Rudern in Kettwig: Siebtklässer des THG versuchen sich als Rudernachwuchs

Alles im Griff hat Trainerin Dorothee Beckendorff (v.) von der KRG. Jannis, Nadine, Kristin, und Tom (v.l.) machen in der zweiten Stunde auf der Ruhr aber auch schon vieles richtig.
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  • Alles im Griff hat Trainerin Dorothee Beckendorff (v.) von der KRG. Jannis, Nadine, Kristin, und Tom (v.l.) machen in der zweiten Stunde auf der Ruhr aber auch schon vieles richtig.
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„Go, go, go. Nicht schwächeln. Zieh durch. Du schaffst das.“ Lautstark tönen die Anfeuerungsrufe für die Mitschüler der 7 c durch den Trainingsraum der Kettwiger Rudergesellschaft. Dabei sollen die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) eigentlich nur ihre Technik am Ergometer verbessern, bevor es aufs Wasser geht. Doch der Ehrgeiz hat die Ruder-Neulinge gepackt.

Dementsprechend mäßigend muss in diesem Moment Sportlehrer Manfred Horn auf Mika einwirken. Der fühlte sich in seiner Rolle als Vertretung von KRG-Coach Boris Orlowski pudelwohl. Doch im Trainingsplan von Horn, der vor rund vier Jahren zusammen mit Orlowski die Idee für die Kooperation mit der KRG ins Leben rief, war in diesem Moment gezieltes Techniktraining vorgesehen. Daher war „volle Pulle“ eher kontraproduktiv. „Es ist doch schön zu sehen, wie engagiert die Schüler bei der Sache sind. Manchmal muss ich sie nur zu ihrem eigenen Vorankommen ausbremsen. Das tut mir in dem Moment immer leid, ist aber für ihre Verbesserung einfach notwendig.“

Einsteigen will gelernt sein

Was Diplomsportlehrer Horn mit seinen technischen Trockenübungen gemeint hat, wird wenige Minuten später deutlich, als die Schüler ihre Plätze in den Vierern mit Steuermann einnehmen. Doch vor dem Pullen haben die Rudergötter das Ein- und Aussteigen gesetzt. Und das hat durchaus seine Tücken. So muss KRG-Coach Manfred Jacobs immer mal wieder hilfreiche Tipps geben, damit keiner der THG-Schüler den Tag mit einem unfreiwilligen Bad in der Ruhr beginnt. „Immer langsam. Der Steg läuft euch nicht weg. Langsam aufrichten, die Skulls mit der Wasserhand festhalten, die Steghand an den Bootsrand und wenn ihr steht mit einem langen, ruhigen Schritt aussteigen. Und dabei nicht die Skulls loslassen. Sonst müsst ihr sie aus der Ruhr fischen.“

Immer eine Hand am Ruder

Da die Siebtklässer aber zum Rudern und nicht zum Fischen zur KRG gekommen sind, klappt es mit dem Einsteigen relativ sicher und schnell. Zumindest nimmt keiner ein Bad in der Ruhr. Ist doch schon mal was. Wie schwer es dann aber ist - und wie sinnvoll die Trockenübungen von Sportlehrer Horn am Ergometer - zu viert synchron die Ruderblätter ins Wasser einzutauchen, wieder auf die Ausgangsposition zu ziehen und wieder einzutauchen, das wird auch dem größten Ruderlaien in den nächsten Minuten klar. Anstatt synchron, machen die Ruderblätter mit ihren Besitzern eher was sie wollen. Doch Schlag für Schlag wird es besser. Als nach gut 400 Metern die erste Wende fast reibungslos klappt, da weicht die Anspannung in den jungen Gesichtern einem ersten Lächeln. Puh, geht doch.

Regatta lockt zum Abschluss:

Inzwischen zum vierten Mal veranstalten das THG und die Kettwiger Rudergesellschaft die Schnupperkurse Rudern auf der Ruhr. Waren es am Anfang noch die 8. Klassen des Gymnasiums, die sich an Skull und Riemen probiert haben, hat sich die Jahrgangsstufe sieben als ideale Altersklasse für den ersten Kontakt mit dem Rudersport etabliert. Sechs Wochen lang dürfen sich die Schüler immer eine Doppelstunde lang ausprobieren. Zum Abschluss wartet am Mittwoch, 16. Oktober, ab 10 Uhr die Schulregatta aller Boote auf die Teilnehmer.

Autor:

Sven Krause aus Mülheim an der Ruhr

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