Steht der VC Borbeck vor dem Aus?

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Kein schöner Anblick? VC-Vorsitzender Michael Werzinger bemängelt den Zustand der Toiletten in der Sporthalle Prinzenstraße. Fotos: VC Borbeck

„Wir taumeln, nein, sind am Boden und es ist bereits bis sieben gezählt“, schildert Michael Werzinger, Vorsitzender des VC Borbeck, aus seiner Sicht die aktuelle Situation seines Vereins. Sportlich laufe es mehr als rund, doch alles andere sei ein Problem.

„Der Landesleistungsstützpunkt wurde uns 2017 aufgrund der Hallensperrung durch die Stadt wegen der Flüchtlingsflut und Umstrukturierung der Schulhallennutzungszeiten und der damit verbundenen fehlenden Ausbildung von E- und D-Kaderspielerinnen in den Jahren 2016/2017 nach über 20 Jahren weggenommen“, moniert der VC-Vorsitzende. Seit fast 20 Jahren betreibe der Verein an der Levinstraße die gepachtete Beachvolleyballanlage mit einem hohen eigenen Kostenanteil. Auch diese müsse – wie die Bezirkssportanlage Dellwig – weichen. Aktuell saufe die Beachvolleyballanlage wegen der Verdichtung des angrenzenden Grundstücks für das Flüchtlingszeltlager sowieso ab.

Ungeduscht und schwitzend aufs Fahrrad

Größte Baustelle für den Verein sei derzeit die Sporthalle Prinzenstraße des Gymnasiums Borbeck. Seit November 2015 würden hier die Duschen nicht mehr funktionieren, die Kabinen sind gesperrt sein und demnach auch die Toiletten in den Duschräumen: „Es gibt nur noch zwei Toiletten, die uns während des Vereinstrainings zur Verfügung stehen. Diese sehen toll aus, wenn tagsüber circa 300 Schüler dort Sportunterricht hatten. Unsere Übungsleiter reinigen erst einmal zu Trainingsbeginn die Toiletten und verteilen Klopapier“, berichtet Michael Werzinger und betont, dass er sich oft selbst als Klomann betätige.
Nach dem Training stiegen alle Spielerinnen ungeduscht und stinkend auf ihr Fahrrad oder ins Auto. Am Wochenende finden Meisterschaftsspiele von Verbands- bis Kreisliga sowie Jugendspiele in der Prinzenstraße statt. Die Gastmannschaften würden anschließend ebenfalls ungeduscht nach Olpe, Aachen oder Neuss zurück: „Gegen und bei uns möchte keiner mehr spielen“, glaubt der VC-Verantwortliche Werzinger. Trotzdem würde der Verein nach wie vor die volle Nutzungsgebühr von 3.000 Euro bezahlen. Die Entscheidung der Stadt Essen das wasserdurchlässige Dach und die Duschen nicht im Jahr 2017 zu sanieren sei wie ein K.o.-Schlag: „Ich bin ehrlich, meine Mitstreiter und ich haben keine Kraft mehr dazu und wir werden uns im Vorstand darüber unterhalten müssen, ob der Verein aufgelöst wird“, so Werzinger. Er möchte nachts wieder ruhig schlafen können.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 09.02.2018 | 11:44  
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