Borbecker Buch- und Kulturtage 2013: Das Leben kann echt grausam sein, aber auch schön!

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Wo: Dreifaltigkeitskirche , Stolbergstrau00dfe 54, 45355 Essen auf Karte anzeigen

Am 21.02.2013 las die Essener Autorin und bildende Künstlerin Angelika Stephan im Gemeindesaal der Dreifaltigkeitskirche unter dem Titel „Entflammtes Herz – Gefühlsrückgaben“ aus ihrem Buch „Entflammtes Herz“, ISBN 978-3-86268-189-1, Engelsdorfer Verlag, und weiteren ihrer Werke Kurzgeschichten, Erzählungen und Lyrik.

Da die Künstlerin auch einige ihrer Originalbilder mitgebracht hatte, stellte sie diese ebenfalls vor. Begleitet wurde sie von dem bekannten Musiker Mitchel Summer auf der Gitarre und Mandoline.

Beide Künstler wurden zu Beginn der Lesung von einem Gemeindemitglied vorgestellt, wobei hervorging, dass sie bereits zahlreiche und erfolgreiche Aktivitäten regional, bundesweit und zum Teil auch international vorweisen konnten.

Der Titel der Lesung „Entflammtes Herz – Gefühlsrückgaben“ deutete auf Reaktionen zu Ungerechtigkeiten hin. Die Geschichten von Angelika Stephan waren keine leichte Unterhaltungslektüre, sondern entsprachen eher der Kategorie „Drama“. Laut Angelika Stephan haben alle ihre Geschichten einen wahren Ursprung, sind Selbsterlebtes, stammen aus Zeitungsartikeln oder wurden ihr erzählt. Dabei hat die Autorin die wahren Inhalte noch abgemildert und jeweils in einer fantasievollen Geschichte verarbeitet. Ja, das Leben kann tatsächlich grausam sein – aber auch schön, was die Autorin nicht vergessen hat, z.B. in ihrem Gedicht „Glück“.

Angelika Stephan: „Missstände in zwischenmenschlichen Beziehungen haben mich allgemein betroffen gemacht und dazu veranlasst, meine Geschichten zu schreiben, quasi aus Empörung darüber.“ Und dies ist, laut Autorin, ihre Intention – den Zuhörer darauf aufmerksam machen.

Die Darstellung ihrer Charaktere und deren Gefühlsmomente, die sie ausführlich beschrieben hatte, stimmten beim Vorlesen nachdenklich. Die Protagonisten in ihren Geschichten wehrten sich gegen ungerechte Behandlungen und entwickelten mitunter makabere Ideen als Gefühlsrückgaben.

Ihre spannenden Kurzgeschichten nahmen oft einen überraschenden Verlauf oder überließen es dem Zuhörer, über das Ende der Geschichte hinaus eigene Mutmaßungen anzustellen. Angelika Stephan zeigte ein Auf- und Ab der Gefühlssituationen auf, die in alltäglichen Situationen entstehen konnten. Ihre Texte sind dem Genre Krimi entnommen worden, stammten aus dem alltäglichen Bereich oder aus der Vergangenheit. In bildhafter Sprache schrieb sie diese nachdenklichen, spannenden, traurigen, makaberen und satirischen Geschichten, wobei aber auch lustige Elemente, z.B. in „Der Coup“, zum Vorschein kamen.

Die ausgewählten und gefühlvollen Lyrikbeiträge vertieften jeweils das Thema einer vorangegangenen Geschichte.

Gelungene Musikeinlagen von Mitchel Summer auf der Gitarre oder Mandoline und passende Musikunterlegungen bei einigen Texten sowie die Einbindung des Publikums, sei es bei einem Dialog oder einer zusätzlichen Textsequenz, sorgten für abwechselungsreiche Unterhaltung und ließen keine Langeweile aufkommen.

Das zahlreich erschienene Publikum reagierte sehr positiv auf das Erzählte, erkannte den hintergründigen Witz und allzu Menschliches. Als die Autorin auf einige ihrer Kunstartikel und ihre Bücher aufmerksam machte, die man im Foyer des Gemeindesaals erwerben konnte, wies sie auch auf eine von ihr mit Kunstdruck gestaltete Spardose hin. Ihre scherzhafte Bemerkung: „Damit könne man sparen, bis man sich ihre Bilder leisten könne“, wurde vom Publikum verstanden und mit Lachen kommentiert.

Hervorzuheben ist auch die liebevoll gestaltete Tischdekoration (Tischkarten mit Auszügen aus den Gedichten der Autorin mit Bildbeispielen) sowie das gelungene Angebot an Leckereien und Getränken, das diesem Leseabend einen würdigen und gemütlichen Rahmen verlieh und genauso abwechselungsreich war wie die Texte der Autorin - süß, salzig, fruchtig und pikant - .

Auch nach der Lesung stand Angelika Stephan den Zuhörern mit Auskünften über Kunst und Literatur zur Verfügung, was gerne angenommen wurde und so auch die Verweildauer der Gäste zusätzlich erhöhte.

Ich habe mich als Zuhörer dort sehr wohlgefühlt an diesem amüsanten. kurzweiligen und sehr gut besuchten Leseabend mit Musik.

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