"Ganzheitliche Betreuung" erzielt die größten Erfolge: Reges Interesse an 5. Wochen-Anzeiger-Gesundheitsdialog mit den Helios Kliniken Duisburg zum Thema „Chronische Schmerzen“

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Das großzüge Atrium der neuen Volksbank Rhein-Ruhr-Zentrale am Innenhafen bietet ausreichend Platz für den WA-Gesundheitsdialog mit den Helios Kliniken Duisburg, ist dieser doch stets "ausgebucht". (Foto: Frank Preuß)
 
Die beiden Helios-Experten Dr. Markus Schmitz (l.) und Dr. Ulrich Schäfer nahmen sich ausreichend Zeit, alle Fragen der Teilnehmer zu beantworten. (Foto: Frank Preuß)
  Duisburg: Volksbank Rhein-Ruhr |

An die 140 Interessierte wollten sich den nunmehr fünften Wochen-Anzeiger-Gesundheitsdialog in Kooperation mit den Helios Kliniken Duisburg nicht entgehen lassen. Beim Thema "Chronische Schmerzen" gibt es leider besonders viele Betroffene. Wie gut, dass der neue Veranstaltungsort unserer gern besuchten Informationsreihe - das beeindruckende Atrium der neuen Volksbank Rhein-Ruhr-Zentrale am Innenhafen - großzügig Platz bot.

Volksbank Rhein-Ruhr-Vorstandssprecher Thomas Diederichs ließ es sich denn auch nicht nehmen, die Gäste persönlich in "seinem" Haus zu begrüßen.

Ausführlichen und kostenfreien Expertenrat gab es dann von Dr. Ulrich Schäfer, Chefarzt der Inneren Medizin und Geriatrie an der Helios Marien Klinik in Duisburg-Hochfeld, und Dr. Markus Schmitz, Chefarzt der Anästhesie, operativen Intensivmedizin und Schmerztherapie und Ärztlicher Direktor an der Helios St. Johannes Klinik Duisburg.

Nach ihren Vorträgen und einer gemeinsamen kleinen Kaffeepause mit den Teilnehmern nahmen sich die beiden Mediziner so lange Zeit, bis alle, teils sehr persönliche, Fragen des Publikums beantwortet waren.
Alle, die nicht dabei sein konnten, können die wichtigsten Fragen und Antworten hier nachlesen.

Wie viele Menschen sind von chronischen Schmerzen betroffen?
Die Fakten beschreiben ein besorgniserregendes Bild. Denn durchschnittlich in jedem dritten Haushalt in Europa lebt ein Mensch, der unter Schmerzen leidet. In Deutschland sind es mehr als zwölf Millionen Betroffene. Und nur zehn Prozent von ihnen wurden je bei einem Schmerzspezialisten vorgestellt. So sind auch die enormen Kosten zu erklären, die dieses Krankheitsbild bei uns verursacht. Von den rund 38 Milliarden Euro pro Jahr entfallen nur zehn auf Behandlungskosten, den Löwenanteil verursachen Krankengeld, Arbeitsausfall und Frühberentung.

Wie ist der Weg zum Schmerzspezialisten?
Einen Schmerztherapeuten mit der entsprechenden fachärztlichen Ausbildung zu finden, ist für viele Betroffene oftmals gar nicht so leicht, allein deshalb, weil es nicht viele Ärzte mit dieser Zusatzbezeichnung gibt. Patientenportale oder Fachgesellschaften haben auf ihren Webseiten aber häufig Spezialisten gelistet. Auch der Hausarzt kann möglicherweise Auskunft geben. Von ihm brauchen Betroffene dann auch eine Überweisung zum Facharzt. Für den Aufenthalt in einer Schmerzklinik wiederum ist dann eine Einweisung von einem Facharzt notwendig.

