Frauenfußball
Krimi im Kraichgau – SGS Essen holt Last-Minute-Sieg

SGS-Trainer Markus Högner war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden.
  • SGS-Trainer Markus Högner war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden.
  • Foto: Uli Bangert (Archiv)
  • hochgeladen von Charmaine Fischer

Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen hat den nächsten Auswärtserfolg eingefahren: Bei der TSG 1899 Hoffenheim gewannen die Essenerinnen 1:0 (0:0). Der Siegtreffer fiel erst in der Nachspielzeit.

Im Vorfeld der Partie schienen die Rollen klar verteilt: Die SGS reiste als Tabellenachter nach Hoffenheim. Die Gastgeberinnen lagen als „best of the rest“ auf einem komfortablen dritten Tabellenplatz. SGS-Cheftrainer Markus Högner wechselte im Vergleich zum Spiel gegen Sand auf gleich vier Positionen: Nina Räcke kehrte in die Innenverteidigung zurück. Im Mittelfeld begannen Eleni Markou und Jill Baijings, genauso wie Estelle Laurier auf der rechten Außenbahn.

Mit Standard-Situationen unter Druck gesetzt

Die SGS machte von Beginn an klar, dass mit ihr zu rechnen ist. Nach einer Ecke fand der Ball im Nachsetzen den Weg zu Eleni Markou, die das Tor aus kurzer Distanz knapp verfehlte. Markou stand dabei allerdings auch im Abseits. Hoffenheim fand lange kein Mittel gegen die gut aufgelegte SGS-Defensive. Erst nach 17 Minuten gab es den ersten gefährlicheren Vorstoß der TSG, den Stina Johannes aber sicher abfangen konnte. Die Ruhrstädterinnen hielten die Intensität weiter hoch und agierten hellwach. Jacqueline Klasen gewann den Ball auf Höhe der Mittellinie und spielte einen Steilpass auf Jana Feldkamp. Feldkamp schloss aus spitzem Winkel ab, Martina Tufekovic im Tor der TSG konnte noch mit dem Fuß abwehren. Die SGS hatte die besseren Möglichkeiten und setzte Hoffenheim immer wieder mit Standard-Situationen unter Druck.

Im zweiten Durchgang wurde auch Hoffenheim entschlossener im Angriff: Laura Wienroither setzte den Ball wenige Minuten nach Wiederanpfiff knapp rechts am Essener Tor vorbei. Es war die bis dahin beste Chance der TSG. Bei dem Team von der Ardelhütte lief viel über die linke Seite, auf der die pfeilschnelle Carlotta Wamser den Hoffenheimerinnen immer wieder Probleme bereitete. Nach einer guten Stunde stand Wamser nach einer Ecke frei vor Tufekovic, ihr Kopfball-Versuch war aber zu unplatziert. Im direkten Gegenzug hatte Tabea Waßmuth eine ebenso gute Gelegenheit zur Führung. Es war nun ein offener Schlagabtausch zwischen zwei Teams, die auf Augenhöhe agierten.

Top Auswärtsbilanz

Kurz vor Schluss setzte einmal mehr Carlotta Wamser zum Dribbling an: Nach einem Lauf durch die gesamte gegnerische Hälfte wurde ihr Schuss im Strafraum noch geblockt. Sie verließ den Platz in der Nachspielzeit, für Wamser kam Laureta Elmazi ins Spiel. Die Newcomerin der SGS trat direkt in Erscheinung: Nachdem die Essener Defensive einen Freistoß geklärt hatte, setzte Jana Feldkamp zum Konter an. Sie hatte das Auge für die eingewechselte Elmazi, die sich im Laufduell durchsetzen konnte und aus 16 Metern die Ruhe behielt. Mit einem traumhaften Abschluss versenkte sie den Ball im Hoffenheimer Tor. Danach ließ die SGS nichts mehr anbrennen. Das Team belohnte sich spät für eine tolle Leistung und bestätigt seine gute Auswärtsbilanz mit nun fünf Siegen aus sieben Ligaspielen in der Fremde.

„Heute haben wir gesehen, wozu unsere Mannschaft im Stande ist. Wir haben über 90 Minuten nie nachgelassen, waren sehr diszipliniert und haben taktisch gut agiert. Alle Spielerinnen haben gekämpft und sich mit Big Points gegen eine Spitzenmannschaft belohnt.", analysierte Högner nach der Partie.

Durch die Länderspielpause geht es für die SGS erst in drei Wochen weiter. Am Sonntag, 18. April, ist der SV Meppen im Stadion Essen zu Gast. Anstoß ist um 14 Uhr.

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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