Grab- und Erinnerungsstätte für Sternenkinder eingeweiht
"Von Gott gehalten"

Pfarrer Dr. Jan-Heiner Schneider segnete auf dem Kommunalfriedhof die neue Garb- und Erinnerungsstätte für Sternenkinder. Foto: Jörg Terbrüggen
  • Pfarrer Dr. Jan-Heiner Schneider segnete auf dem Kommunalfriedhof die neue Garb- und Erinnerungsstätte für Sternenkinder. Foto: Jörg Terbrüggen
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Kindergelächter hallte von der nahe gelegenen Leegmeer-Grundschule herüber. Nur ein paar Meter entfernt, auf dem Kommunalfriedhof, war den dort Anwesenden allerdings nicht so recht nach Lachen zumute. Obwohl der Anlass eigentlich ein freudiger war, wenn man das bei allem Anstand so sagen darf. Immerhin wurde hier eine Gedenkstätte für all diejenigen errichtet, deren Lachen nie zu hören sein wird. "Eine stille Oase im lauten Getriebe der Zeit", wie es die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Trüpschuch in ihrer Rede formulierte.

Es war dem Anlass angemessen, dass sich doch eine Vielzahl von Bürgern zur Einweihung der Grab- und Erinnerungsstätte für Sternenkinder auf dem Kommunalfriedhof eingefunden hatten. Ursula Bender von der Emmericher Hospizgruppe wies in ihrer Begrüßungsansprache noch einmal kurz darauf hin, dass der Wunsch nach einer solchen Stätte von betroffenen Eltern an die Hospizgruppe herangetragen wurde. "Wir sind mit unserem Wunsch auf breite Zustimmung gestoßen, was uns dazu ermuntert hat, diese Aufgabe auch zu bewältigen." Sie bezeichnete die Erinnerungsstätte als einen Ort der Trauer, wo Kinder künftig ein Bleiberecht auf Ewig hätten.
Elke Trüpschuch hob in ihrer Rede hervor, dass es nicht in der Natur liege, dass ein Kind vor einem Elternteil gehe. "Sternenkinder, oder auch Engelskinder genannt, haben den Himmel erreicht, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften. Die Mutter hat das Kind unter ihrem Herzen getragen, es gefühlt, gespürt und eine Bindung zu ihm aufgebaut. Die Trauer, die der Tod des kleinen Wesens verursacht hat, ist von intensiver und lang anhaltender Dauer." Dieser Ort biete nun Raum, sich seinen Gefühlen zu überlassen, er biete aber auch Ruhe, sich wieder zu fassen. "Abgeschirmt vom Rest der Welt lenkt er den Blick nach innen und richtet die Gedanken auf unveränderliche Werte."
Melanie Raayman weiß, wie wichtig es ist einen Ort zu haben, an dem man sich seinen verstorbenen Kindern ganz nah fühlt. Melanie Raayman ist Sternenkinder-Mutter. "Ich wünsche mir, dass diese Grab- und Erinnerungsstätte für viele Sternenkinder-Eltern zu genau einem solchen Ort wird. Ein Ort der tröstet, an dem man seine Gedanken schweifen lassen kann, wo man die schönen und auch die schmerzhaften Erinnerungen zulassen kann und auch darf, aber gleichzeitig auch ein Ort, der Ruhe und Frieden spendet, weil man den Ort gefunden hat, wo man seinem verstorbenen Kind wieder ganz nah sein kann. Das wünsche ich mir."
Auch die Vertreterin des türkisch-islamischen Kulturvereins Ulu Camii, Seher Kahya, war froh über die Errichtung der Gedenkstätte, sollen hier künftig doch auch Sternenkinder islamischen Glaubens beigesetzt werden. "Wir sind froh, dass es einen so schönen Ort gibt, an dem wir in unserer Trauer nicht alleine sind." Pfarrerin Anke Mühlenberg-Knebel bemerkte, dass die Stätte den Eltern helfe, ein Stück weiter zu gehen. "Sie können sich verabschieden, sie können ihr Kind begraben. Es ist ein Ort, wo sie sich ihren Kindern sehr nahe fühlen." Nach einer Sure, einem Kapitel aus der heiligen Schrift des Islam, segnete Pfarrer Dr. Jan-Heiner Schneider die Stätte. Er bezeichnete den Ort als Platz des Segens für Kinder und Menschen, die hierher kämen. Zum Abschluss berührte er mit seiner Hand die Stele mit der Inschrift "Von Gott gehalten" und hielt für einen Moment inne.

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