Das pralle Leben in der Stadt

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Vorsichtig wurden die einzelnen Figuren auf einer Sackkarre auf die kleine Rampe des Lastwagens geschoben und dann herunter gelassen. Eine Figur nach der anderen stand so auf dem Platz vor dem Bürgerhaus. Doch erst die Künstlerin selbst bestimmte den endgültigen Standort.

"Für mich ist es das Allerwichtigste dabei zu sein, wenn die "Alltagsmenschen" aufgesterllt werden", erzählte die Künstlerin Christel Lechner. "Es ist in jedem Ort eine andere Herausforderung sie aufzustellen. Ich muss einen Blick haben, wie sie stehen." Schon vor einigen Wochen war sie mit Kulturamtsleiter Ludger Beltermann die Stadt abgegangen. "Dort habe ich entwickelt, wo wir welche Figur aufstellen."
1982 legte die Bildhauerin die Meisterprüfung in Keramik an der Werkkunstschule Münster ab. Sie lebt und arbeitet in Witten. Seit 1988 befasst sie sich intensiv mit dem Material Beton und arbeitet an lebensgroßen Skulpturen. Die Kunstschaffende stellt seitdem national und international aus. In Rees zeigt sie die "Alltagsmenschen" zum ersten Mal am Niederrhein. "Ich will die Menschen berühren, die nicht in Galerien oder Museen gehen", erklärte Christel Lechner.
Bei ihrer Arbeit hat sie eine Schwäche für die Leute, die nicht so modisch und schön sind, die sich im letzten Lebensabschnitt befinden. "Diese Alltagsmenschen begegnen uns überall im Leben." Zwei Monate sitzt Christel Lechner an einer Figur, die zwischen 90 und 100 Kilogramm wiegt. "Von der Zeichnung bis zum endgültigen Werden sind es zahlreiche Arbeitsgänge." Eine Lieblingsfigur hat die Künstlerin nicht. "Ich muss Distanz zu der Arbeit haben und kann mich nicht in meine eigene Arbeit verlieben."
So nach und nach wurden dann aus einer Vielzahl von Alltagsmenschen eine symbolische Polonaise vor dem Bürgerhaus. Dabei gab die Künstlerin genaue Anweisung, welche Figur wo zu stehen hat. Auf dem Markt standen hingegen schon ein paar Exemplare. So sitz eine ältere Dame auf der Mauer und ein kleiner Hund schaut zu ihr auf. Ein paar Schritte weiter erfreuen sich drei Personen der Musik, die aus dem am Boden stehenden Kofferradio schallt. "Das funktioniert über den Bewegungsmelder", bemerkte der freundliche Mann, der die Kabel dafür anbrachte.
Christel Lechner wird am Sonntag übrigens um 11.30 Uhr, gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Gerwers, die Ausstellung auf dem Marktplatz eröffnen und eine kleine Führung machen. Sie fühlen sich in Rees pudelwohl.

Schnell noch die Kabel anbringen, damit am Sonntag auch die Musik aus dem alten Radio laufen kann. Fotos (2): Jörg Terbrüggen
Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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