Welche Nebenwirkungen können Schmerzmittel verursachen?
Hier gilt wie auch sonst: Die Dosis macht das Gift. Denn die Ausprägung der Nebenwirkungen hängt zum großen Teil von den Wirkstoffen der einzelnen Medikamentengruppen und vor allem von der eingenommenen Menge ab. Bei frei zugänglichen Schmerzmitteln, wie Paracetamol oder Aspirin, die es in nahezu jedem Haushalt gibt, sind Probleme im Magen-Darm-Trakt, verstärkte Müdigkeit oder eine veränderte Gerinnungsfähigkeit des Blutes am häufigsten vertreten. Mit höheren Dosierungen können aber durchaus noch dramatischere Entwicklungen verbunden sein, wie etwa Leberschäden, Schlaganfälle oder Herzinfarkt.
Auch bei den stärkeren Schmerzmitteln, die im Rahmen einer Schmerztherapie eingesetzt werden, kann es selbst bei ordentlicher Einnahme zu Nebenwirkungen kommen, vor allem in der ersten Zeit. Gewöhnt sich der Körper dann an das Medikament lassen die Beschwerden, wie Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit oder Juckreiz meist nach. Die Medikation sollte deshalb immer in enger Absprache mit dem Arzt erfolgen. Sinnvoll ist es zudem, diese Nebenwirkungen gleich mitzubehandeln, um den Patienten unnötiges zusätzliches Leiden zu ersparen.

Trotz starker Schmerzmittel kehrt der Schmerz immer wieder zurück. Welche Möglichkeiten bleiben Betroffenen dann noch?
Die Ursache könnte zum einen ein nicht optimal angepasster Medikamentenplan sein. Zum anderen sollte aber gegebenenfalls eine erneute sorgfältige Diagnostik durchgeführt und die Ursache der Schmerzen noch einmal abgeklärt werden. Denn Schmerzen können sich im Laufe einer Krankheit oder allein über die Zeit verändern. Kommt es unter der Schmerztherapie zu sogenannten Schmerzpeaks, das heißt Schmerzen, die kurzfristig über das normale Maß hinausgehen, hilft eine zeitweise Anpassung. Neben Retardpräparaten können zur Therapie dann zusätzlich schnell wirksame Schmerzmittel gegeben werden. Gehen die Beschwerden von den Nerven aus, können stimmungsaufhellende Antidepressiva oder krampflösende Medikamente helfen. Zusätzlich gibt es noch verschiedene interventionelle Verfahren wie etwa Nervenblockaden oder eine Umflutung des Schmerzbereiches.

Gibt es Alternativen zur Schmerzbehandlung mit Medikamenten?
Inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Behandlung chronischer Schmerzen immer auf mehreren Säulen aufgebaut sein sollte. Der moderne Ansatz ist dabei die multimodale Therapie, bei der der Patient „ganzheitlich“ betreut wird. Dazu gehören neben der Medikation auch das Selbstmanagement, die physikalische Therapie, die Psychotherapie und die interventionelle Schmerztherapie. Dieser Art der Behandlung erfordert allerdings meist einen stationären Klinikaufenthalt, um alle Komponenten und die dafür erforderlichen Spezialisten vor Ort zu haben. Ganz ohne Medikamente kommen die Betroffenen meist nicht aus, durch die Kombination der verschiedenen Ansätze lässt sich aber oftmals eine Reduzierung der Dosis erreichen. Unterstützend können zudem Akkupunktur, Homöopathie, Elektrotherapien oder die Behandlung bei einem Chiropraktiker wirken.

Was sollte man bei der Therapie von älteren Schmerzpatienten beachten?
Während bei jüngeren Patienten die Schmerzen häufig auf ein einzelnes auslösendes Ereignis wie einen Unfall oder eine Erkrankung zurückzuführen sind, kommen bei älteren Patienten fast immer mehrere Ursachen zusammen. Das lässt sich gut am Beispiel der Rückenschmerzen – eines der häufigsten Beschwerdebilder – veranschaulichen. Hier addieren sich die altersgemäße Abnahme der Muskulatur mit dem Verschleiß der Wirbelgelenke, dem Rückgang der Elastizität der Bandscheiben und der Abnahme der Knochendichte (Osteoporose). Entsprechend muss neben der Behandlung des akuten Schmerzes ein Gesamtkonzept mit dem Patienten erarbeitet werden, das Wechselwirkungen, andere Erkrankungen und die Lebenssituation mit erfasst, denn auch psychische und soziale Faktoren beeinflussen den Schmerz und die Schmerzwahrnehmung ganz wesentlich.

Text: Kathrin Gießelmann / Sabine Justen
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2 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 03.02.2017 | 08:16  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 03.02.2017 | 09:09  
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