4. Schmuggel-Fahrradtour am 8. September
Die Region erfahren

Die Verantwortlichen der diesjährigen Schmuggel-Fahrradtour trafen sich am ehemaligen Grenzübergang in Netterden. 
Foto: Jörg Terbrüggen
  • Die Verantwortlichen der diesjährigen Schmuggel-Fahrradtour trafen sich am ehemaligen Grenzübergang in Netterden.
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Lautlos liegen drei Männer und zwei Frauen im Graben. Neben ihnen eine Holzkiste mit Butter. Etwas weiter, Jutesäcke mit Tabak und Lebensmitteln. Die Schritte der Grenzschutztruppen nähern sich. Glücklicherweise verschwindet der Mond hinter den Wolken. Die Zollbeamten gehen vorbei, ohne die Schmuggler zu sehen. Sobald es sicher erscheint, überschreiten sie mit ihren geschmuggelten Waren die Grenze. Auf einem abgelegenen Bauernhof in Emmerich machen sie wenig später Geschäfte.

Diese und andere Geschichten gab es zu Zeiten der Grenzkontrollen hier in Emmerich zuhauf. Doch auch mit den offenen Grenzen wird immer noch das ein oder andere, vor allem Rauschgift, von den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt. Herbert Kleipaß vom Emmericher Rheinmuseum kann sich noch ganz genau an die Zeiten erinnern, da die jugendlichen Schmuggler im Emmericher Rathaus abgegeben wurden, und sie von dort wieder in Richtung Heimat gebracht wurden. "Wir hatten in Hochzeiten 700 Zollbeamte in Emmerich, heute sind es noch 200, die allerdings die Schwarzarbeit bekämpfen." Doch darum geht es bei der deutsch-niederländischen Schmuggel-Fahrradtour nicht.
"Diese Fahrradtour verbindet die teilnehmenden Gemeinden und rückt alte Geschichten noch einmal in die Gegenwart", bemerkte Manon Loock-Braun vom InfoCenter in Emmerich. Wenn man ältere Menschen nach dem Schmuggel fragt, erscheint ein Lächeln auf ihren Gesichtern und die außergewöhnlichsten Geschichten kommen ans Tageslicht. Geschichten, die schon oft erzählt wurden und noch erzählt werden müssen. Diese Geschichten sind Teil unseres Kulturerbes, und genau diese Geschichten werden während der Schmuggeltocht wieder lebendig! Zum vierten Mal organisieren kulturelle Institutionen in der Region Emmerich am Rhein, Oude-IJsselstreek, Isselburg, Anholt, Zevenaar und Montferland diese einzigartige Radtour. Eine grenzüberschreitende Radtour über alte Grenzübergänge in der Region.
Die Schmuggeltocht besteht aus drei Routen. Am Sonntag, den 8. September, können die Teilnehmer der Radtour die Südroute über Emmerich am Rhein, Anholt und Netterden nach 's-Heerenberg wählen. Nach Norden geht es von 's-Heerenberg aus nach Didam, Zevenaar, Rijnwaarden und Elten. Für Familien steht eine verkürzte Route zur Verfügung. Die Fahrradtour führt zum Teil über frühere Schmuggelrouten zwischen den Niederlanden und Deutschland. Unterwegs passieren die Radfahrer mehrere alte Grenzübergänge, wo sie von "Zollbeamten" auf mitgeführter Schmuggelware überprüft werden. Herbert Kleipaß: "Wir werden an den Startpunkten das Schmuggelgut ausgeben. In diesem Jahr wird es Schokolade sein in Erinnerung an die kleinen Tafeln, die wir hier in Netterden beim Einkauf bekommen haben."
Ziel dieser Radtour sei in erster Linie die kulturellen Einrichtungen in den Nachbarstädten kennen zu lernen. "Die Route ist im Laufe der Jahre immer größer geworden. Es wäre daher schön, wenn auch Tolkamer noch dazu käme, um die Lücke zu schließen", bemerkte Herbert Kleipaß. Die Teilnehmer der Schmuggeltocht können am Sonntag, den 8. September zwischen 10 und 14 Uhr starten. Für drei Euro pro Person erhalten sie die Route, einen Schmugglerpass und Schmuggelware. Für Kinder beträgt der Beitrag einen Euro. Und hier noch einmal die Startpunkte: Die beiden Hauptrouten haben eine Länge von 45 Kilometern und können an sechs verschiedenen Orten beginnen: ’s-Heerenberg, 't Neije Raethuys, Hofstraat 1; Didam, Bibliotheek Montferland, Schoolstraat 22; Emmerich am Rhein, Rheinmuseum, Martinikirchgang 2; Anholt, Heimathaus, Hohe Straße 10; Netterden, Partycentrum Terhorst, Emmerikseweg 2 und Zevenaar, Liemers Museum, Kerkstraat 16. An den Startpunkten Netterden, Elten und Anholt können Radfahrer zwischen 9.30 und 12 Uhr ein Schmuggelfrühstück genießen. Die Kosten dafür betragen 7.50 Euro. Eine Anmeldung ist bis zum 4. September unter www.schmuggeltocht.eu möglich. 
Im Mühlencafé in Elten können Fietser den Tag mit einem Schmuggelfrühstück beginnen. Drei Müller sprechen gerne über die Funktionsweise und Architektur der historischen Mühle Elten. Im Heimathaus Anholt kann man ebenfalls den Tag mit einem Schmuggelfrühstück beginnen. Außerdem können die "Schmuggler" eine der vielen Ausstellungen zum Leben in und um Anholt besuchen. In Emmerich am Rhein können die Teilnehmer am Rheinmuseum starten. Zudem können sie das Museum mit Ausstellungen zur Entwicklung der Rheinschifffahrt besuchen und sich auch den Spezialbehälter anschauen, denn Schmuggel war nicht nur etwas, was früher passiert ist.
Im Schlösschen Borghees können die Fahrer und andere sich im dortigen Café ausruhen (ab 10.30 Uhr geöffnet). Zweimal an diesem Tag haben die Fahrradfahrer die Gelegenheit, eine jeweils 15-minütige Mini-Vorstellung „Eine grenzüberschreitende Liebe“ zu erleben, die das Thema 75 Jahre Freiheit behandelt.

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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