Lesung im Lutherhaus wird Reise durch die globale Textilindustrie

Imke Müller-Hellmann war in Bangladesh, China, Vietnam Portugal, auf der schwäbischen Alb und in Thüringen, um die Menschen zu treffen, die ihre Jeans und T-shirts produziert haben. Im Lutherhaus stellte sie ihr Buch "Leute machen Kleider" vor. Fotos: Debus-Gohl
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  • Imke Müller-Hellmann war in Bangladesh, China, Vietnam Portugal, auf der schwäbischen Alb und in Thüringen, um die Menschen zu treffen, die ihre Jeans und T-shirts produziert haben. Im Lutherhaus stellte sie ihr Buch "Leute machen Kleider" vor. Fotos: Debus-Gohl
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"Ich habe gestern Morgen gefrühstückt. Einen Espresso, zwei Scheiben Brot, Butter und Marmelade. Ich war noch müde und ich habe die Handgriffe der Zubereitung im Halbschlaf getätigt. Ich habe Wasser in den unteren Teil der Espressokanne gefüllt, bis zu dem Ventil am oberen Rand. Ich habe den siebähnlichen Einsatz eingelegt, die Küchenschranktür aufgeschoben und die Dose mit dem Espressopulver herausgegriffen."

Das ist der Anfang ihrer Kurzgeschichte „Frühstück“, die Imke Müller-Hellmann auf die Idee gebracht hat, den zugrunde liegenden Gedanken weiterzuspinnen. Welche Menschen stecken hinter den Gebrauchsgütern, mit denen wir täglich umgehen? So ist ihr zweites Buch "Leute machen Kleider - Eine Reise durch die globale Textilindustrie" entstanden.
Knapp drei Jahre war sie für das Buch im Einsatz. Um herauszufinden, welche Menschen ihre zehn Lieblingskleidungsstücke hergestellt haben, reiste sie nach Bangladesh, China, Vietnam Portugal, auf die schwäbische Alb und nach Thüringen. „Ich wollte die Menschen kennenlernen, die mein T-Shirt, meine Jeans, meine Lieblingssocken und -schuhe angefertigt haben, ihre Träume, ihre Wünsche für die Zukunft“, erzählt die Autorin.

Fokus auf fair gehandelten Textilien

„Schon bei meiner ersten Station bei einer textilverarbeitenden Firma auf der Schwäbischen Alb merkte ich, wie wenig Ahnung ich von textiler Herstellung habe. Das ist eine gigantische, weltweit vernetzte Industrie. In meinem Buch erzähle ich nicht nur Skandalgeschichten. Es war mir wichtig, die Menschen kennenzulernen, etwas über ihren Tagesablauf, ihren Alltag, ihre Freizeit, ihre Familien und ihre Arbeit zu erfahren“, versichert die 42-jährige.
Alles was sie auf ihrer Reise erlebt hat, schreibt sie auf. Auch wenn es nicht ihrer eigenen Meinung entspricht. Und daraus entsteht ein spannendes, einfühlsames, witziges und manchmal auch Entsetzen hervorrufendes Buch über die Menschen hinter der globalen Textilindustrie. Das Bibliotheksteam des Lutherhauses hatte in Kooperation mit dem Gemeindedienst für Mission und Ökumene und dem Weltladen die, in Bremen lebende und arbeitende, Autorin zu einer Lesung eingeladen.
„Wir haben in diesem Jahr den Fokus auf fair gehandelten Textilien, und haben deshalb mit Imke Müller-Hellmann Verbindung aufgenommen“, berichtet Sigrun Böke vom Weltladen Essen-Borbeck.
Bei ihrer Lesung im Lutherhaus zog Müller-Hellmann mehr als 50 interessierte Zuhörer in ihren Bann. Schon bei der Kurzgeschichte "Frühstück", mit der alles begann, herrscht fast atemlose Stille in der Kirche in der Bandstraße. „Man wird beim Zuhören förmlich in die Geschichte mit hineingezogen“, erzählt eine begeisterte Zuhörerin.

Nächste Lesung Anfang September

Auf ein neues Buch angesprochen schmunzelt Müller-Hellmann: „Ich habe drei Ideen für neue Bücher, bremse mich aber, weil das gerade zu viel wird.“ Im Moment ist sie für zahlreiche Lesungen gebucht, so auch in Vught und Groningen, wo gerade ihr erstes Buch „Verschwunden in Deutschland“ in der niederländischen Übersetzung erschienen ist. Auch als Sozialpädagogin, sie begleitet Menschen mit Behinderung auf der Suche nach Arbeit, ist sie weiter tätig. Die Leser müssen also noch etwas Geduld haben. Das Interesse an der Lesung war groß.
Wer Imke Müller-Hellmann persönlich bei einer Lesung treffen möchte, hat dazu Anfang September in Oberhausen, Dortmund und Mülheim die Gelegenheit.

Text: Doris Brändlein

Imke Müller-Hellmann war in Bangladesh, China, Vietnam Portugal, auf der schwäbischen Alb und in Thüringen, um die Menschen zu treffen, die ihre Jeans und T-shirts produziert haben. Im Lutherhaus stellte sie ihr Buch "Leute machen Kleider" vor. Fotos: Debus-Gohl
Das Interesse an der Lesung war groß.
Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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