RWE sorgt gegen Leverkusen für die nächste Pokalsensation
Nach 2:1-Sieg nach Verlängerung im Viertelfinale

Jubel nach dem Abpfiff: Marcel Platzek, Alexander Hahn, Felix Herzenbruch und Marco Kehl-Gomez (v.l.) beglückwünschen Torwart Daniel Davari (gelbes Trikot).
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  • Jubel nach dem Abpfiff: Marcel Platzek, Alexander Hahn, Felix Herzenbruch und Marco Kehl-Gomez (v.l.) beglückwünschen Torwart Daniel Davari (gelbes Trikot).
  • Foto: Markus Endberg
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Wieder ein verrücktes Pokal-Achtelfinale zwischen Rot-Weiss Essen und Bayer Leverkusen. Vor 25 Jahren hieß es nach 120 Minuten 4:4, ehe sich der Erstligist im Elfmeterschießen glücklich durchsetzte. Am Dienstagabend ging es wieder in die Verlängerung, weil RWE-Torwart Daniel Davari überragend hielt und Bayer gleich viermal den Pfosten traf. Diesmal machte der Regionalligist die Sensation perfekt und zog durch einen 2:1-Erfolg ins Viertelfinale ein.

Normalerweise wäre die Stimmung im Stadion Essen vor dem Anpfiff bombastisch gewesen. So wie vor 25 Jahren, als der damalige Drittligist RWE dem Starensemble vom Rhein vor 22.000 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch lieferte und nach Elfmeterschießen unglücklich ausschied. Diesmal blieben die Ränge ein weiteres Mal leer, und vor allem die Rot-Weissen mussten ohne die Unterstützung ihrer Fans auskommen.
Während RWE-Trainer Christian Neidhart fast komplett den Spielern vertraute, die in der zweiten Runde gegen Fortuna Düsseldorf (3:2) begonnen hatten (nur Kevin Grund ersetzte Joshua Endres), ließ Bayer-Coach Peter Bosz seine jungen Wirbelwinde Moussa Diaby und Florian Wirtz zunächst draußen. Stattdessen setzte er mit Lucas Alario und Patrik Schick auf Wucht im Angriffszentrum und mit Leon Bailey und Karim Bellarabi auf Schnelligkeit auf Außen.

Schick köpft an den Pfosten

Natürlich übernahm der Bundesligist sofort das Kommando und schnürte die Essener am Strafraum ein. Die erste Chance resultierte allerdings aus einem Distanzschuss von Edmond Tapsoba, den RWE-Torwart Daniel Davari auf etwas unorthodoxe Art parierte (3.). Auch fünf Minuten später war der Routinier auf dem Posten, als Lucas Alario frei zum Abschluss kam. Und dann hatte Davari auch das Glück des Tüchtigen, als Leon Bailey und Patrik Schick den Ball in Tornähe verdaddelten (12.).
Immerhin konnten sich die Rot-Weissen danach kurzzeitig mal befreien und starteten die ersten Vorstöße, die gar nicht so ungefährlich waren. Doch dann erlaubten sich die Gastgeber einen fatalen Fehlpass im Spielaufbau, der beinahe bestraft worden wäre. Karim Bellarabi flankte präzise nach Innen, wo Patrik Schick den Ball per Kopf an den Pfosten setzte (24.). Hier wäre Davari machtlos gewesen, beim Schuss von Charles Aranguiz reagierte er aber wieder glänzend (29.).
Der Favorit hatte dicke Möglichkeiten, doch die Essener versteckten sich nicht. Einmal reklamierten sie vergeblich ein Foul, als Simon Engelmann bei einem schnellen Gegenangriff festgehalten wurde (36.), dann hatten sie den Torschrei auf den Lippen, als Marco Kehl-Gomez mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das Gehäuse nur um Zentimeter verfehlte (40.). Sekunden vor der Pause war allerdings auch auf der Gegenseite das erste Tor möglich, doch der für Karim Bellarabi eingewechselte Moussa Diaby zielte ebenfalls nicht gut genug.

Diaby trifft zweimal Aluminium

Mit Glück und Geschick hatten die Rot-Weissen das 0:0 in die Halbzeit gerettet, und sie brauchten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs eine Menge Fortune. Nach Traumpass von Kerem Demirbay traf Moussa Diaby zum zweiten Mal Aluminium (50.), dann reagierte Daniel Davari bei einem Kopfball von Edmond Tapsoba erneut glänzend (52.). Der RWE-Torwart war der große Rückhalt, und er bügelte auch noch die Fehler seiner Vorderleute aus. Als Amara Condé den Ball an Leon Bailey verlor, war der 33-Jährige erneut zur Stelle (60.).
Der Bundesligist gönnte den Regionalliga-Kickern nun kaum noch Verschnaufpausen, aber auf dem tiefen Boden gelangen nun längst nicht mehr alle Kombinationen. Im Mittelpunkt stand aber weiterhin Daniel Davari, der auch bei einem abgefälschten Tapsoba-Schuss sicher zugriff (82.). Doch alles war nichts gegen die Szene in der 89. Minute: Moussa Diaby schlenzte den Ball an den Pfosten, den Nachschuss von Charles Aranguiz lenkte Daniel Davari irgendwie noch an den anderen Pfosten. Während die Leverkusener haderten, kam RWE noch einmal nach vorn und hatte tatsächlich die Chance zum Siegtor. Der Seitfallzieher des eingewechselten Oguzhan Kefkir flog jedoch vorbei.

Kefkir und Engelmann

Es ging in die Verlängerung, und der Viertligist wehrte sich nach Kräften. Dann allerdings stand Leon Bailey nach Pass von Aleksandar Dragovic plötzlich frei und ließ Daniel Davari mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance (104.). Die Führung war natürlich verdient, doch RWE gab sich nicht geschlagen. Trainer Christian Neidhart brachte mit Cedric Harenbrock und Marcel Platzek zwei frische Offensivkräfte, und Letzterer war gleich voll da. Einen Schuss von Platzek konnte Bayer-Torwart Lukas Hradecky noch abwehren, gegen den Nachschuss von Oguzhan Kefkir war er machtlos. 1:1 nach 108 Minuten - was wäre in einem ausverkauften Stadion Essen los gewesen? Und erst recht, nachdem Simon Engelmann in der 117. Minute aus vollem Lauf zum 2:1 traf. Spieler und Verantwortliche rasteten vor Freude aus, die nächste Pokalsensation war perfekt.

Autor:

Michael Köster aus Essen-Borbeck

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