger*innenbranche nach der ersten Verhandlungsrunde zum Branchenmindestlohn heute in Frankfurt am Main: "Das Angebot der Arbeitgeber*innen ist viel zu gering, damit kommen die Beschäftigten nicht zurecht. Wir haben eine immens hohe Inflationsrate, die Energiepreise gehen durch die Decke, wie sollen die hart arbeitenden Frauen und Männer damit durchs Leben kommen?", sagt Ulrike Laux, Mitglied des Bundesvorstandes der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und Verhandlungsführerin. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hatte heute 12,50 Euro als Branchenmindestlohn ab 1. Oktober dieses Jahres vorgeschlagen, das sind 50 Cent mehr als der dann voraussichtlich geltende gesetzliche Mindestlohn. Ab 1. Januar 2024 sollen nach dem Angebot noch einmal 25 Cent hinzukommen, die Gesamtlaufzeit soll am 31. Dezember 2024 enden. Die vorgeschlagenen Steigerungen würden sich auf jede Lohngruppe beziehen. "Mit diesen Erhöhungen lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor, der Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn muss deutlich höher sein." Die Bundestarifkommission hatte erst vor kurzem eine Steigerung von mindestens 1,73 Euro verlangt, das entspricht dem derzeitigen Abstand zur gesetzlichen Lohnuntergrenze. "Wir wissen alle, gerade auch nach der Pandemie-Zeit, wie wichtig der Job der Reinigungskräfte ist. Aldi und Lidl zahlen ab 1. Juni dieses Jahres 14 Euro Mindestlohn. Dreimal darf man raten, wo es die Arbeitnehmer*innen künftig hinziehen wird", sagt Laux.

Die zweite Verhandlungsrunde ist für Donnerstag, 2. Juni, – wieder in Frankfurt am Main – vorgesehen. Von den rund 700 000 Beschäftigen in der Branche bekommen aktuell etwas 500 000 den Branchenmindestlohn.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt

Autor:

Theodor Groesdonk aus Duisburg

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