Vorsicht: Freilaufende glückliche Schweine in Kettwig

Theresa Ostermeier und Alexander im Brahm möchten sich mit der Freilandhaltung von Schweine eine eigen Existenz aufbauen. Foto: Bangert
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Über tausend Besucher informieren sich am Tag des offenen Hofes

Das Interesse der Besucher an der Kettwiger Schweinehaltung auf dem Hof im Brahm ist am vergangenen Sonntag groß. Im Lauf des Tages schauen sich weit über 1000 Besucher auf dem Areal an der Landsberger Straße um. Für den ungehinderten Blick in die vier Freilandställe mit je 120 Ruhrtaler Landschweinen sorgen aufgeschichtete Strohbunde.
Bei "schlechtem" Wetter können sich die Schweine unter die Überdachung zurückziehen - wenn sie denn wollen. Ansonsten laufen sie übermütig über die strohbedeckte Fläche oder suhlen sich genüsslich - ganz Schwein halt. Den Schlamm benötigen sie als Schutz, denn wie der Mensch bekommen sie Sonnenbrand, wenn sie UV-Strahlen zu lange ungeschützt ausgesetzt sind. Zugleich reguliert das Verdunsten des Wassers die Körpertemperatur, denn die Tiere verfügen nicht über Schweißdrüsen.
"Der Sommer ist problematischer, weil Schweine halt nicht schwitzen können", sagt der 22-jährige Alexander im Brahm. Wird es zu heiß, erhalten sie auch schon mal eine "kalte" Dusche. Wird es den Tieren zu warm, ziehen sie sich zum Dösen in den Schatten zurück. Vor allem die Großen ziehen Ruhe irgendwelchen Aktivitäten vor.
"Meine Freundin Theresa hat mich auf die Idee gebracht", sagt der Student der Landwirtschaft, der im Sommer seinen Bachelor abschließen möchte. In England machte er sich mit den Voraussetzungen der Freilandhaltung vertraut.
Die Umsetzung in der Heimat bedeutete viel Überzeugungsarbeit bei den Behörden, denn in NRW gibt es keinen vergleichbaren Betrieb. Denn so einfach, wie es aussieht, ist die Umsetzung nicht. Die benötigte Ausrüstung beschaffte sich der junge Landwirt aus England. Für die Versorgung mit Wasser sind beispielsweise beheizbare Schläuche nötig, um auch bei Frost die Wasserversorgung sicherzustellen. Ein ausgewachsenes Tier benötigt pro Tag rund acht Liter Wasser. Und natürlich muss immer ausreichend Stroh vorhanden sein.
Wie jeder andere Tierhalter auch, muss der Betrieb alle Vorschriften rund um Hygiene und Umbelastungen einhalten. Deswegen steht nach jedem Mastdurchgang auch ein Standortwechsel an, um den Boden nicht zu belasten. Das Stroh geht in die Biogasanlage. Außerdem muss der Landwirt sicherstellen, dass es nicht zu Kontakten zu Wildschweinen kommt.
Zusätzlich kümmert sich Alexander im Brahm um die direkte Vermarktung seiner Tiere. Zwei Mülheimer Fleischereien sind bereits im Boot - am Sonntag wartet bereits ein Dritter auf ein Gespräch.
Wenn er das Studium beendet hat und die befristete Genehmigung verlängert wird, will sich der Junglandwirt hier in Kettwig eine Existenz aufbauen. "Allerdings reichen dafür 480 Schweine in Freilandhaltung nicht aus", weiß der junge Mann, der die Risiken genau kennt.
Am Tag des offenen Hofes können sich die Besucher aber auch die konventionelle Stallhaltung zumindest von außen ansehen und bei Bedarf Fragen stellen. Kleine Fenster ermöglichen den Blick in die Ställe an der Landsberger Straße. Zusammen mit dem Hof in Mülheim verfügt Einhard im Brahm Platz für rund 2000 Schweine in konventioneller Haltung. Über die Biogasanlage auf dem Hof wird die Gülle in Methan und Wärme umgewandelt. Die Reststoffe kehren als Dünger auf den Acker zurück. dh 

Theresa Ostermeier und Alexander im Brahm möchten sich mit der Freilandhaltung von Schweine eine eigen Existenz aufbauen. Foto: Bangert
Immer an der frischen Luft: Die Ruhrtaler Landschweine.
Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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