Hoch lebe die Tradition: Bergbaukolonie Schönebeck feiert Sommerfest

Fotos: Michael Gohl
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Das 25-jährige Bestehen des Vereins Bergbaukolonie Schönebeck wurde in der Siedlung an der Ardelhütte, Schacht-Kronprinz-Straße und Schönebecker Straße mit einem Sommerfest begangen. Auf dem Festplatz an der Schacht-Kronprinz-Straße erwartete Besucher ein Programm mit jede Menge Highlights.

Von Doris Brändlein

Der Auftritt des Chores der Ruhrpott-Revue am frühen Abend brachte die passende Stimmung auf den Festplatz. 'Wir sind authentisch, bunt, musikalisch, unperfekt, schräg und humorvoll', so beschreiben sich die Mitglieder der Revue, die in ihrer Sommerpause auf Open-Air-Tournee sind. Und die Beschreibung ist mehr als treffend. „Wir wollen bei unseren Auftritten eine Kultur des Mitmachens, Mittanzens und Mitsingens fördern“ erklärt Karlheinz Freudenberg, der Mann mit der Gitarre bei der Ruhrpott Revue. Und das gelingt den neun Sängerinnen und Sängern am Samstag perfekt. Mit ihren Songs reißen sie das Publikum mit, es wird getanzt und beim Steigerlied stimmen auch die jüngeren Besucher fröhlich mit ein. „In unserer Sommerpause sind wir mit einem Musikprogramm unterwegs, das wir in diesem Jahr unter dem Motto 'Kohle ade' zusammengestellt haben“ weiß Vorsitzender Freudenberg.

Die Ruhrpott-Revue ist eigentlich das Ergebnis eines Mehrgenerationen- Theaterprojektes aus dem Kulturhauptstadtjahr 2010. 30 bis 40 Laien-Schauspieler, im Alter von 18 bis 85 Jahren, treten zweimal im Monat mit immer neuen Theaterstücken in der Zeche Carl in Altenessen auf und haben „Spaß inne Backen“, wie Theatergründer und –leiter Bodo Roßner versichert. Auch mit ihrem Bürgerprojekt 'Mehr Bänke für müde Gelenke' wollen sie nicht nur in Altenessen erfolgreich sein, sondern „wir wollen das auch in die anderen Stadtteile weitertragen“ wünscht sich Roßner.

Doch nicht nur für musikalische Unterhaltung hatte der Verein gesorgt. Im 2006 eingeweihten Vereinsheim, das seitdem auch als Ausstellungsstätte genutzt wird, konnten sich die Besucher auf großformatigen Fototafeln über die Geschichte der Bergbaukolonie informieren. Hans und Irmgard Hennigfeld, seit 50 Jahren in der Ardelhütte wohnhaft und seit 25 Jahren Mitglieder im Verein, genießen unter den Ausstellungsstücken wie Grubenlampe, Hauerbrief und Schachthut stilechte Currywurst mit Brötchen. „Ich habe als Kassierer im Verein mitgearbeitet“ erzählt Hans Hennigfeld und seine Frau Irmgard wünscht sich zum 25. Geburtstag des Vereins nur eines: Ich wünsche mir, dass wir hier den Platz behalten können“.

Pacht läuft aus

Das ist auch die große Hoffnung des Vereinsvorstandes. Da der Pachtvertrag für den Festplatz 2020 ausläuft, ist die Planung für die nächsten Jahre noch etwas ungewiss. „Wir wollen die Veranstaltungen auf jeden Fall weiter stattfinden lassen“ beteuert Karsten Fähndrich vom Vorstand. „Alternativen zu finden, ist extrem schwierig und wir würden natürlich sehr gerne hierbleiben“. Auch der erste Vorsitzende Dieter Kunkel hat einen Wunsch für die nächsten 25 Jahre: „dass die Bergbaukolonie so gesund und munter bleibt wie heute“.

Info:

Die Bergbausiedlung Schönebeck hat eine lange Tradition. In den Anfängen des 20. Jahrhunderts als arbeitsplatznahe Wohnungen für Bergleute erbaut, erfreuen sich die ehemaligen Zechenhäuser auch heute noch großer Beliebtheit. Der Verein Bergbaukolonie Schönebeck, gegründet 1993, kann inzwischen auf eine 25-jährige Tradition zurückblicken und das sollte natürlich angemessen gefeiert werden. Der Verein hat sich die Verbreitung des Wissens um die lokale Bergbaugeschichte und das aktive Eintreten für Heimatpflege, Heimatkunde und heimatliches Brauchtum auf die Fahnen geschrieben.

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