Mordserie erschüttert ganz Borbeck

Dass er irgendwann einmal selbst zum sprichwörtlichen Stift greifen und einen spannenden Krimiplot zu Papier bringen würde, stand für Franz Josef Gründges schon lange fest.

„Die Idee dazu ist bereits vor Jahren entstanden“, erinnert sich der Borbecker. Die Dubois Arena sollte in der Geschichte eine zentrale Rolle spielen - auch das stand längst fest. Doch lange spukte die Story nur im Kopf des ehemaligen Gymbo-Lehrers herum, ohne konkret zu werden. „Dabei hat mich Irmgard Knippen, die gute Seele der Schönebecker Notenkiste, schon oft im Scherz aufgefordert, ihr doch einen Krimi zu schreiben. Sie lese so gern“, erinnert sich Gründges zurück.

Jeden Tag ein paar Seiten - das war der Deal

Doch erst als „Irmchen“, wie die alte Dame von den Schönebeckern liebevoll genannt wurde, im Jahr 2011 eine schreckliche Diagnose erhielt, sie kurz vor Weihnachten ihre Wohnung verlassen und ins Cosmas und Damian Hospiz verlegt werden musste, wurde es ernst mit dem Schreiben. Franz Josef Gründges machte sein Versprechen wahr. Irmgard Knippen sollte ihren Arena-Krimi bekommen. „Für jeden Tag, den sie dem Tod abringen konnte, gab es ein paar neue Seiten - so lautete unser Deal.“
Das erste Kapitel von „Mord in der Arena“ brachte Gründges am 21. Dezember 2011 zu Papier, Mitte März war die 40 Kapitel umfassende und 156 DIN-A-4-Seiten lange Geschichte zu Ende erzählt. „Das letzte Kapitel hat Irmgard nicht mehr lesen können. Sie ist in der Nacht zuvor verstorben“, berichtet der Autor, der noch heute beeindruckt ist, mit wieviel Eifer und Begeisterung sich „Irmchen“ auf die Lektüre gestürzt hat. „Sie hat jeden Tag auf Nachschub gewartet. Die Seiten quasi verschlungen.“

Geschichte stand schon

Für den ehemaligen Vorsitzenden des Förderkreises der Schönebecker bedeutete die Erwartungshaltung seiner Leserin oftmals enormen Termindruck. „Da war es wichtig, dass ich den Plot im Kopf hatte, die Geschichte im Prinzip stand.“
Und natürlich kam dem Borbecker sein großes geschichtliches Wissen zu Gute. „Nicht nur was die Geschichte der Arena angeht. Auch Geschehnisse, die sich in Borbeck während der NS-Zeit abgespielt haben, konnte ich prima in den Fall einbauen.“
Über drei Generationen rankt sich die Story, drei Morde werden zu einem großen Ganzen verknüpft. Hauptschauplatz ist natürlich Borbeck, aber auch Ungarn und die Schweiz werden zu wichtigen Handlungsorten.
Für zusätzlichen Lokalkolorit sorgen Figuren und Charaktere, die durchaus Ähnlichkeit mit lebenden Personen aufweisen. „Gerade das macht den Roman ja auch zu einer ganz persönlichen Sache“, erzählt Franz Josef Gründges. „Ich habe ihn für Irmgard geschrieben. Und wenn die mich bat, doch mal ihren Doktor auftauchen zu lassen, einfach weil der ein so netter Mann sei, habe ich das natürlich getan.“

Jede Menge Borbeck

„Mord in der Arena“ ist ein spannender Krimi „mit jeder Menge Borbeck“. Auf der anderen Seite ist er eine liebenswürdige Hommage an Irmgard Knippen. „Sie war so eine bescheidene Frau, hat es nahezu gehasst, wenn sie in den Fokus gerückt ist“, erinnert sich Gründges. Deshalb ist sich der Borbecker nicht klar darüber, was mit der Romanvorlage passieren soll. „Zunächst bleibt sie eine private Geschichte. Sollte ich mich entschließen, sie irgendwann doch noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren, dann muss sie in jedem Fall an vielen Stellen überdacht werden. Längen sind herauszustreichen und Charaktere zu überarbeiten.“
Noch bleibt die spannende Mordgeschichte um ein Essener Ermittlerduo, honorige Borbecker Familien und ganz viel Schönebecker Jugendblasorchester also unter Verschluss. „Aber vielleicht setz‘ ich sie als Projekt für 2014 auf meinen Plan ....“, überlegt der Autor.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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