SC Frintrop bildet Flüchtlinge zu Kindertrainern aus

Günter Kropp vom SC Frintrop, Tuncer Kalayci vom Kommunalen Integrationszentrum Essen, Projekt-Teilnehmer Obayda Sabbagh, Kindertrainer in spe Ahmad Hamedi, Frank Peters (Fußballverband Niederrhein Kreis Essen), der Vorsitzende des SC Frintrop, Werner Engels, und Projekt-Teilnehmerin Haifaa Saeed freuen sich auf die Umsetzung der einzigartigen Idee. Foto: Sikora
  • Günter Kropp vom SC Frintrop, Tuncer Kalayci vom Kommunalen Integrationszentrum Essen, Projekt-Teilnehmer Obayda Sabbagh, Kindertrainer in spe Ahmad Hamedi, Frank Peters (Fußballverband Niederrhein Kreis Essen), der Vorsitzende des SC Frintrop, Werner Engels, und Projekt-Teilnehmerin Haifaa Saeed freuen sich auf die Umsetzung der einzigartigen Idee. Foto: Sikora
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Ganz Fußballdeutschland schaut in den nächsten Wochen nach Frintrop, genauer: zum SC Frintrop. Das liegt nicht etwa an sportlichen, sondern sozialen Höchstleistungen. Beim Frintroper Fußballverein wagt man nämlich aktuell etwas, was bisher so in Deutschland wohl einzigartig ist: Essener Flüchtlinge werden zu Kindertrainern ausgebildet.

Es ist ein Großprojekt für den Verein, denn gleich 27 Sportbegeisterte, überwiegend aus Syrien und Afghanistan stammend, werden an der Ausbildungsmaßnahme des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) teilnehmen. Da bedarf es starker Partner. Mit dem Fußballverband Niederrhein Kreis Essen, der Fördergesellschaft Kultur und Integration gGmbH, der Akademie für Bildung und Soziales gGmbH, dem RAA Verein NRW e. V., dem kommunalen Integrationszentrum Essen, dem Jugendamt der Stadt Essen und dem syrisch-deutschen Förderverein e.V. hat der SC Frintrop diese gefunden.
"Eine tolle Sache", so beschreibt der Vereinsvorsitzende Werner Engels das Projekt kurz und knapp. Entstanden ist die Idee auch aus der Not heraus: "Wir stellen überall fest, dass der Bedarf an Kindertrainern da ist."

54 Lehreinheiten

Die Teilnehmer absolvieren die unterste Qualifizierungseinheit des DFB. Frank Peters, Referent des Fußballverbands Niederrhein, übernimmt die Ausbildung der zukünftigen Kindertrainer. Danach sind die Teilnehmer qualifiziert, von Bambini-Mannschaften angefangen alle Altersstufen bis zur E-Jugend zu trainieren. 54 Lehreinheiten sind dafür nötig, die an zehn Unterrichtstagen bis zum 9. November absolviert werden.
Das Besondere: Die Teilnehmer splitten sich in zwei Gruppen. Manche von ihnen sind noch nicht lange in Deutschland. "Wir nehmen Leute mit dem Sprachniveau B1 und B2", so Vereinsvorsitzender Engels. Zwar verstehen diese Teilnehmer schon einiges und können sich auch schon gut auf Deutsch verständigen, aber ab und an ist es dann doch schwierig für sie. Da hilft es, dass auch Leute wie Ahmad Hamedi vom syrisch-deutschen Förderverein an der Trainerausbildung teilnehmen. Der Syrer lebt bereits seit 15 Jahren in Deutschland. Er wird seinen Landsleuten bei Verständigungsproblemen und darüber hinaus helfen.
Später sollen die lizenzierten Trainer zunächst im Team ihrer neuen Aufgabe nachgehen, gemeinsam mit "Leuten, die hier schon verwurzelt sind", so Frank Peters.

Syrischer Nationalspieler

Haifaa Saeed ist eine von zwei Frauen in der Gruppe der angehenden Kindertrainer. Die gebürtige Syrerin ist seit drei Jahren in Deutschland. "Ich bin sehr interessiert an Sport, gehe jeden Tag joggen", erklärt sie ihre Teilnahme mit ein wenig Übersetzungshilfe von Ahmad Hamedi. Und der verrät ganz beiläufig eine kleine Sensation: Ein syrischer Nationalspieler macht bei dem Projekt ebenfalls mit.
"Wir hoffen, dass unsere Trainer bald in vielen Vereinen und Schulen zum Einsatz kommen", glaubt man in Frintrop an den Erfolg des Projektes, das durch das Kommunale Integrationszentrum Essen mit 1.500 Euro gefördert wird. "Es ist auch unser Anliegen, dass diejenigen, die mit Kindern arbeiten, gut ausgebildet sind", erklärt Tuncer Kalayci die Beteiligung der Stadt Essen.

Text: Nina Sikora

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