Bedingrade freut sich auf Bertha Krupp Haus

Großer Bahnhof beim Richtfest des neuen Bertha Krupp Hauses an der Frintroper Straße.
  • Großer Bahnhof beim Richtfest des neuen Bertha Krupp Hauses an der Frintroper Straße.
  • Foto: Winkler
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Spätestens im September wird der Wohnkomplex für Senioren in Bedingrade eingeweiht. Dank des milden Winters können die ersten Bewohner vielleicht schon früher einziehen. Jetzt wurde Richtfest gefeiert, zusammen mit einem Bergmannsorchester.

Bereits Mitte der 50er Jahre wurde der Pfarrei St. Dionysius in Essen Bedingrade ein Grundstück geschenkt.
Durch diese Schenkung von Bertha Krupp von Bohlen und Halbach wurde die St. Franziskus Gemeinde zur selbständigen Kirchengemeinde. Nun soll das Gelände zwischen Borbecker Schlosspark und Frintroper Straße ein weiteres Gebäude erhalten. Denn neben Kirche, Pfarrheim und Kindergarten wird schon seit Juni 2013 am Bertha Krupp Haus gebaut, einem modernen Wohn- und Pflegekomplex. Der Rohbau ist bereits weitestgehend fertig.

Milder Winter

Dabei drückt man die Daumen, dass der Winter weiterhin so mild bleibt. „Bisher rechneten wir mit einer Fertigstellung im Spätsommer“, erklärt Architekt Christian Schramm, „doch nun haben wir die Hoffnung, etwas früher fertig zu werden.“ Für die stimmungsvolle musikalische Untermalung sorgte beim Richtfest ein Essener Bergmannsorchester. Anschließend bestand für die Gäste noch die Möglichkeit, einen ersten Blick auf Wohnungen und Wohngruppen zu werfen. Bereits kurz nach der Feier herrschte dichtes Gedränge auf dem Weg zum ersten Stock. „Schau mal da vorne, es hat ja sogar einen Balkon hier“, zeigten sich viele Gäste begeistert über das neue Haus.
Das Bertha Krupp Haus wird nach seiner Fertigstellung von der Nikolaus Groß Altenwohn- und Pflegeheime GmbH betrieben. Diese versorgt in ihren drei Altenheimen derzeit 342 Senioren in Kurz- und Langzeitpflege. Bisher befinden sich diese Einrichtungen jedoch nur in Vogelheim und Frintrop.
„Der Komplex in Bedingrade ist ein Meilenstein für unsere bauliche Erneuerung“, freut sich Georg Gal, Geschäftsführer der GmbH. Dabei bestehe der Komplex nicht nur aus 42 seniorengerechten Appartements, sondern auch aus zwei Wohngruppen. Jede Gruppe kann dabei unter hauswirtschaftlicher Betreuung auf eine Gemeinschaftsküche zurückgreifen. Außerdem gebe es eine Tagespflegeeinrichtung mit 14 Plätzen. „Mit dem Bertha-Krupp-Haus geben wir die richtige Antwort auf die neuen Anforderungen in Pflege und Betreuung“, glaubt er.

Ambulant vor stationär

Diese ergaben sich auch aufgrund politischer Entscheidungen. Denn durch das neue Wohn- und Teilhabegesetz wird die Pflege in NRW flexibler gestaltet.„Ambulant vor stationär“, heißt der neue Anspruch, der Alten und Kranken eine möglichst hohe Selbstbestimmung garantieren soll. „Die Struktur an Altenhilfeeinrichtungen in Bedingrade ist unterdurchschnittlich ausgeprägt“, erläutert Georg Gal die gegenwärtige Situation im Stadtteil. So gebe es zwar stationäre Einrichtungen, jedoch keine einfachen Wohnanlagen. Deswegen wolle man nun den Menschen helfen, die eine Heimunterbringung nicht wünschen.

Vier Millionen Euro kommen vom Land

Das Projekt wird auch vom Land NRW unterstützt. Knapp vier Millionen Euro stellt man der Nikolaus Groß GmbH mit einem günstigen Kredit zur Verfügung.
Mit der Tagespflege vereinfache man auch den Alltag der Angehörigen, so Georg Gal. „Denn mit dem Angebot der Tagesambulanz können sie entlastet werden.“ Abends würden die betreuten Senioren dann wieder zu ihren Familien gebracht, sagt er.
Die Tagespflegeplätze werden dabei zusammen mit der Katholischen Pflegehilfe Essen betrieben. „Es ist ein Haus, das aus dem christlichen Glauben leben soll“, berichtet auch Wolfgang Haberla, Pfarrer der St. Josef Gemeinde in Frintrop, bei der anschließenden Messe. Passend dazu erzählt er das biblische Gleichnis über das, auf einem Felsen gebaute, Haus.
Er scheint sicher: „Das Bertha Krupp Haus ist auf keinen Sand gebaut.“ Schwarz auf weiß bestätigen, kann dies auch Architekt Christian Schramm. Er musste im Vorfeld gründlich etwaige Bergbauschäden auf dem Grundstück ausschließen.

Von Johannes Gläser

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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