Nichts für "schwache Nerven":
Mit dem Bus nach Luxor

Willkommen im "Tal der Könige" in der Nähe von Luxor. Ein Muss für jeden Ägypten-Liebhaber.
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  • Willkommen im "Tal der Könige" in der Nähe von Luxor. Ein Muss für jeden Ägypten-Liebhaber.
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Essen. Wer eine Reise macht, hat in der Regel viel zu erzählen. Wer nach Ägypten fährt, könnte ein Buch schreiben. Und dies meint die Autorin dieser Zeilen keineswegs negativ, denn das Land der Pharaonen, Pyramiden und der Sphinx bieten jedem Besucher eine Vielzahl von Attraktionen. In Ägypten kann man nicht nur Sonne, Strand und das Rote Meer in vollen Zügen genießen, sondern auch die Kultur. Nach meinem letztjährigen Trip nach Kairo (von Hurghada aus), hatte ich in diesem Jahr Luxor auf dem Plan. 

Kaum in Marsa Alam, eine Kleinstadt im südlichen Ägypten am Roten Meer gelegen, gelandet, galt es gleich am nächsten Morgen den hiesigen Reiseleiter zu treffen. Und dieser schwärmte von Luxor, dem Tal der Könige und die verschiedenen Königstempel. Schnell war die Exkursion am Samstag in die Stadt am östlichen Ufer des Nils in Oberägypten gebucht und die Vorfreude war groß. Doch zugleich ahnte ich, was mich erwartete: Kurz nach vier Uhr morgens wurde ich samstags von einem Kleinbus am Hotel abgeholt und mit weiteren kulturinteressierten Touristen gen Oberäpyten gefahren. Es lagen rund 400 Kilometer Fahrt vor uns und wir reden hier wahrlich nicht von einer ausgebauten A3 in Richtung Süden. Nach anderthalb Stunden wurde das Gefährt gewechselt und ab ging es in den Reisebus, wo uns auch gleich der hiesige Reiseführer Reda begrüßte. Der 57-jährige Ägypter, der an der Uni Kairo einst Germanistik studierte und zudem seinen Master in ägyptischer Archäologie absolvierte, entpuppte sich später auf der Fahrt als lebendes, archäologisches Lexikon. 

Reda, das lebende, archäologische Lexikon

Gegen zehn Uhr kam die 20-köpfige Reisegruppe schließlich in Luxor an und bei satten 46 Grad (!) im Schatten besuchten wir zunächst die größte Tempelanlage des Landes, den Karnak-Tempel. Die ältesten heute noch sichtbaren Baureste des Tempels wurden uns, dank Experte Reda, in allen Facetten und Dynastien erklärt. Und der architektonische Laie staunt nicht schlecht, was die Ägypter lange vor Christus, ohne Kran und schweren Maschinen, am Nilufer auf die "Beine" gestellt haben. Die Anlage ist monumental und zugleich atemberaubend, wurde sie doch bis hin zur Römerzeit stets erweitert. Nach anderthalb Stunden vor Ort sind wir nicht nur "gut gebraten", auch geschichtsmäßig bestens aufgestellt, da unser Reiseführer alles detalliert erklärt hat. 
Bevor wir jedoch den klimatisierten Bus erreichten, musste die Touri-Truppe  die Gasse der aufdringlichen Händler überstehen. "Ich mache guter Preis, mein Freund", "alles ein Euro": Ein Blick in die falsche Richtung reicht und man hat die Jungs mit den Souvenirs aus echtem (lach!) Alabaster am Bein, da hilft weder ein freundliches deutsches Nein noch Gezeter, wenn der lebende "Euro" auf zwei Beinen naht, ist Alarm!
Geschafft! Ab geht es in die Stadt zum Mittagessen, eine kleine Verschnaufpause, die uns bei der Hitze gut tut. Ein Tipp: Kalte Getränke sollte man tunlichst meiden, heißer Tee oder lauwarmes Wasser sind bessere Durst- und Schweißlöscher ...

Auf ins Tal der Könige

Nach einer kurzen Nilfahrt, wird die Gruppe ins "Tal der Könige", mein persönliches Highlight, chauffiert. Wer denkt, das Thermometer hat seinen Höhepunkt erreicht, der irrt gewaltig. Dies zeigt mittlerweile 48 Grad an, Tendenz steigend. Doch, die Kultur ist stärker und zieht uns in den Bann. Mit dem Bimmelbähnchen geht es zum Eingang: Nach einer kurzen Einweisung, betreten wir dann das erste der drei Pharaonen-Gräber, die letzte Ruhestätte von Ramses IV. Wer schon beim Karnak-Tempel staunte, wird hier den Mund nicht mehr schließen: Die Gräber und Fresken sind bestens erhalten, obwohl sie zig Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Es ist unglaublich und ehrfürchtig zugleich. Nach einer gefühlten Ewigkeit stehe ich dann endlich am Ziel meiner Träume: Dem Grab von Tutanchamun, dessen Lebensgeschichte mich bereits im Alter von elf Jahren brennend interessierte. Ja, manche Träume dauern halt länger, bis sie sich erfüllen, aber sie erfüllen sich ...

Glückselig kehre ich zum Bus (endlich Kühle!!!) zurück, doch das Sightseeing-Programm ist noch nicht vorbei. Weiter gehts zum Totentempel des Hatschepsut am Westufer des Nils. Ein weiterer architektonischer Leckerbissen, doch irgendwann ist die kulturelle Aufnahme bei der Hitze am Ende. Ein paar Fotos und dann wirds kommerziell: Ein Besuch in einer echten (!) Alabaster-Fabrik rundet den Tag ab. Hier hat der Touri die Möglichkeit, reine Handarbeit zu sehen, die hat allerdings ihren Preis, wie alles im Land der Pharaonen.

Danach nimmt der Bus seine Fahrt gen "Heimat" auf. Vor mir liegen weitere sechs Stunden, aber, egal, die "Strapazen" waren es wert und die Exkursion hat sich gelohnt. Gegen Mitternacht komme ich sicher, aber müde, zurück ins Hotel. Hinter mir liegen 20 Stunden, gespickt mit Kultur und Erlebnissen, von denen ich Ihnen, liebe Lokalkompass-Leser, hier berichten durfte.

Und ich kann Ihnen nur sagen: Ägypten ist eine Reise wert!!

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