Korbflechten in Anholt

...das sieht ja schon richtig klasse aus!
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Der Boden der Mehrzweckhalle in Anholt war abgedeckt, die Turnbänke waren zu Arbeitsplätzen umfunktioniert worden und überall lagen große Bunde biegsamer grüner Weidenruten. Franz Brömmling und Gregor Heuvelmann, die grauen Anholter Eminenzen und Experten für Korbflechterei, begutachteten zwischenzeitlich die Ergebnisse erster Flechtarbeiten ihrer ‚Schüler’.

Dass das Angebot, sich in das Kunsthandwerk des Korbflechtens einzuarbeiten, eine solch gute Resonanz fand, hatte sich der Vorstand des Heimatvereins Anholt nicht träumen lassen. Der Vorsitzende Dr. Gerhard Krause schaute den Handwerkern über die Schulter und freute sich darüber, dass alle so eifrig bei der Sache waren. „Mein Vater und mein Großvater waren schon Korbflechter“, erläuterte Gregor Heuvelmann und weil er nicht möchte, dass dieses schöne alte Handwerk untergeht, hatte er sich bereit erklärt, die Veranstaltung gemeinsam mit Franz Brömmling zu leiten. Anholt, die Tradition des Korbflechtens und der Name Brömmling … das geht nur zusammen, wissen die Ur-Anholter. So war es eine Mischung aus Neugier und Ehre, bei Franz Brömmling in die ‚Lehre’ zu gehen. Dabei waren die Motivationen durchaus unterschiedlich. Vom Wunsch, lieber etwas selbst zu machen, statt einen Korb zu kaufen, über die Verwendung auf den eigenen Obstwiesen bis hin zur Dekoration in Haus und Hof reichten die Wünsche. Weit gefehlt zu glauben, das Korbflechten sei Frauensache: Der Kurs war paritätisch von Männern und Frauen gleichermaßen gebucht worden. Dabei waren Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick gefragt, manch einer hatte sich schon einmal im Internet darüber informiert, wie man die biegsamen Ruten am besten windet, webt und verdichtet: Zwei mal drei Weidenstücke, zu einem Kreuz gebunden und dann zu einem Stern gespreizt bilden den Boden, und erst wenn die saftigen Weidenzweige langsam austrocknen, gewinnt das Flechtwerk seine Festigkeit. Die Teilnehmer müssten auf eine ausreichende Dichte des Flechtwerks achten, damit es später nicht zu lose wird, wenn das Material an Substanz verliert und zu klappern beginnt, waren nur einige Hinweise des Flechtmeisters Brömmling. „Hier hast Du aber Murks gemacht!“ ging er augenzwinkernd-kritisch mit Kennerblick unverblümt auf die Anfängerfehler seiner Schützlinge ein und half dann beim Richten. Unter dieser fachkundigen Anleitung wird es am Ende sicherlich den Hobby-Obstbauern Klaus Scheewel, der Landwirtin Agnes van Hal, Klaus Testrot, Annemarie van Hal und all den anderen gelungen sein, ein Erstlingswerk zu flechten.

...das sieht ja schon richtig klasse aus!
Franz Brömmling hilft und gibt Tipps fürs Körbe flechten
Autor:

Caroline Büsgen aus Emmerich am Rhein

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