Läufer-Traum
TV Hasperbach beim "Ur"-Marathon dabei

Diese sechs Sportler des TV Hasperbach reisten nach Griechenland, um einmal den "echten" Marathon zu laufen. Dieter Schmückert konnte verletzungsbedingt nicht starten, die anderen fünf erfüllten sich ihren (Läufer-)Traum und schafften es ins Ziel.
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  • Diese sechs Sportler des TV Hasperbach reisten nach Griechenland, um einmal den "echten" Marathon zu laufen. Dieter Schmückert konnte verletzungsbedingt nicht starten, die anderen fünf erfüllten sich ihren (Läufer-)Traum und schafften es ins Ziel.
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Der Lauftreff des TV Hasperbach startete beim Ur-Marathon in Griechenland. Nach monatelangem Training halten alle durch und schaffen es - im eigenen Tempo - in Athen ins Ziel.

Welcher Langstreckenläufer träumt nicht davon, einmal das "Original" zu laufen? In der Nähe des historischen Ortes Marathon soll um etwa 490 v. Chr. die Schlacht bei Marathon zwischen Persern und Athenern stattgefunden haben, aus der die Athener siegreich hervorgingen. Der Bote Pheidippides soll der Legende nach die Kunde des Sieges vom Schlachtfeld in das ungefähr 40 Kilometer entfernte Athen gebracht und nach Überbringung der Nachricht an Erschöpfung gestorben sein. Sechs Hasperbacher Lauftreffler erfüllten sich jetzt einen langgehegten Wunsch, und waren auf der Strecke in Griechenland dabei.
Der Ansturm von Läufern aus der ganzen Welt ist überwältigend. Es wird klar, was für ein gigantisches Laufevent bevorsteht. Trotz der Erfahrungen von diversen internationalen Läufen sind auch die „Lauf-Dinos“ Dieter Schmückert und Uwe Jürries tief beeindruckt von der Kulisse.
Nach einer kurzen Nacht ist es so weit: Der Tag, an dem sich auf der Strecke zeigen wird ob das monatelange Training ausgereicht hat. Zusammen mit Läufern aus der ganzen Welt wird Schlange gestanden, um einen Platz in einem der unvorstellbar vielen Busse nach Marathon zu ergattern. Entlang der Strecke aus Athen heraus wird klar, dass die Läufer ein anspruchsvolles Höhenprofil erwartet.
Dieter Schmückert, der verletzungsbedingt nicht starten kann, hat die Gruppe begleitet und fährt nun voraus nach Athen. Jetzt gilt es, das monatelange Training in eine gute Zeit zu verwandeln. Andi Sitterli und Uwe Jürries laufen voran, Pekka Unflath, Hans-Jürgen Mücke und Benedict Pavelka laufen die ersten Kilometer zusammen.
Die ersten Meter laufen sich wie von selber, getragen von Wellen der Euphorie, die den Läufern entlang der Strecke förmlich entgegenschwappt. Menschen reichen in alter Tradition Ölzweige und strecken ihre Hände zum Abklatschen aus und immer wieder ertönen „Bravo“-Rufe. In einigen Dörfern herrscht Ausnahmezustand, streckenweise ist die Musik so laut, dass man sich die Ohren zuhalten muss. Die Hasperbacher spulen routiniert die ersten Kilometer herunter, bald läuft jeder für sich.
Doch einige Kilometer nach dem Start in Marathon erreichen die Läufer die Region der schweren Waldbrandkatastrophe des Sommers. Die Stimmung ist gedrückt. Schwarz gekleidete Menschen am Straßenrand vermitteln einen Eindruck der Katastrophe. Ganze Dörfer wurden ausgelöscht, die einst von Pinien und anderen Bäumen gekennzeichnete Region wirkt erdrückend. Entsprechend sind die Sportler einige Kilometer lang in Gedanken bei den Menschen, die ihr Leben auf tragische Art und Weise verloren haben.
Bis kurz nach Kilometer 31 steigt die Strecke dann kontinuierlich an. Die letzten Kilometer sind fast unerträglich, denn auch die Sonne scheint sehr intensiv bei fast 20 Grad, sodass fast jede der Getränkestationen genutzt wird. Das Teilnehmerfeld wird von Kilometer zu Kilometer lichter.
Dann endlich die Stadtgrenze von Athen. Es sind jetzt nur noch wenige Kilometer bis ins Ziel. Immer wieder spornen Trommlergruppen das Durchhaltevermögen an. Die letzten Meter bis ins Ziel ziehen sich, doch es geht bergab.
Die Stimmung beim Zieleinlauf ist in Worten nur schwer zu beschreiben. Das U-förmige Panathinaiko-Stadion scheint alle mit offenen Armen zu empfangen. Das Eingangstor wird bei Kilometer 42 passiert. Sie haben es tatsächlich geschafft: Das Ziel ist erreicht, fünf Läufer des TV Hasperbach haben durchgehalten, jeder in seinem Tempo. Im Zielbereich klatschen sie sich ab und freuen sich über alle Maßen, dass sie diese anspruchsvollen letzten Kilometer überstanden haben.
Gemeinsam beschließen sie, nach dem Rennen noch einmal auf die Tribünen des Stadions zurückzukehren, um das Glück des Augenblicks mit einem Blick in das antike Stadion auszukosten.
Der nächste und letzte Tag vergeht touristisch: mit einem langen Spaziergang quer durch die Stadt, um Mitbringsel für daheim zu erstehen und den berühmten Wachwechsel als letzten Eindruck hellenistischer Traditionen mit nach Hause zu nehmen.
Als Fazit bleibt ein großartiges, und unvergessliches Sporterlebnis, das für alle Hasper irgendwann mal nur mit dem Wunsch begann, die eigene Fitness durchs Laufen zu stärken. Und niemand dachte wohl daran, es einmal einem antiken Läufer gleichtun zu können und sportliche Höchstleistungen zu erbringen.
Die Ergebnisse der fünf Hasperbacher Läufer von insgesamt 18.750 Startern: Andi Sitterli, Platz 2751, 644. AK-Platz, 76. Deutscher, 3:53:39 Stunden (PB); Benedict Pavelka, Platz 3959, 859. AK-Platz, 127. Deutscher, 4:04:53 Stunden; Hans-Jürgen Mücke, Platz 4202, 434. AK-Platz, 132. Deutscher, 4:07:24 Stunden; Pekka Unflath Platz 4880, 506. AK-Platz, 144. Deutscher, 4:13:50 Stunden; Uwe Jürries, Platz 5836, 119. AK-Platz, 167. Deutscher, 4:22:10 Stunden.
Wer Interesse am Laufsport hat und mitmachen möchte, kann sich gerne an den Lauftreff des TV Hasperbach wenden: Dieter Schmückert, Telefon 02331/401154 oder lauftreff@tv-hasperbach.de

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