Auszeit für Hesse: Freibad verabschiedet sich in die Wintersaison

Mit diesem witzigen Foto verabschiedete sich das Hesse Team über den Socialmedia-Kanal in die Winterpause.
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Nach der Saison ist vor der Saison. Für das 20köpfige Mitarbeiter-Team des Freibads in Dellwig ist das nicht nur ein Spruch. Seit Sonntag ist die Saison 2018 in Hesse vorbei, zu tun gibt es aber gerade jetzt noch jede Menge. Die Strandkörbe und Liegen müssen gereinigt und eingelagert werden, die Palmen eingewintert, die Startblöcke abmontiert werden. Und auch die Technik unter dem Schwimmerbereich erhält ihren Wintercheck.

Sven Prochnow ist als Badbetriebsleiter Chef des Ganzen. Und er packt kräftig mit an. "Das ist selbstverständlich. Wir sind schließlich ein Team." Das Gros der Dellwiger Rettungsschwimmer ist seit vielen Sommern bei Hesse im Einsatz. 2.500 Arbeitsstunden haben sie in den letzten Monaten abgeleistet.

81.755 Gäste nutzten den Sommer zum Freibadbesuch

81.755 Gäste hatten der 36-jährige Sport- und Bäderbetriebsmeister und seine Mitarbeiter in diesem Jahrhundertsommer zu Gast. Allein im Juli waren es 36.000. "Seit ich in Hesse bin, hatten wir allein zwei Jahre, die insgesamt schlechter waren als unsere Juli-Zahlen", macht Prochnow die Relation deutlich.
Am Wochenende war Schluss, nach 123 Tagen. Dass die Saison super war, da sind sich alle einig. Die Freibad-Mitarbeiter ebenso wie der RuWa-Vorstand. Der Vereinsvorsitzende Lothar Krause weiß, was das Hesse-Team in diesem Sommer geleistet hat. "Ohne Herzblut und jede Menge Enthusiasmus ginge das gar nicht." In knapp zwei Wochen treffen sich Vereinsführung und Badbetriebsleiter zur Saisonnachlese. Sven Prochnow schon jetzt eine ganze Liste mit Wünschen und Ideen für das kommende Jahr. Neue Strandkörbe gehören in jedem Fall dazu.

Vereinsgeführtes Bad fordert eine Menge Einsatz

Hesse, 1927 von RuWa Dellwig als zweitältestes Essener Freibad erbaut, verfügt als vereinsgeführtes Schwimmbad über eine Sonderstellung in der Essener Bäderlandschaft. "Die ist teils Glück, teils Fluch", bringt es der Badbetriebsleiter auf den Punkt. Von der Stadt gibt's einen Betriebskostenzuschuss, für den Rest ist der Verein zuständig. "Wir können vielfach flexibler handeln als die städtischen Bäder", erklärt der Essener. So werden die Öffnungszeiten an Schlechtwettertagen auf die sogenannten Kernzeiten beschränkt. In diesem Jahr ist dies allerdings nur an 43 Tagen der Fall gewesen.
Und Verein und Freibad-Team organisieren die Saison über ein Veranstaltungspaket aus besonderen Aktivitäten und Angeboten für Besucher und Gäste. Das fängt bei der traditionellen Ostereiersuche an, führt über Nachtschwimmtermine bis hin zu speziellen Sportangeboten. So gab's die Saison über am Wochenende Aquagym-Kurse und in den Ferien Schwimm-Crashkurse für Kinder. Beide konnten als Erfolg verbucht werden und sollen im nächsten Sommer weiterlaufen.

Jahrhundertsommer hat auch eine Menge gekostet

Die Stimmung ist prächtig in Hesse. Doch ein Jahrhundertsommer wischt nicht automatisch alle Sorgen der Badbetreiber vom Tisch. "Die Saison hat nämlich auch eine ganze Menge gekostet", bilanziert Sven Prochnow: mehr Müll, mehr Chemie zur Reinerhaltung des Wassers und natürlich deutlich mehr Mitarbeiterstunden. Das sind Dinge, die zu Buche schlagen werden beim Jahresabschluss. "Die Bilanz wird trotzdem positiv ausfallen", ist sich der 36-Jährige sicher. Und mit Blick auf die 10-Jahres-Statistik müsste auch der Sommer 2019 ein guter werden. "Mit den schlechten und mittelprächtigen Jahren sind wir für die Dekade eigentlich schon durch."
Sind die letzten Handschläge auf dem Gelände erledigt, dann bleibt dem Team endlich wieder Zeit durchzuatmen. Die gefühlt 600 Wespenstiche der Saison, die unzähligen Ermahnungen zur Einhaltung der Baderegeln und der Kleiderordnung können noch einmal reflektiert werden. Und eines ist klar: Bis zum Start in die neue Hesse-Saison, wird Sven Prochnow nur noch selten mit "Ey, Bademeister ..." angesprochen werden.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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