„Leck de Söck“ - die waren wieder Spitze

Milena Wehren als Angela Merkel und Theo Gertsen als Helmut Kohl. Foto: Ralf Beyer
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  • Milena Wehren als Angela Merkel und Theo Gertsen als Helmut Kohl. Foto: Ralf Beyer
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Was war das wieder einmal für ein gemütlicher Abend. Bei Wein, Bier, Nüssen und Chips ließen es sich die Gäste im kleinen Kellertheater der Seifenblase wieder richtig gut gehen. Und einer saß auf Wolke 84 und schaute genüsslich zu.

Im Wohnzimmer der Seifenblase hatten sie alle wieder Platz genommen. Ein klein wenig beengt, aber total gemütlich. Nur die Akteure hatten offensichtlich nicht damit gerechnet, dass so viele Besucher zur letzten Probe kommen würden. „Das ist doch alles Mist, so klappt das nie“, raunte einer hinter dem zugezogenen Vorhang. „Wir haben ja noch einen Tag Zeit, heute ist ja nur Generalprobe“, kam zur Antwort.
Natürlich war es nicht so. Aber es war die erste Fastnackt-Sitzung ohne Gert Rompel. Doch der saß auf der Wolke 84, wie seine Mitstreiter gelungen intonierten, und schaute seinen ehemaligen Mitstreitern bei ihrem neuen Programm zu. Doch wie sollte das eigentlich heißen? Nach vielen Vorschlägen einigte man sich darauf, einfach loszulegen, getreu dem Motto: „Leck de Söck“. Und das taten sie dann auch. Das Programm war ziemlich eng gestrickt, ähnlich dem Korsett von Frau Derksen, wie Hausmeister Johannes Verbücheln betonte. Auf Einkaufstour nach Amsterdam begab sich dann Nicole Derksen. Doch außer allerlei Tübchen Creme brachte sie nicht viel mit.

Theo und seine Uschi

Wer die Fastnackt kennt der weiß genau, dass hier die Politik mit bissigem Humor auf die berühmte Schüppe genommen wird. Ernst Verwaayen meinte es dabei mit Phlipp Rösler gar nicht gut. Theo Gertsen hatte es hingegen besonders schwer, hatte ihn seine Uschi doch vor die Türe gesetzt, mit einer Visitenkarte von Benkelberg dabei. Dabei war er doch nur beim Stammtisch gewesen, wie jeden Montag, Mittwoch und Freitag. „Und die Samstagsschweinerei: Ich steh draußen und Du hast mein Sky.“ Einfach göttlich und das Publikum krümmte sich schon vor Lachen.
Und genau so ging es weiter. Mit zwei Urgesteinen der Seifenblase: Sabine und Ludger Gerritschen. Herrlich, wie sie zwei Österreicher imitierten, die nach 50 Jahren Ehe ihre Hochzeitsreise nach Paris machten. Was bei der Schnaxelei wohl heraus kam? Dass Emmerich der Spielplatz der Welt ist, erläuterte Ernst Verwaayen dem Publikum. Emmerich sei das Griechenland am Niederrhein. Schließlich gibt es hier gleich fünf griechische Restaurants. Elten bezeichnete er als Enklave im Feindesland, der Gazastreifen am Niederrhein.

Politische Prominenz

Nicole Derksen kam gerade vom Weltuntergang und Frau Gertsen plauderte erst einmal aus dem Nähkästchen, wie man das von ihr gewohnt ist. Herrlich komisch, was sie so mit ihrem Hermann im neuen Haus erlebte. Anschließend hatte sich die absolute Politprominenz angekündigt: Angela Merkel (gekonnt dargestellt von Milena Wehren) und Helmut Kohl (Theo Gertsen, dem die Maske ein wenig zwickte). „Wenn Portugal brennt, werd‘ ich wieder Kanzler“, meinte Kohl.
Die Mischung aus Sketch und Gesang setzte sich auch nach der Pause fort. Einfach toll der Sketch mit Nicole Derksen, Nina Meisters und Milena Wehren, der ein wenig an die guten alten Sketch Up-Zeiten erinnerte. Als Rentner brillierten Theo und Johannes und Frau Gerrtsen machte sich so ihre Gedanken zum Thema Beschneidung und ging in der Sauna auf Spurensuche.
Wahnsinnig lustig auch der Krankenhaussketch, eine Paraderolle für Theo Gertsen, der übrigens auch ganz gut Rap singen kann, wie er so schön schnörkellos unter Beweis stellte. Nach der Homage an die kleine Kneipe in der Klosterstraße (Milena Wehren und Sabine Gerritschen) stimmte der Silute-Chor ein Liedchen an. Und nicht nur die Akteure meinten zum krönenden Abschluss: Leck de Söck. Davon war sicher auch Gert Rompel überzeugt:Leck de Söck, waren die wieder einmal gut.

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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