„Blechpappe“: Der Kübel-Trabi der Familie Hilpert

Holger Hilbert hat den grünen Trabi-Geländewagen P 601 Kübel zusammen mit Sohn Carsten wieder in Schuss gebracht.       Foto: Jarych
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  • Holger Hilbert hat den grünen Trabi-Geländewagen P 601 Kübel zusammen mit Sohn Carsten wieder in Schuss gebracht. Foto: Jarych
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Mittwoch ist Feiertag, und zwar ein besonderer: Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, feiern wir die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland, die 1989 mit der Öffnung der Zonengrenze begann.
In den darauffolgenden Wochen, Monaten und Jahren war es neben einem putzigen Zweibeiner, dem Ampelmännchen der „Ossis“, vor allem ein Zweitakter, der sich in die Herzen der Westler schlich: Der Trabi pötterte über unsere Straßen, und das Plastik-Gefährt, das viele nicht so ganz ernst nehmen konnten, weil die „Rennpappe“ sie an ein Spielzeugauto erinnert, fand im Westen reißenden Absatz.

Heute ist der Trabant selten geworden auf unseren Straßen. Nur manchmal sieht - und hört - man noch einen fahren, der diesen unverwechselbar nostalgischen Duft nach Rasenmäher-Sprit verbreitet. Auch der Schwelmer Ingenieur Holger Hilpert hat noch einen Trabi, und zwar einen ganz besonderen: „Von diesen Trabi-Geländewagen wurden in Zwickau nur 10.000 gebaut, 8.000 davon waren für militärische Zwecke bestimmt, 2000 wurden als Forstkübel ausgeliefert. Leider konnten wir anhand seiner Papiere nicht mehr feststellen, wo unserer herkommt und wo er eingesetzt wurde.“

Mit seinem Sohn Carsten hat Diplom-Ingenieur Hilpert, gelernter Kfz-Mechaniker und heute als Kfz-Sachverständiger tätig, den Trabi-Kübelwagen Baujahr 1979 Stück für Stück restauriert. „Als mein Sohn etwa zwölf war, träumte er davon, einen Oldtimer zu haben“, erinnert sich der Vater schmunzelnd. „Ein Trabi war die günstigste Lösung, und so kauften wir erst 2005 eine Limousine. 2006 konnte diesen Wagen einem Kunden abkaufen. Nach und nach haben wir das Verdeck erneuert, die Lackierung wieder dem Orginalton angepasst - gekauft hatten wir ihn in hellgrün-metallic. Bremsen und Reifen mussten erneuert werden, und die Lichtmaschine war zunächst nicht angeschlossen: Nach zwei Stunden Fahrt war Schluss.“

Heute fährt der Filius, inzwischen 19. selbst gelegentlich den gemeinsam in Schuss gebrachten Wagen mit H-Kennzeichen. Freilich, Komfort ist was anderes: „Keine Servolenkung, keine Servobremsen, es ist eben alles etwas rustikal“, sagt Holger Hilpert. „Und es ist sehr laut - nicht nur das eigene, sondern auch die anderen Autos. Das hält man auf der Autobahn nicht lange aus.“

Kein Wunder, schließlich hat der Kübelwagen - ganz militärtauglich - keine Türen. Zwar besitzt die „Blechpappe“ Motor und Technik wie ihr ziviler Bruder, aber die Karosse ist anders: Abgesehen von Motorhaube und den vorderen Kotflügeln ist der Kübelwagen mit Faltverdeck aus echtem Blech.

Fotos: Jarych

Autor:

Carmen Möller-Sendler aus Ennepetal

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