Der DeichHeld kommt an den Niederrhein

Der Deichverband stellte die neue Info-Kampagne vor. (v.l. Praktikant Pascal Ollig, Markus Geurtz, Geschäftsführer Holger Friedrich, Deichgräf Herbert Scheers, Nokolai Müggeburg, Schäfer Mark Ricken und Daniel Arntz. (Foto: Dirk Kleinwegen)
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  • Der Deichverband stellte die neue Info-Kampagne vor. (v.l. Praktikant Pascal Ollig, Markus Geurtz, Geschäftsführer Holger Friedrich, Deichgräf Herbert Scheers, Nokolai Müggeburg, Schäfer Mark Ricken und Daniel Arntz. (Foto: Dirk Kleinwegen)
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Infokampagne von der Nordsee zeigt Vorteile der Schafsbeweidung

Für die Schafherden, auf den Deichen am Niederrhein, sind freilaufende Hunde eine gefährliche Angelegenheit. Die neue Aktion „Der DeichHeld“ soll auf dieses Problem aufmerksam machen.

Die Beweidung der Deichflächen durch Schafe könnte eine optimale Win-Win-Situation darstellen. Die Schafe fressen das Gras und düngen gleichzeitig die Flächen. Dabei haben die Schafe den goldenen Tritt. Das bedeutet, so erklärte der Geschäftsführer des Deichverbands Bislich - Landesgrenze, Holger Friedrich, dass die Hufe der Schafe dem Boden nicht schaden, sondern ihn noch stabiler machen. Um eine dichtere Grasnarbe zu erhalten ist zwischendurch auch normales Mähen angesagt. Die Mahd dient den Schafen dann als Winterfutter.

Doch leider gibt es an den Deichen Probleme mit freilaufenden Hunden. Die rennen in Schafherden hinein und verschrecken diese. Die Tiere brechen aus oder verletzen sich. Um die Gefahr zu verdeutlichen, wies Holger Friedrich auf einen Vorfall am vorletzten Wochenende in Voerde hin. Ein freilaufender Hund hatte in der Herde von Schäfer Maik Dünow auf dem Deich bei Mehrum, weidende Schafe gejagt. In Folge der Attacke erlitten mehrere Lämmer Beinbrüche, einige andere und auch Muttertiere Verstauchungen. Bei drei Tieren wurden Bisswunden festgestellt und zwei Lämmer müssen jetzt mit der Flasche aufgezogen werden, weil ihre Mütter sie nicht mehr annehmen.

Das zweite große Problem ist die Verunreinigungen der Flächen mit Hundekot. Dieser ist äußerst schädlich für die Schafe und sorgte auch wiederholt dafür, dass die komplette Mahd nicht als Futter verwendet werden konnte.

Obwohl auf den Deichflächen Anleinpflicht für Hunde besteht, halten sich die meisten Hundebesitzer nicht daran. Das Ärgernis besteht seit vielen Jahren und genau so lange versuchen Deichgräf Herbert Scheers und Geschäftsführer Holger Friedrich der Lage Herr zu werden.

Durch Zufall wurde Holger Friedrich beim 90. Geburtstag seines Patenonkels in Ostfriesland auf die Aktion „Deichheld“ aufmerksam. Die Deich- und Sielacht Esens wies mit pfiffigen Informationsschildern auf die Vorteile der Schafsbeweidung hin. Friedrich nahm Kontakt zum dortigen Geschäftsführer Meinhard Edzards auf und erhielt die Genehmigung, die dortige Aktion an den Niederrhein zu holen.

Seit letzten Freitag machen nun auch hier Schilder und Banner auf den „Deichheld“ aufmerksam. Am Reeser Skulpturenpark und am Ende der Lindenallee hängen als Eyecatcher mehrere Banner mit Schafen wie beispielsweise: „Ich bin ein DeichHeld! Meine Määäharbeit für einen gesunden und standhaften Deich“. Diese Banner werden später abwechselnd an verschiedenen Standorten im Verbandsgebiet aufgestellt. Zusätzlich werden rund 20 Informationsplakate an wichtigen Punkten der Deichstrecke aufgehangen. Diese Plakate sollen auf die Schafe hinweisen und den Hundebesitzer erklären, warum das Anleinen ihrer Vierbeiner unbedingt erforderlich ist.

Auch der Schäfer Mark Ricken aus Bienen hofft auf den positiven Effekt der Aktion. Seit dem letzten Wochenende ist er für die Beweidung des Deiches in Rees an der Lindenallee zuständig. Der 32-Jährige besitzt insgesamt rund 800 Schafe, die jetzt in Rees – aber auch in Dornick und Praest den Deich bevölkern. Auch seine Herden hatten bereits einige Zusammenstöße mit Hunden zu verzeichnen. Glücklicherweise ist es aber noch nicht zu bösartigen Verletzungen gekommen.

Der Deichverband stellte die neue Info-Kampagne vor. (v.l. Praktikant Pascal Ollig, Markus Geurtz, Geschäftsführer Holger Friedrich, Deichgräf Herbert Scheers, Nokolai Müggeburg, Schäfer Mark Ricken und Daniel Arntz. (Foto: Dirk Kleinwegen)
Die Plakate zum „DeichHeld“ sind auf den Deichen zwischen Bislich und der Landesgrenze zu finden. (Foto: Dirk Kleinwegen)
Autor:

Dirk Kleinwegen aus Rees

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