Stromerzeugung der Zukunft: GE bezweifelt Wirtschaftlichkeit von Kernkraft

Quelle: Financial Times Deutschland

Noch ist General Electric einer der größten Ausrüster von Atomkraftwerken. Doch Konzernchef Jeffrey Immelt sieht die Zukunft der Energieerzeugung eher bei Gas und Wind – wegen der Kosten. von Pilita Clark, London
Stromerzeugung mit Kernkraft ist aufgrund der Kosten “wirklich schwierig” zu rechtfertigen. Das sagt Jeffrey Immelt, Chef von General Electric, einem der weltweit größten Ausrüster für Kernkraftwerke.
“Erdgas und Wind stehen heute im Vordergrund”, sagte Immelt der Financial Times mit Blick auf zwei Energiequellen, auf die seiner Meinung nach die meisten Länder umschwenken. Gas werde dauerhaft billig, prognostizierte der Manager.
General-Electric-Chef Jeffrey Immelt
“Wenn ich mit Chefs von Ölunternehmen rede, sagen die mir, sie finden ständig neue Gasvorkommen. Atomstrom lässt sich nur noch schwer rechtfertigen, sehr schwer. Erdgas ist momentan so billig, und irgendwann kann man die wirtschaftliche Seite einfach nicht mehr ignorieren”, sagte der Manager.
Die meisten Länder würden sich für eine Kombination aus Erdgas und Windkraft oder Solarenergie entscheiden, sagte Immelt. Seine Aussagen verdeutlichen, wie sehr sich die Schiefergasrevolution in den USA, die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die sinkenden Preise für einige erneuerbare Energien auf den weltweiten Energiemarkt auswirken.
Für Länder wie Großbritannien, die Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen bauen wollen, wird dies zunehmend zum Problem. Die Regierungskoalition kann sich noch nicht darauf einigen, ob ein neues Emissionsziel eingeführt werden soll, demzufolge der CO2-Ausstoß des Stromsektors bis 2030 gegen null gehen soll. Die Konservativen sprechen sich dagegen aus, die Liberaldemokraten sind dafür.
Immelt stützte eher die Liberaldemokraten, als er sagte, GE habe die Emissionsvorgaben der EU als hilfreich empfunden. “Ich denke, mit Hilfe von neuen Standards ließen sich Innovationen manchmal wirklich vorantreiben”, sagte er.
Analysten schätzen GEs Umsatz aus dem Atomgeschäft im Rahmen eines Joint Ventures mit dem japanischen Konzern Hitachi auf 1 Mrd. Dollar. Das ist weniger als ein Prozent des jährlichen Konzernumsatzes.
GE wird am Montag ankündigen, dass der Konzern seit 2006 mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz in Olympiastädten erwirtschaftet hat, darunter 100 Mio. Dollar durch die Spiele in London.

Autor:

Sven Hustadt aus Ennepetal

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen