King of the Ring in der Grugahalle: Essen hat einen neuen Titel
Patrick Korte macht kurzen Prozess

King of the Ring: Patrick Korte
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"Korte, Korte, Korte", feierten Zuschauer in der Grugahalle den Essener Lokalmatatoren. Es wurde zum ersten Mal richtig laut in der Halle, als der Deutsche Meister im Schwergewicht den Ring betrat. Und feierlich, denn ehe die beiden Kontrahenten um den vakanten IBO Continental Schwergewichtstitel loslegen konnten, erklangen die Nationalhymnen. Wie bei einem internationalen Titelkampf üblich. Für Marino Goles die kroatische, für den "Borbecker Jung" Patrick Korte die deutsche.

Dann jedoch ging alles ziemlich schnell. Patrick Korte ging nach vorne, ohne die Deckung zu vernachlässigen. Ganz so, wie es Trainer Sebastian Tlatlik wenige Sekunden zuvor in der Ringecke noch von ihm gefordert hatte. Schon der erste Körpertreffer zeigte Wirkung bei Marino Goles, der zweite ließ den 39-jährigen Kroaten in die Knie gehen. Nach knapp 60 Sekunden war Kortes Arbeitstag beendet, der Titel vergeben.  Von seinem Gegner hatte der "King of the Ring " nicht einmal einen Treffer nehmen müssen. 

"Mein emotional schwerster Kampf"

Dennoch war es für den 35-jährigen Borbecker sein bislang schwerster Kampf, wie er dem Publikum in der Grugahalle verriet. Ganz gewiss nicht boxerisch, aber emotional. "Meine Mutter ist vor sechs Wochen verstorben, ich wollte mit der Vorbereitung eigentlich gar nicht weitermachen." Ihr war der Kampf gewidmet, den er gegen Marino Goles in der ersten von zehn angesetzten Runden gewann. Von der Coolness, die der Kroate noch bei seinem Auftritt an der Waage am Tag zuvor ausgestrahlt hatte, war wenig zu spüren. Seinem Beinamen "CroBeast" konnte das 39-jährige Schwergewicht aus Zadar an diesem Abend so gar nicht gerecht werden. Viele der anwesenden Zuschauer hatten sich ein wenig mehr "Korte" gewünscht, doch das hat Marino Goles nicht zulassen. 

Wenige Kämpfe über die volle Distanz

"Heute ist der Abend der vorzeitig gewonnenen Kämpfe", hatte Ringsprecher Björn Schüngel schon früh bemerkt. Nur wenige Kämpfer mussten über die volle Distanz gehen. Dazu gehörte Serhad Nouzad. Der amtierende Deutsche traf bei seinem Profidebüt im Mittelgewicht auf Sabri Ulas Goecman. Der bewies über vier Runden unglaubliche Nehmerqualitäten. Boxerisch war Nouzad aber klar überlegen, das Urteil der Punktrichter somit eindeutig. Gianlucca Taccia im Super Mittelgewicht hatte es mit dem  Kölner Nazar Thiaka zu tun.  Auch die beiden schenkten sich über vier Runden  im Ring nichts, ihr Fight endete nach Wertung der Punktrichter unentschieden.

Erfolgreiche Comeback von Robert Tlatlik

Robert Tlatlik benötigte bei seinem Comeback im Weltergewicht gerade mal 1:25 Sekunden, um als vorzeitiger Sieger gegen den ehemaligen Deutschen Meister Sergej Vib festzustehen. Schon nach wenigen Sekunden konnte Tlatlik einen erfolgreichen Körpertreffer setzen. Der zweite ließ den Gegner zu Boden gehen. Er wurde angezählt, der Kampf beendet.
Mario Lenz schaffte es im Super Mittelgewicht gegen Tiran Metz zwar bis in Runde drei. Aber dann war für den 26 Jahre alten Kieler auch Schluss. Seine Ecke warf das Handtuch, um dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Metz 17. Profisieg wird aber immer als ein besonderer in Erinnerung bleiben. "Wir haben in der letzten Woche einen Freund verloren, den wir nun zu Grabe tragen müssen. Einen jungen Mann, der uns geboxt hat. Ihm möchte ich diesen Kampf widmen." 

Ringärztin bricht Kampf ab

Im Schwergewichtskampf Paul Zummach gegen Samet Yaser sorgte die Ringärztin für die Entscheidung. Abbruch nach Runde zwei. Der Kölner Yaser hatten einen Kopftreffer einstecken müssen und Probleme mit dem Ohr. Der Essener Paul Zummach wurde zum Sieger erklärt, der Schützling von Boxing Industry durfte sich über seinen vierten Erfolg in nunmehr sechs Profikämpfen freuen. 

Wir sind das Ruhrgebiet

Laut wurde es in der Halle, die während der Vorkämpfe nicht gut besetzt war, beim Auftritt von Tim Vößing. "Wir sind das Ruhrgebiet" schallte es bei seinem Einlauf durch das Rund. Und die Zuschauer stimmten mit ein. Auch für Vößing war es an diesem Abend das Debüt bei den Profis.  Im Cruisergewicht hatte es der Essener Youngstar mit Werner Rauhbach aus Kiel zu tun. Doch der 33-Jährige konnte dem 13 Jahre jüngeren Nachwuchsathleten sportlich so gut wie nichts entgegensetzen. Wie so oft an diesem Abend: Sieg durch vorzeitigen K.O. 

Boxen ist mein Leben

Patrick Korte möchte nach seinem Titelgewinn und der schwierigen Vorbereitung nun erst einmal ein wenig Ruhe genießen. "Mein Team hat aber sicher schon Ideen, wie es weitergehen wird." Dass es weitergehen wird, daran ließ der 35-Jährige keinen Zweifel. "Boxen ist mein Leben."

Borbeck Kurier Fotografin hat viele der Kämpfe in der Grugahalle mit der Kamera begleitet. In der Bildergalerie findet sich eine Auswahl

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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