Beispiel Sozialtickets: Hintern hoch - und du kannst Politik mitgestalten!

Anzeige
Duisburg: NRW | Wie ein das Internet verlassender Shitstorm fegte ein Sturm der Entrüstung über die nordrhein-westfälische Landesregierung hinweg. Und das Resultat? Man kann es getrost als Sieg der Demokratie feiern: Die Sozialtickets der Kommunen sind gerettet, zumindest für die nächste Zeit, eine Gefährdung durch die Streichung der nötigen Landesmittel vom Tisch. Das Land hat eingelenkt.

Dabei ist doch erst vor wenigen Tagen der Plan der schwarz-gelben Landesregierung publik geworden, im Laufe der nächsten Jahre die Landeszuschüsse für die Sozialtickets unserer Kommunen zu reduzieren und schließlich ganz zu streichen.

Und wer da dachte und immer wieder resignierend festzustellen meint, die da oben würden sowieso machen, was sie wollen, wird am Beispiel der Finanzierung der Sozialtickets eines Besseren belehrt. Des Volkes Stimme kann viel bewirken. Es muss nur den Mund aufmachen. Und so kam es zum besagten Sturm der Entrüstung angesichts der Regierungspläne, und das über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Auch hier im Lokalkompass war der Aufschrei gewaltig.

Hendrik Wüst (CDU), seines Zeichens Landesminister für Verkehr, beteuerte jetzt, die bisherigen 40 Millionen Euro für die Sozialtickets, die in NRW von 300.000 Menschen genutzt werden, würden auch im Haushaltsplan 2018 ausgewiesen werden.

Was für ein Sieg Volkes Stimme!

Aber was lehrt uns das? Zur lebendigen Demokratie gehören sicherlich nicht nur die politischen Parteien, sondern die gesamte Bevölkerung. Ob im Internet, ob in Verbänden, ob auf der Straße, ob im Parlament - überall eröffnen sich Chancen zur politischen Gestaltung.

Und da in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, viele Beschäftigungsverträge in unserer prosperierenden Wirtschaft zum Himmel stinken und die Politik nur marginal korrigiert, stellt sich beispielsweise die Frage, wo die frühere Schlagkraft unserer Gewerkschaften geblieben ist.

Will man aus der Bevölkerung heraus etwas bewegen, so muss man nur den Hintern hochkriegen und sich mit Gleichgesinnten zusammentun, statt immer nur allgemein auf die Politik zu schimpfen. Unsere Gesellschaft ist allerdings skandalös bequem geworden.

Get Up Stand Up
4
Diesen Mitgliedern gefällt das:
8 Kommentare
494
Peter Gross aus Bochum | 28.11.2017 | 18:13  
9.076
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 28.11.2017 | 18:55  
40.283
Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 28.11.2017 | 22:52  
9.076
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.11.2017 | 00:06  
40.283
Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 29.11.2017 | 08:28  
Thomas Knackert aus Velbert-Langenberg | 29.11.2017 | 09:18  
9.076
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.11.2017 | 17:38  
9.076
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.11.2017 | 20:34  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.