25jähriges Dienstjubiläum für Oberbrandmeister Oliver Gerecht
Im Einsatz für die Menschen

Oliver Gerecht (links) feiert silbernes Dienstjubiläum. In seiner Hand hält er einen Teddy, ein selbstgemachtes Dankeschön einer älteren Dame. Neben ihm Frank Schacht, Leiter der Feuerwehr in Ennepetal. Foto: Pielorz
  • Oliver Gerecht (links) feiert silbernes Dienstjubiläum. In seiner Hand hält er einen Teddy, ein selbstgemachtes Dankeschön einer älteren Dame. Neben ihm Frank Schacht, Leiter der Feuerwehr in Ennepetal. Foto: Pielorz
  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

Oliver Gerecht (49) feiert als hauptamtlicher Feuerwehrmann sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt Ennepetal. Bürgermeisterin Imke Heymann wird ihm persönlich am Donnerstag, 27. Februar, im Rathaus gratulieren. Für den Feuerwehrmann ist sein Beruf eine Berufung. Etwas anderes kommt für ihn nicht mehr infrage. Angefangen hat seine berufliche Laufbahn aber ganz anders.

„Ich weiß nicht, ob ich schon als Kind den klassischen Wunsch hatte, Feuerwehrmann zu werden. Ich glaube eher nicht“, lacht er. Jedenfalls landete er zunächst auf den Weltmeeren und wurde Ausbilder auf dem Segelschulschiff Gorch Fock. Sechs Jahre fuhr er zur See. Die längste Fahrt dauerte fast ein ganzes Jahr und führte ihn eigentlich überall dahin, wo man eine Handbreit Wasser unterm Kiel hat. Thailand, Indonesien, Malediven, Brasilien – viele Traumurlaubsorte waren darunter. Für Oliver Gerecht war das natürlich keine Freizeit, aber er sagt noch heute. „Diese Jahre gehörten zu den schönsten Erlebnissen in meinem Leben. In der Regel lagen wir drei, vier Tage in den Häfen und natürlich hatte man die Möglichkeit auf Landgang. Ich habe unfassbar viel gesehen.“
Damals, so erzählt er, sei er 27 Jahre alt gewesen und habe einen dauerhaften Landgang durchaus mit Gedanken an Familie und Sesshaftigkeit verknüpft. Privat ist es anders gekommen, aber eine „Landratte“ wurde der „Seemann“ doch. „Mein Vater und meine Schwester sind bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und ich habe natürlich einiges mitbekommen. Nach meinem Ausscheiden aus der Marine wollte ich etwas machen, in dem auch Kameradschaft, Dienstgrade und Uniformen eine Rolle spielen. Meine Ausbildung in der Berufsfeuerwehr habe ich in Köln gemacht – ich wohnte damals in Wermelskirchen. Danach habe ich mich beworben und meinen Dienst in Ennepetal angetreten. Und selbstverständlich bin ich dann auch nach Ennepetal gezogen.“ Hier sei er mittlerweile richtig angekommen und fühle sich zuhause.

Viel mehr als Brandschutz

Neben dem Brandschutz ist Oliver Gerecht natürlich auch auf dem Rettungswagen im Einsatz. Auch die Gerätewartung, das Erstellen von Feuerwehrplänen und die Pflege von Datenbanken gehören zu den Aufgaben des Oberbrandmeisters. Er arbeitet im Schichtdienst – in der Regel 24 Stunden-Dienst mit 48 Stunden frei. Wobei 24-Stunden-Dienst- nicht bedeutet, 24 Stunden wach bleiben zu müssen, aber eben in Bereitschaft zu sein. „Ich mag meinen Job sehr. Das Team ist wie eine Familie. Das ist schön und ein sehr positiver Aspekt im Beruf.“
Das bestätigt auch Frank Schacht, Leiter der Feuerwehr in Ennepetal. Man sei hier gut aufgestellt, könne aber immer Nachwuchs gebrauchen – sowohl im hauptamtlichen als auch im freiwilligen Dienst der Feuerwehr. „Es gibt schon viele Bewerber, aber nicht genug Ausbildungsplätze. Außerdem sind die Anforderungen, vor allem die körperlichen Bereiche, nicht gerade klein.“ 48 Hauptamtliche sind derzeit in Ennepetal im Einsatz für den Dienst am Menschen, die von rund 170 aktiven freiwilligen Feuerwehrleuten im Ehrenamt unterstützt werden. Oliver Gerecht hält sich natürlich auch selbst fit. „Ich spiele zwar nicht mehr aktiv Fußball, aber ich bin Jugendleiter des FC Blau Weiß Voerde sowie Geschäftsführer und Trainer im Frauenfußball bei der U 15. Außerdem gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio.“
Wenn Oliver Gerecht dann noch etwas Zeit hat, hört er gern Musik (alles querbeet). Nicht nur er, auch seine Kollegen, freuen sich über das, was sie aus dem Beruf zurückbekommen. „Natürlich gibt es auch vereinzelt (verbale) Gewalt gegenüber den Rettungskräften. Aber das Thema ist in großen Städten präsenter als bei uns. Dennoch erleben wir aber grundsätzlich in der Gesellschaft eine Zunahme der (verbalen) Respektlosigkeit. Wir machen aber auch oft die Erfahrung von Dankbarkeit. Gerade bei Rettungseinsätzen oder im Brandschutz ist das der Fall“, erzählt Frank Schacht und berichtet von einer älteren Dame, die ihn nach einem Brandeinsatz aufsuchte. Zum Dankeschön gab es von ihr einen handgefertigten Teddy – ein Glückssymbol für die Feuerwehr bei den kommenden Einsätzen.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen