Zurück in die Kinderrolle

Andreas Kuhlmann erläutert der Gruppe die nächsten Schritte. Foto: Jörg Terbrüggen
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Zurück in den Unterricht ging es für 26 Lehrer aus Emmerich, Rees und Kalkar am Donnerstag im Willibrord-Gymnasium. Dabei spielten allerdings weder Deutsch noch Mathematik eine Hauptrolle. Vielmehr ging es hier um Prävention.

Der Lions Club Emmerich-Rees hatte zu dem zweieinhalbtägigen Seminar eingeladen. Im Mittelpunkt stand das Programm Lions Quest „Erwachsen werden“, ein Förderprogramm für zehn bis 15-jährige Schüler. Sie sollen nachhaltig darin unterstützt werden, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikativen Fähigkeiten zu stärken. Außerdem sollen sie Kontakte und positive Beziehungen aufbauen, Konfliktsituationen in ihrem Alltag angemessen begegnen und konstruktive Lösungen für Probleme aufzeigen können.
Damit nun Lehrkräfte das Programm professionell in ihren Klassen umsetzen können, werden sie von speziell ausgebildeten Trainern in Seminaren praxisnah geschult. Wie jetzt in Emmerich. Wichtig war Seminarleiter Andreas Kuhlmann, selbst Schulleiter einer Realaschule in Schloss Holte Stutenbrock, dass die Teilnehmer von Anfang an aktiv mitarbeiten. „Ich stehe nicht da vorne und halte Vorträge. Im Gegenteil. Ich ziehe mich immer weiter aus dem Programm zurück.“ Kuhlmann hat selbst als Lehrer dieses Seminar 1998 besucht und 2001 eine Ausbildung zum Lions Quest-Trainer absolviert.

Sechs Bereiche

Joachim Joosten, ehemaliger Schulleiter am Willibrord-Gymnasium und Lions-Mitglied: „Die Lehrer müssen sich wieder in die Kinderrolle hineinfügen, denn denen sollen sie es ja vermitteln.“ Gerabeitet wurde in sechs verschiedenen Bereichen. Dabei ging es unter anderem um das Selbstvertrauen, um Gefühle und Freundschaften, um das eigene zuhause und um Versuchungen, wie Rauchen und Alkohol. Andreas Kuhlmann ist von dem Programm überzeugt. „Die beste Profilaxe sind selbstbewusste Kinder. Sie sind nämlich weniger gefährdet in irgendwelche Süchte abzurutschen.“
Prävention mache daher immer Sinn, so Kuhlmann. „Ich habe eine Hauptschule in Berlin Wedding geleitet und hatte dort einmal die Woche die Polizei. Als ich dieses Programm, und natürlich auch andere Maßnahmen, durchgeführt hatte, kam die Polizei nur noch einmal im Vierteljahr.“ Auch Joachim Joosten schätzt Lions Quest. „Innerhalb der Klassen herrschte ein anderes soziales Klima. Es gab mehr Respekt voreinander“, blickte er auf seine Zeit als Rektor am Gymnasium zurück.

Eine Wochenstunde

Noch heute wird in der Klasse 5 eine Wochenstunde nur Lions Quest unterrichtet. Damit die Lehrkräfte das Programm auch den Schülern professionell vermitteln können, erhalten sie eine Materialsammlung mit Planungshilfen und Unterlagen. 2001 führte der Lions Club erstmals ein Seminar gemeinsam mit den Kollegen in Kalkar durch. 2009 fand das Seminare erstmals in Emmerich statt. Die gesamten Kosten übernahm der Lions Club Emmerich-Rees.

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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