Obdachlosenhelfer
Fünf Jahre "Warm durch die Nacht" sind kein Grund zum Feiern

Zweimal in der Woche sind die Helfer mit dem Suppenfahrrad unterwegs.
  • Zweimal in der Woche sind die Helfer mit dem Suppenfahrrad unterwegs.
  • Foto: EPA
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Zum 5. Geburtstag zieht Essen packt an! mit „Warm durch die Nacht“ eine gemischte Bilanz
Um einiges professioneller ist „Warm durch die Nacht“ von Essen packt an! seit den Anfängen geworden. Doch zum 5. Geburtstag sind die Obdachlosenhelfer immer noch vor allem eines: spontan.

„Oft wissen wir eine Stunde vor Start unserer Suppentour nicht, ob wir genügend Helfer haben“, zuckt Markus Pajonk die Schultern. Der Sprecher der Initiative „Essen packt an! (EPA) kennt das Trommeln um Helfer, um Sachspenden wie Suppenschalen, Shampoo und Schlafsäcke nicht anders.
„Jetzt vor Weihnachten wollen viele helfen. An Neujahr wird es ruhiger – und dann denken immer weniger Menschen daran, dass der Winter für Menschen ohne festes Dach über dem Kopf bis März, April geht.“
„Warm durch die Nacht“ habe noch nie zwischen Jahreszeiten unterschieden. „Die Bedürftigen freuen sich im Winter über warmes Essen, im Sommer über kalte Limo und zwischendrin, dass wir zu ihnen kommen und Zeit mitbringen.“

Hinschauen und sich kümmern

Denn bei ihrer Tour über Viehofer und Kettwiger Straße macht die Initiative jeden Dienstag und Samstag das, was in anderen Städten Streetworker tun: Die ehrenamtlichen Helfer schauen genau hin und kümmern sich schnell und pragmatisch um die Nöte der Bedürftigen.
„Mit unseren drei Ausgabestellen sind wir nah an den Obdachlosen dran und bekommen mit, wer mal mehr Unterstützung braucht.“ Dabei habe die übereifrige Hilfsbereitschaft der ersten Monate schnell einer durchdachten Struktur Platz gemacht. „Am Anfang sind wir einfach so los gezogen“, erinnert sich Christina Arroyo, ein Helferin seit den Anfängen. „Dann haben wir schnell davon profitiert, dass unsere Helfer teilweise selbst wohnungslos waren und einen unverstellten Blick auf Probleme haben. So entstand auch unsere Obdachlosenbotschaft, mit der wir Menschen zu Behörden und Vermietern begleiten.“

Karin Kerbel ist seit zwei Jahren mit dabei

Helferin Karin Kerbel engagiert sich seit zwei Jahren und hat immer noch das Gefühl, sie müsse sich für ihr Engagement rechtfertigen. „Meistens sagen andere: ‚Es ist toll, dass du das machst. Aber ich könnte das nicht.‘ Wenn ich frage, warum nicht, kommen die typischen Antworten wie ‚Es muss doch keiner in Deutschland auf der Straße leben. Das haben die sich doch selbst ausgesucht.‘ Was sie dennoch immer wieder losziehen lässt, bringt „Lagerfee“ Solveig Becker auf den Punkt: „Wir leben hier bei EPA menschlichen Kontakt auf Augenhöhe.“

Große Hilfe mit wenig Geld

Den vielen ehrenamtlichen Helferstunden in Orga und Lager, für Logistik, Verteilung und Betreuung steht ein nur kleines Budget gegenüber. Etwa 800 Euro monatlich kosten Lagerräume, Fahrten und Telefon, mehr als das Doppelte sind die allmonatlich gespendeten Suppen, Lebensmittel und Hygieneartikel wert.
Markus Pajonk schwankt angesichts des schmalen Geldbeutels der Initiative: „Sicherlich bewegen wir mit wenig Geld extrem viel. Und so wollen wir auch weitermachen. Allerdings wäre es schön, mal wieder ein Polster durch Preisgeld oder ähnliches aufzubauen. Aber was es an Preisen zu gewinnen gibt, haben wir schon bekommen.“

Unterwegs mit dem Suppenfahrrad

Essen packt an! ist mit dem Suppenfahrrad dienstags und samstags in der Essener City unterwegs. Treffpunkt ist jeweils 17 Uhr an der EPA-Garage, Gerswidastraße/Mechthildisstraße.
Mittwochs informiert EPA von 17 bis 20 Uhr in der „WiederbrauchBar“ in der Weberstr. 15 und nimmt Spenden entgegen.
Direkte Anfragen an kontakt@essenpacktan.ruhr

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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