Pfarrentwicklungsprozess fordert auch in Dionysius große Einschnitte

Volles Haus in der Kirche St. Johannes Bosco. Das Interesse am aktuellen Stand des Pfarrentwicklungsprozesses war groß. Fotos: Debus-Gohl
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Rund 200 Interessierte hatten sich am vergangenen Samstag in der Kirche St. Johannes Bosco in Essen-Bochold eingefunden, um sich über den aktuellen Stand des Pfarreientwicklungsprozesses (PEP) in ihrer Gemeinde informieren zu lassen. In den vergangenen drei Jahren haben Haupt- und Ehrenamtliche der Pfarrei St. Dionysius ein Konzept für die Kirchen vor Ort erarbeitet. Sowohl die pastorale als auch die wirtschaftliche Situation bis 2030 wurde in den Blick genommen.

Das Votum an Bischof Franz-Josef Overbeck sieht vor, dass die Pfarrei St. Dionysius in drei Sozialräume bzw. Regionen gegliedert wird. Diese sind Bochold/Borbeck, Bergeborbeck/Vogelheim und Dellwig/Gerschede. Die Gemeindegrenzen innerhalb der Pfarrei werden aufgehoben und es wird gewährleitet, dass es in allen drei Regionen einen geeigneten Gottesdienstraum geben wird.

Schließungen von Kirchen

In der Region Bochold/Borbeck wird die Kirche St. Johannes Bosco bis 2020 als Kirchenstandort aufgegeben und einer anderen Nutzung zugeführt werden. Die Kirche St. Fronleichnam wird nicht mehr als Kirche genutzt, sondern soll als sozialpastorales Zentrum dienen. Erhalten bleibt die Pfarrkirche St. Dionysius.
Die Region Bergeborbeck/Vogelheim muss auf die Kirche St. Thomas Morus verzichten. Sie wird abgerissen und das Grundstück wird anderweitig vermarktet. Dafür soll in Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Borbeck-Vogelheim im evangelischen Markushaus an der Forststraße ein ökumenisches Zentrum entstehen. Die Kirche St. Maria Rosenkranz wird für die nächsten fünf Jahre weiterbestehen. Die kroatische Gemeinde, bisher in St. Thomas Morus beheimatet, wird St. Maria Rosenkranz mitbenutzen.
Die Kirche St. Michael in der Region Dellwig/Gerschede bleibt vorerst erhalten. 2025 wird erneut geprüft, ob die Kirche dauerhaft erhalten bleibt.
Wie Thorsten Kontny, Fachmann für Finanzen im Kirchenvorstand, darstellt, würde ein "weiter so wie jetzt" im Jahr 2030 zu einem Minus von 521.000 Euro im Gesamthaushalt der Pfarrei führen. Doch nicht nur die finanzielle Situation führt zu den Schließungen der Gotteshäuser.

Was passiert mit Seelen?

Eine stetig sinkende Zahl an Gemeindemitgliedern sorgt für oft leere Kirchen.
„Was mich viel mehr bewegt als die finanzielle Situation ist die Frage, was mit den Seelen geschieht“, wirft Pfarrer Dr. Ulrich Seng ein. Er fordert die Anwesenden zum Mitmachen auf: „Sehen Sie sich einmal um, zur Seite, nach hinten, und was sehen Sie? GRAU! Wir sind eine Versammlung von Großeltern und ich frage mich, was tut sich da in den Seelen?“
Die Ökumene stärken, einen geschärften Blick auf die Jugendarbeit werfen und offen zu sein für alle, die zu uns kommen, das sind auch für Dr. Jürgen Cleve wichtige Punkte zur Gestaltung des zukünftigen Glaubenslebens.
Einen Satz gibt er den Anwesenden mit auf den Weg: „Es muss einem nicht alles gehören, wo man sich trifft; wir sollten das was wir haben mit anderen teilen und gemeinsam nutzen.“ Verbunden damit ist seine Bitte an die Gemeindemitglieder zur weiteren konstruktiven Mitarbeit. „Innerhalb der nächsten drei Monate entscheidet der Bischof über das Votum. Dann liegt es bei der Gemeinde, einen Projektplan zu erarbeiten, wie es weitergehen soll. Der Pfarreientwicklungsprozess fängt also erst an und ist auf die Mithilfe aller angewiesen“, ruft Cleve auf.

Text: Doris Brändlein

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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