Wiedersehen mit Schokolade

Wiedersehen an alter Wirkungsstätte. Anlässlich der Schokoladenausstellung waren ehemalige Mitarbeiter der Lohmann-Fabrik eingeladen worden.
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In der „Lohmann-Ecke“ der Ausstellung „Bittersüß - Schokoladen-Geschichte(n) aus Emmerich und aller Welt“ trafen sich im PAN ehemaligen Beschäftigte der alten Schokoladenfabrik Lohmann sowie einige Neugierige aus Elten und tauschten Bilder und Erinnerungen aus.

Von den Wänden schauten wohlwollend die Firmengründer Georg Neugebaur und Hugo Lohmann herab, ergänzt von den beeindruckenden alten Briefköpfen der Schokoladenfabrik aus dem 19. Jahrhundert. Direkt gegenüber allerdings düster ergänzt durch Ruinenfotos des durch den Bombenhagel 1944 zerstörten Betriebes. Dazwischen entfaltete sich bei Kaffee und Schokoladenkuchen ein vielfältiges „Weißt - Du - noch? von „Damaligen“, die Geschichten und Anekdoten von der damals 1.000-köpfigen Belegschaft, die zu 90 Prozent aus Frauen bestand, erzählten.
So wurden bei Lohmann einige Ehe gestiftet, die Mütter durften vor Beginn der Arbeitszeit ihre Kinder zur Betreuung ins damalige „Waisenhaus“ bringen. In dem Punkt „Unterstützung von berufstätigen Frauen“ war Lohmann der damaligen Zeit weit voraus. Eine ehemalige Mitarbeiterin berichtete, dass Sie alle Schokoladen-Rezepturen kannte und bis heute behalten hat und auch immer noch nicht verrät. Für die Arbeiterinnen mit den weißen Mützen ging es darum, Pralinen zu verzieren, Schachteln zu falten und diese mit Kostbarkeiten zu füllen. Sie erinnerten sich noch sehr deutlich an das Blattgold, das sie auf den Pralinen anbrachten. Die edlen Pralinenverpackungen wurden mit besonders kunstvollen Schleifen versehen, die sie bis heute immer noch beherrschen. Auf die Frage „ob sie sich selbst so ein Kunstwerk leisten konnten“ antworteten sie: „Oh nein, natürlich nicht. Wohl bekamen wir „Zuteilungen“.
In Spitzenzeiten des Saisongeschäfts (Ostern und Weihnachten) musste die Belegschaft noch weiter aufgestockt werden. So fuhren Lohmannbusse durch grenznahe holländische Orte, um auch von dort Saisonarbeiterinnen abzuholen und abends wieder zurück zu bringen. Irene Möllenbeck freute sich: „Dieses Ehemaligen-Treffen und die vielen erzählten Geschichten war wichtig und hat der Ausstellung ein besonderes Flair gegeben, da Zeitzeugen immer kostbarer weil seltener werden und eine Fabrik nicht nur aus Mauern und Maschinen besteht, sondern vor allem von Menschen getragen wird“.

Autor:

Lokalkompass Emmerich aus Emmerich am Rhein

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