Geboren im falschen Körper - „Option B bitte“: Biografie der Ennepetalerin Miriam Kassner jetzt auch als Hörbuch

Die Ennepetaler Autorin und freie Künstlerin Miriam Kassner hat noch viele andere Interessen. Foto: Schneidersmann
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Unter dem Titel „Diese Frau war mal ein Mann“ berichtete die wap vor gut einem Jahr über „Miri K.“, deren Buch „Option B bitte - Einzelfahrschein“ im Januar 2012 auf den Markt kam. Anfang Juni ist der Bericht über ihre Geschlechtsumwandlung als Hörbuch erschienen, gesprochen von Björn Korthof, und im Leben von Miriam Kassner hat sich so einiges getan.

„Mittlerweile habe ich mich als freie Künstlerin selbstständig gemacht“, sagt sie. „Ich schreibe Skripte und Werbeanzeigen für Schausteller, ich stand vor Kurzem für ein Video zum Harlem Shake vor der Kamera, drehe in diesem Jahr noch meinen ersten Film und organisiere gerade eine He-Man-Convention in Bayern.“

Die Begeisterung für die He-Man-Figuren ist geblieben aus der Zeit, als Miriam noch ein kleiner Junge war, Vitrinen voller Actionfiguren in ihrer Ennepetaler Wohnung zeugen davon. Mittlerweile hat sie sogar ein Theaterstück geschrieben, gemeinsam mit anderen, in dem die „Masters of the Universe“ liebevoll auf die Schippe genommen werden: „Wir haben uns zu den Charakteren eine eigene, witzige Geschichte ausgedacht, die auch Uneingeweihte verstehen können.“ Im September wird „He Man“ wieder mit dem Bochumer Theater Phalanx aufgeführt, Miriam spielt den muskelbepackten, blau gefärbten Charakter Webstor, aus dem sie eine Webstora gemacht hat - klein, zierlich, mit Minirock und furchterregender Plastikwaffe. Ganz wie im echten Leben, wo der junge Mann aus Voerde sich umoperieren lassen und eine neue Identität angenommen hat, nachdem ihm über Jahre hinweg klar geworden war, dass er schon immer eine Frau im - allerdings eher schmächtigen - Männerkörper gewesen ist.

Darüber spricht heute die schmale, dunkelhaarige Frau mit dem klugen Lächeln auch in Workshops für Lehrer und Schüler, die sie im Bochumer Beratungszentrum „Rosa Strippe“ begleitet. Und ist stolz auf ihre Mutter, die sich bei Weltbild beschwerte, als der katholische Verlag das Buch ihrer Tochter plötzlich aus dem Sortiment nahm. Mit Erfolg: Für zwei, drei Monate wurde „Option B, bitte“ wieder ins Programm aufgenommen, bevor es - ebenso wie alle anderen Werke, die sich mit Homo- und Transsexualität, Geschlechtsumwandlung „und überhaupt allem, das anders ist“, wie Miri K. es formuliert - endgültig ver-schwand. Gerade schreibt sie an ihrem zweiten Roman, der 2014 fertig sein soll.

„Option B bitte - Einzelfahrschein“ (will heißen: ohne Rückfahrkarte) kann man im Buchhandel beziehen oder das Hörbuch als mp3-Datei im Netz herunterladen.

www.option-b-bitte.de, www.facebook.com/mirikassner

Autor:

Carmen Möller-Sendler aus Ennepetal

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